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Fußball überregional Wiese patzt bei Hoffenheim-Niederlage
Sportbuzzer Fußball überregional Wiese patzt bei Hoffenheim-Niederlage
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19:32 16.09.2012
Tim Wiese verbittert: Hoffenheim verliert erneut.
Tim Wiese verbittert: Hoffenheim verliert erneut. Quelle: dpa
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Freiburg

Ausgerechnet Kapitän Tim Wiese stürzt 1899 Hoffenheim und Trainer Markus Babbel immer tiefer in die Krise. Der Ex-Nationaltorwart patzte unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw bei der 3:5 (1:2)-Niederlage des Tabellenletzten im badischen Derby beim SC Freiburg. Bei den beiden Treffern von Fallou Diagne und Cedrick Makiadi in einer turbulenten Schlussphase sah der Gästekeeper ganz schlecht aus und musste sich hämische „Wiese, Wiese ha ha ha!“-Rufe von den SC-Fans anhören.

„Ich werde jetzt hier keine Kritik üben, das machen wir intern“, sagte Trainer Babbel nachher im Interview mit dem TV-Sender Sky. Doch ohne Frage wird die Luft für Babbel nach 15 Gegentoren in vier Pflichtspielen immer dünner. Der 40-jährige Coach der Kraichgauer kassierte bereits die vierte Niederlage im vierten Pflichtspiel der Saison. Doch er gab sich kämpferisch: „Wenn wir chancenlos aufgetreten wären, hätte ich jetzt ein Problem“, meinte Babbel. Arbeitsplatzsorgen, sagte er, mache er sich “überhaupt keine“. Er wisse, was er mit dem Team in der Woche mache. „Wenn ich heute eine tote Mannschaft auf dem Platz gesehen hätten, dann wäre es schwierig.“

Der SC Freiburg dagegen durfte am Sonntag vor 22 088 Zuschauern einen Vereinsrekord bejubeln: Die Mannschaft blieb unter Christian Streich im zehnten Heimspiel hintereinander ungeschlagen und ist damit erfolgreicher als in der Saison 1994/95 unter Coach Volker Finke. „Ich bin in einem guten Verein, in einer schönen Stadt. Mir geht es gut“, sagte Streich.

Im Blickpunkt stand der schwache Wiese: Der Ex-Bremer, der von Babbel gegen viele Fanproteste geholt worden war, stand völlig neben sich. Die Neuzugänge Karim Guedé (17.) und der überragende Max Kruse (27.) brachten die Freiburger zunächst 2:1 in Führung. Matthieu Delpierre hatte für die Hoffenheimer bereits in der zweiten Spielminute getroffen.

Kurz nach seiner Einwechslung zur Pause schaffte dann Boris Vuckevic (57.) den Ausgleich, ehe sich die Ereignisse überschlugen. Diagne (68.) und Makiadi (83.) nutzten die Wiese-Schwächen, der Japaner Takashi Usami (76.) hatten zwischenzeitlich die Hoffenheimer Hoffnungen am Leben erhalten. Sebastian Freis (87.) sorgte kurz vor Schluss für klare Verhältnisse mit dem 5:3. „Wenn wir so weiterspielen, dann brauchen wir nicht über Europa Lague oder sonst so einen Scheiß reden. Wir müssen ganz schnell den Schalter umlegen“, sagte Hoffenheims Daniel Williams.

Die Leidenschaft und der Kampfgeist der Freiburger hatten sich letztendlich durchgesetzt. Und damit hat Trainer Babbel seit seinem Amtsantritt in Hoffenheim am 10. Februar nur vier Siege geschafft. Mäzen Dietmar Hopp hatte noch vor dem Spiel festgestellt: „Wir haben volles Vertrauen in Markus Babbel.“ Nach dem Abpfiff meinte der Trainer: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir stellen den Betrieb ein oder wir arbeiten weiter.“

dpa

Patrick Hoffmann 14.09.2012