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Sport überregional Deutschland vor dem Showdown gelassen
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08:56 25.01.2012
Foto: Besonders kuschlig wird es für die deutsche Mannschaft um Uwe Gensheimer im Spiel gegen Polen nicht.
Besonders kuschlig wird es für die deutsche Mannschaft um Uwe Gensheimer im Spiel gegen Polen nicht. Quelle: dpa
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Belgrad

Im Showdown um den Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft setzen die deutschen Handballer selbstbewusst auf Sieg. „Wenn ich dürfte, würde ich auf uns wetten“, sagte Silvio Heinevetter gestern. Vor dem entscheidenden Duell um den Einzug in die Medaillenrunde am Mittwochnachmittag (Anwurf ist um 16.15 Uhr, live im ZDF) in Belgrad gegen Polen ist nicht nur das Team um den Nationaltorhüter von einem Erfolg überzeugt. Auch die Wettanbieter sehen die Auswahl des Deutschen Handballbundes in der Neuauflage des WM-Finales von 2007 als Favoriten.

Mit großer Gelassenheit sehen die deutschen Spieler ihrer möglichen ersten Halbfinalteilnahme seit der EM 2008 entgegen. Heinevetter war erst mittags aufgestanden, gähnte hin und wieder herzhaft und schlürfte genüsslich einen Kaffee. Auch Bundestrainer Martin Heuberger wirkt längst nicht mehr so übernervös wie noch vor Turnierbeginn.

Für den Coach wäre das Erreichen der letzten vier noch immer ein Riesencoup. „Auf uns hat doch vorher keiner einen Pfifferling gesetzt“, sagte Heuberger. Nun hat seine Mannschaft zwei Tage nach dem verpassten vorzeiten Einzug in die Vorschlussrunde durch die 26:28-Niederlage gegen den WM-Zweiten Dänemark eine zweite Chance. „Ich bin ein positiv denkender Mensch. Wir schaffen das und dann sind wir im Halbfinale“, sagte der Bundestrainer.

Mit einem Sieg gegen die vom früheren deutschen und polnischen Nationalspieler Bogdan Wenta betreuten Polen würden sich auch viele Rechenexempel für den angepeilten Platz in einem Olympia-Qualifikationsturnier erledigen. Er befasse sich erst gar nicht mit dem ohnehin komplizierten System, beteuerte der Bundestrainer: „Ich habe keine Lust zu rechnen. Ich bin mir sicher, dass wir gewinnen. Dann sollen die anderen rechnen, die hintendranstehen“, sagte er.

Von einem angeknacksten Selbstvertrauen nach der Niederlage gegen Dänemark war gestern im deutschen Handball-Lager nichts zu spüren. Heuberger strahlte ungebrochene Zuversicht aus. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen, dann sollen uns die Polen erst mal schlagen“, sagte er. Dabei weiß auch der Bundestrainer sehr wohl um die Gefährlichkeit der polnischen Nationalspieler, die zum größten Teil in der Bundesliga spielen oder gespielt haben. Vor allem der wurfstarke Rückraum mit Karol Bielecki, Grzegorz Tkaczyk, Marcin Lijewski, Michal Jurecki und Bartolmej Jaszka sowie am Kreis Bartosz Jurecki dürfen nicht ins Spiel gelassen werden. „Die haben wir sehr gut ausgebildet bei uns“, sagte Heuberger mit einem Seitenhieb auf die Bundesligaklubs, die die Spieler nach Deutschland geholt hatten.

Keine größeren Sorgen bereitet dem Bundestrainer dagegen der Gesundheitszustand seiner Akteure. Holger Glandorf von der SG Flensburg-Handewitt leidet an einer Wadenprellung, Kapitän Pascal Hens plagt sich mit Achillessehnenbeschwerden. Dennoch sollen beide Rückraumspieler gegen die Polen einsatzbereit sein. „Wenn die medizinische Abteilung weiter so gute Arbeit leistet wie bisher, gehe ich davon aus, dass wir beide im Aufgebot haben werden“, sagte Heuberger.

Ob er für das abschließende Hauptrundenspiel den bisher noch nicht berücksichtigten Lemgoer Spielmacher Martin Strobel offiziell als 16. Profi nachnominiert, wollte der Bundestrainer bis zum letztmöglichen Zeitpunkt heute Vormittag offen lassen. „Das ist eine Option. Aber ich möchte kein Risiko eingehen, falls sich noch ein Spieler verletzt“, sagte Heuberger.

dpa/sag