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Fußball überregional Dicke Luft vor dem Traumfinale
Sportbuzzer Fußball überregional Dicke Luft vor dem Traumfinale
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12:29 17.05.2014
Hinschauen bringt Pech: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (links) und sein Bayern-Kollege Pep Guardiola am Freitag beim Ortstermin mit Pokal in
Hinschauen bringt Pech: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (links) und sein Bayern-Kollege Pep Guardiola am Freitag beim Ortstermin mit Pokal in Berlin. Quelle: afp
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Berlin

Mit Verspätung flogen die Dortmunder in Berlin ein, dennoch präsentierten sich Trainer Jürgen Klopp und Kapitän Sebastian Kehl bei der Pressekonferenz vor dem 71. Finale um den DFB-Pokal in bester Laune. Zwei Meter weiter saß ein nachdenklicher Pep Guardiola. Mit ernster Miene nahm er Stellung zu der Situation bei Bayern München und seinem Debüt im deutschen Pokalfinale am heutigen Sonnabend (20 Uhr, live in der ARD).

Die Fragen nach dem Personal und besonders der überraschenden Verbannung von Angreifer Mario Mandzukic aus dem Bayern-Kader beantwortete Guardiola kurz angebunden: „Es war meine Entscheidung.“ Frage: „Ist er verletzt, hätte er spielen können?“ Guardiola lakonisch: „Er hätte spielen können. Es war meine Entscheidung. Wir hatten 20 Spieler, wir haben uns für 18 entschieden.“ Das war’s – und es nährte Spekulationen über ein getrübtes Betriebsklima beim FC Bayern, ausgerechnet vor dem viel zitierten „Traumfinale“. In das Bild passt der Ausfall von Bastian Schweinsteiger wegen einer Knieverletzung, die auch Bundestrainer Joachim Löw mit Blick auf die Weltmeisterschaft alarmieren dürfte, auch oder gerade weil die Schwere der Patellasehnenprobleme zur Geheimsache gemacht wurde.

Zugeben mag es niemand so recht, aber man spürt: Es geht für die Münchener in Berlin um mehr als nur den 5,7 Kilogramm schweren und 52 Zentimeter hohen Goldpokal und das Prestige: Es geht um das zehnte Double der Klubhistorie und die Bewertung einer Saison. Die Borussen haben ihre Saisonziele, sprich Platz 2 in der Bundesliga und das Überwintern in der Champions League bis zum Viertelfinalaus, erreicht. Der vierte Pokalsieg soll die Saison veredeln. „Das ist das größte Finale, das man so spielen kann, weil man es schneller erreichen kann als ein Champions-League-Finale“, sagte Klopp, der locker und gelöst wirkte.

Anders als Guardiola gab es für Klopp auch gute Nachrichten: Stürmer Robert Lewandowski kann gegen seinen künftigen Klub auflaufen. Der Bundesliga-Torschützenkönig hatte das Training am Donnerstag abgebrochen. „Kein Problem“, sagte Klopp, „er kann spielen.“

Um seine Spieler in Stimmung zu bringen, habe Klopp Videosequenzen vom Pokaltriumph gegen die Bayern 2012 an die Spieler verschickt, verriet BVB-Kapitän Sebastian Kehl. Die Borussen wollen nicht nur den Titel, sondern auch als erster Klub in die Geschichte eingehen, der den Pokal ohne Gegentor gewinnt, meinte der Routinier. Das wäre eine imposante Bestmarke.

Ohnehin schlägt das Endspiel alle Rekorde. Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, stellte eine enorme Ticketnachfrage fest: „Wir hätten auch 500 000 Karten verkaufen können.“ Allein beim BVB wurden 300 000 Kartenwünsche registriert. 74 907 Fans werden heute das 30. Endspiel im Olympiastadion, dem „deutschen Wembley“, vor Ort verfolgen können.
Man darf gespannt sein, ob Klopp nach dem Abpfiff immer noch gute Laune hat. Oder ob Guardiola wieder lächeln kann.

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