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Sport überregional „Hannover ist ein schwieriges Turnier“
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09:36 13.10.2011
Von Jörg Grußendorf
Paul Schockemöhle freut sich auf die German Classics in Hannover.
Paul Schockemöhle freut sich auf die German Classics in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Herr Schockemöhle, auch wenn Sie als Turnierdirektor ein „alter Hase“ sind: Wie groß ist bei Ihnen die Nervosität so kurz vor den German Classics?
Aufgeregt bin ich kein bisschen. Viel mehr stellt sich jetzt, eine Woche vorher, die Vorfreude ein. Hannover ist ein sehr angenehmes Turnier. Es sind immer viele Zuschauer da, die Stimmung ist super, das Reiterfeld ist klasse. Da überwiegt bei mir eindeutig mehr das angenehme Gefühl.

Also sind die German Classics ein Selbstläufer?
Schön wäre es. Aber ich weiß, dass ich mich auf meine Leute verlassen kann, speziell auf meine Frau (Bettina, d. R.), die organisatorisch alles fest im Griff hat. Jedes Detail ist geplant. Darum erwarte ich keine Probleme. Auch wenn ich klar sagen muss, dass Hannover ein eher schwieriges Turnier ist.

Volle Hallen, TV-Zeiten: Wie kann solch ein Turnier denn schwierig sein?
In Neumünster etwa hat man die Halle spielfertig, wie man so sagt. Tribüne, Boden, Stallungen – alles ist vorhanden. Hier haben wir eine nackte Halle, die wir dienstags vor dem Turnier kriegen und den Dienstag darauf genauso wieder hinterlassen müssen. Dazwischen müssen wir alles aufbauen, Abreiteplätze schaffen, Stallungen in Parkhäusern einrichten und so weiter.

Finanziell scheint doch alles bestens zu laufen. Viele Prüfungen sind ausverkauft.
Erstens: Wir sind noch nicht ausverkauft. Und zweitens sind uns im Laufe der Zeit bereits einige wichtige Sponsoren weggebrochen.

Waren die Firmen nicht mit dem Turnier zufrieden?
Nein, durch die allgemeine wirtschaftliche Lage sind die entsprechenden Unternehmen wie Gilde oder Preussag übernommen worden.

Haben Sie solche Probleme in, bleiben wir dabei, Neumünster nicht?
Dort ist alles ein bisschen anders strukturiert. Es ist ein Traditionsturnier. Die Stadt, die Bevölkerung, die lokalen Unternehmer und Institute identifizieren sich komplett mit dem Turnier; sie alle wollen daran teilhaben. Wir haben dort keine großen, aber sehr viel kleine Sponsoren. Das ist hier in Hannover schon erheblich mühsamer.

Dennoch sind die German Classics ein Turnier der Superlative.
Das soll auch so bleiben.

Hat denn Paul Schockemöhle auch einen Lieblingsreiter auf der Tour?
Eigentlich nicht. Solch eine Frage muss ich marketingerecht beantworten. Sagen wir es so: Es gibt 15 Reiter, die den Großen Preis von Hannover gewinnen können.

Aber Sie haben doch einen Favoriten für Hannover.
Da muss ich Ludger Beerbaum nennen. Der hat in den vergangenen Monaten einen echten Lauf gehabt.

German Classics, das ist nicht nur Springreiten, sondern auch Dressur. Wird Ihr millionenschweres „Wunderpferd“ Totilas in der Messehalle 2 zu bewundern sein?
Totilas hatte Pause, weil sein Reiter Matthias Rath im Urlaub war. Er ist noch nicht wieder bereit für ein Turnier.

Viele hatten sich schon auf ihn gefreut ...
Es war von vornherein vorgesehen, ihn hier nicht starten zu lassen.

Sind die Dressurprüfungen nicht hoch genug dotiert?
Sie können sicher sein, dass ich genügend Einfluss gehabt hätte, auch auf die Mitbesitzer, die Familie Rath-Linsenhoff, um ihn hier ins Viereck zu holen. Aber: Totilas ist nicht entscheidend für das Turnier in Hannover.

Aber Totilas wäre ein zusätzlicher Anreiz für die Zuschauer gewesen ...
Wir haben auch für die Dressurprüfungen immer gut Karten verkauft.

Hat Sie das riesige Medieninteresse an dem Hengst überrascht?
Sicherlich wusste ich, dass der Totilas-Kauf Aufsehen erregen würde, aber dieser Hype war nicht vorauszusehen.

Hat das ganze Drumherum der Entwicklung von Pferd und Reiter geschadet?
Das glaube ich nicht. Totilas ist jetzt das bekannteste Reitpferd der Welt. Das muss auch als Chance für den Dressursport gesehen werden. Und bevor die Frage kommt: Natürlich hat solch ein Kauf auch finanzielle Aspekte, aber: Es war schon immer ein Traum von mir, ein derartiges Pferd zu besitzen.