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Fußball überregional Für Hecking geht’s gegen Augsburg um den Job
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11:27 13.05.2010
„Ich glaube, ich bin in diesen wenigen Wochen und Monaten schon zum Franken-Versteher geworden." Dieter Hecking.
„Ich glaube, ich bin in diesen wenigen Wochen und Monaten schon zum Franken-Versteher geworden." Dieter Hecking. Quelle: dpa
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Um 20.30 Uhr spielt der 1. FC Nürnberg am Donnerstag im ersten Relegationsduell gegen den FC Augsburg um den letzten Platz in der Fußball-Bundesliga. Ein Schicksalsspiel für Trainer Dieter Hecking. Nur beim Bundesliga-Verbleib der Franken ist die Sache klar: „Für diesen Fall hat Dieter Hecking einen Vertrag bis 2011“, erklärt „Club“-Manager Martin Bader.

In seiner alten Heimat Hannover war Hecking im Dezember gerade mitten bei Weihnachtseinkäufen, als der glücklose „Club“-Coach Michael Oenning nach vier Niederlagen in Serie entlassen wurde. Dann ging zwischen dem FC Nürnberg und dem 36-fachen Bundesliga-Spieler alles ganz schnell. Zwei Tage vor Heiligabend wurde Feuerwehrmann Hecking präsentiert - und der machte prompt Nägel mit Köpfen. Hecking strich den Weihnachtsurlaub der „Club“-Profis zusammen und startete fünf Tage früher als geplant in die Vorbereitung auf die Rückrunde. „Es geht um den Klassenerhalt. Dafür sind Opfer zu bringen“, befand der Neue.

Die brachte er selber auch. Fernab von Frau und Kindern, die weiter in Bad Nenndorf bei Hannover leben, ging Hecking seine Mammutaufgabe Klassenerhalt beim Fahrstuhlclub an. „Ohne Familie, das ist nicht immer schön“, gestand er. Doch mit dem neuen Coach ging es bergauf: Stück für Stück arbeitete sich der zur Saison-Halbzeit mit nur zwölf Punkten schon deutlich abgeschlagene „Club“ zurück, am Ende reichte es immerhin für das Minimalziel Relegation. „Dieter Hecking hat eine hervorragende Leistung in der Rückrunde gebracht. Er hat 19 Punkte geholt“, bilanziert Manager Bader. „Viel mehr kann ein Team wie Nürnberg nicht rausholen“, erklärt Hecking.

„Ich glaube, ich bin in diesen wenigen Wochen und Monaten schon zum Franken-Versteher geworden“, erklärt Hecking seine Aufgabe beim Altmeister. Mal himmelhochjauchzend - und dann wieder zu Tode betrübt: Dass die fränkische Fußball-Seele empfindlich ist, erfuhr in seiner erfolgreichen Amtszeit auch Kult-Trainer Hans Meyer. „Diese ewigen Zweifel hier“, klagte der frühere „Club“-Coach noch vor wenigen Tagen. „Damit tut sich jeder doch nur selber weh.“

Mit einem erfolgreichen Abschluss seiner Mission könnte Hecking zumindest bis zur neuen Saison die Zweifel erst einmal besiegen. Und dann könnte der 45-Jährige vielleicht auch endlich wieder so etwas wie Kontinuität auf dem „Club“-Trainerstuhl begründen. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er ein sehr, sehr guter und langer Trainer beim 1. FC Nürnberg sein kann“, hofft Manager Bader auf das Happy End im Abstiegskampf - und auf den Verbleib des Franken- Verstehers.

dpa