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Fußball überregional Magath ist über sich selbst gestolpert
Sportbuzzer Fußball überregional Magath ist über sich selbst gestolpert
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06:15 28.10.2012
Von Heiko Rehberg
Foto: HAZ-Sportchef Heiko Rehberg über Magaths Abgang.
HAZ-Sportchef Heiko Rehberg über Magaths Abgang. Quelle: HAZ
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Hannover

Es spricht für die Verantwortlichen des VfL Wolfsburg, dass sie Felix Magath am Ende die Chance gaben, selbst die Ausfahrt zu nehmen. Dahinter steckt gewiss in großem Maße die Dankbarkeit dafür, dass es Magath war, der 2009 mit dem Gewinn der Meisterschaft ein kleines Fußballwunder in Wolfsburg geschafft hatte. Ein Wunder, von dem sich bis heute alle blenden ließen, allen voran die in Fußballdingen weitgehend kompetenzfreien VW-Bosse, die nicht sehen wollten, dass Magaths Methoden längst überholt sind.

Tatsächlich ist Magath über sich selbst gestolpert. Die Spieler, die er teilweise wie ein Möbelstück hin- und hergeschoben hat – heute auf dem Platz, morgen auf der Ersatzbank, übermorgen auf der Tribüne –, haben mit einer Art Misstrauensvotum letztlich den Ausschlag gegeben. Dass die VfL-Verantwortlichen die Spielermeinung überhaupt benötigten, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass es mit dem autoritären und selbstkritikfreien Magath nicht mehr geht, spricht dafür, dass Wolfsburg nicht nur ein Trainerproblem hat. Aufsichtsratschef Sanz hat zwei wohlklingende Vornamen, genauso oft hat der Verein bei der Trainersuche in den vergangenen zwei Jahren peinlich daneben gelegen. Über die Idee mit Pierre Littbarski zum Beispiel, Magaths Vorgänger, lacht die Branche heute noch.

Magath hatte in seiner zweiten Amtszeit viel Geld zur Verfügung, aber keinen Plan. Nicht auf dem Platz als Trainer, nicht bei Transfers als Manager. Beim Träumen von der Champions League haben sie beim VfL vergessen, genau hinzuschauen, was mit dem vielen Geld passiert. Erst als das eigene Publikum am vergangenen Spieltag den Gegner anfeuerte, sind sie endlich aufgewacht.