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Sport überregional Lenkerdefekt und Hitze: Wallenhorst ohne Chance
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17:29 11.10.2009
Sandra  Wallenhorst
Sandra Wallenhorst Quelle: Florian Petrow (Archivbild)
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Nach Rang drei im Vorjahr reichte es für die Hannoveranerin am Samstag „nur“ zu Rang neun. Für viele ein Weltklasse-Resultat, doch die mit großen Ambitionen gestartete Europameisterin wollte mehr - der Favoritin Chrissie Wellington ein Bein stellen. Aber die Britin zog eine „One-Women-Show“ ab und landete in neuem Streckenrekord den Titel-Hattrick. „Ich bin schon sehr enttäuscht und brauche sicher noch zwei Tage, um das zu verdauen“, sagte Sandra Wallenhorst, nachdem sie als beste Deutsche nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und dem abschließenden Marathon in 9:38:28 Stunden ins Ziel gelaufen war.

„Chrissie ist auf jeden Fall schlagbar. Und ich bin in der Form meines Lebens und möchte nicht schlechter abschneiden als 2008.“ Doch der Ankündigung ließ die 37-Jährige nur bedingt Taten folgen. Um 6.45 Uhr fiel in einer der malerischen Buchten von Big Island der Startschuss zum Schwimmen. Aber bereits nach der ersten Teildisziplin im 26 Grad warmen Pazifik hatte die gebürtige Thüringerin, die von Ehemann Max und ihrem fast dreijährigen Sohn Philipp angefeuert wurde, 8:36 Minuten Rückstand auf die Favoritin. Und Chrissie Wellington, die in 8:54:02 Stunden die 17 Jahre alte Bestmarke von Paula Newby-Fraser aus Simbabwe um 86 Sekunden unterbot, zeigte der Deutschen auch, wie „Frau“ eine perfekte Vorstellung in der Wechselzone abliefert. Die Britin brauchte beim Sprung aus dem Wasser auf das Rad nur 13 Sekunden. Bei Sandra Wallenhorst dauerte das Anziehen der Schuhe und das Aufsetzen des Helmes mehr als 30 Sekunden.

Auf der Radstrecke ereignete sich dann das nächste Malheur. Nach nur 60 Kilometern löste sich eines der Gelkissen an ihrem Zeitfahrlenker auf und Sandra Wallenhorst entging nur knapp einem Sturz. Ohne die Polsterung war eine aerodynamische Fahrhaltung nicht mehr möglich - bei den starken Winden und der mörderischen Hitze auf der eintönigen Strecke zwischen den Lavafeldern ein großes Handicap. „Ich muss auf dem Rad noch etwas tun“, sagte die Ausdauersportlerin und suchte die Ursachen nicht hauptsächlich beim müden Material. „Beim Thema Lenker muss ich mir nächstes Mal wohl was einfallen lassen.“

Als 23. ging Sandra Wallenhorst auf die Laufstrecke, „brutal heiß sei es draußen gewesen“, erzählte sie im Ziel. Zwar lag sie mit ihrer Marathonzeit von 3:09:24 Stunden mehr als zehn Minuten hinter der vom Vorjahr. Doch weil es vielen ihrer Konkurrentinnen bei Temperaturen von über 35 Grad noch schlechter ging, reichte es für die Frau mit dem Kämpferherz am Ende doch noch für einen mehr als achtbaren Platz unter den Top Ten. Und später konnte Sandra Wallenhorst auch wieder lachen: Bei der abschließenden Party tanzte sie wie viele andere der insgesamt 1800 Teilnehmer ausgelassen und freute sich schon auf die nächste Tortur im Urlaubs-Paradies 2010.

lni