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Fußball überregional Ein Godshorner auf dem Weg nach oben
Sportbuzzer Fußball überregional Ein Godshorner auf dem Weg nach oben
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20:02 16.05.2014
Von Björn Franz
Foto: Zeigt keinen Respekt: Niko Gießelmann (l.) im Duell mit Rafael van der Vaart.
Zeigt keinen Respekt: Niko Gießelmann (l.) im Duell mit Rafael van der Vaart. Quelle: dpa
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Hannover

Von einem Tisch kommt ein trockener Kommentar. „Körper über den Ball, das habe ich dir schon früher gesagt!“, ruft Frank Gießelmann in Richtung Fernsehschirm. Der Mann muss es wissen: Er ist der Vater des 22-Jährigen von der SpVgg Greuther Fürth. Und er fiebert am Donnerstag wie fast alle in der Vereinsgaststätte mit dem Zweitligisten.

In Godshorn gibt es den wohl größten Fanklub der Franken in Norddeutschland. Bereits am Vormittag sieht man im Ortszentrum junge Männer in grünen Trikots der Fürther. Nicht wenige haben die Nummer 31 und den Namenszug von Niko Gießelmann auf dem Rücken. Denn er ist einer von ihnen. Einer, der mit ihnen gekickt hat und sich nun anschickt, ein Erstligaprofi zu werden. Einige haben sich deshalb am Donnerstag auf den Weg nach Hamburg gemacht.

Frank Gießelmann schaut sich das Hinspiel lieber im Klubhaus an. Dort kennt jeder seinen Sohn, der nicht die Bodenhaftung verloren hat. Regelmäßig schaut der Mittelfeldspieler bei seinen Besuchen auf dem Sportplatz des TSV vorbei. In der Bezirksligamannschaft spielen nicht wenige, mit denen er in der Jugend des TSV kickte, ehe ihn sein Weg über den SC Langenhagen zu Hannover 96 führte.

Dort hat er den Durchbruch nicht geschafft. Im Sommer 2012 durfte der Linksfuß aus dem Regionalligateam zwar mit ins Trainingslager der Profis nach Österreich fahren. Doch es blieb bei zwei Berufungen in den Kader – eine in der Bundesliga, eine in der Europa League. Frank Gießelmann macht dafür nicht zuletzt den damaligen 96-Trainer verantwortlich. Dass der Mirko Slomka heißt und in der Relegation vor der Bank des HSV steht, gibt den Spielen aus seiner Sicht eine besondere Note.

Nach Fürth ist Niko Gießelmann 2013 ablösefrei gewechselt. Sein Profivertrag wurde unlängst bis zum Jahr 2017 verlängert. Bei den Franken sind sie mit dem jungen Mann, der in Hannover vergeblich auf den Durchbruch gehofft hatte, sehr zufrieden. Immerhin 32 Zweitligaspiele stehen zu Buche. Doch ausgerechnet im Relegations-Rückspiel ist Gießelmann zum Zuschauen verdammt – er kassiert in Hamburg die fünfte Gelbe Karte der Saison. Sein Vater rauft sich im Klubheim verzweifelt die Haare. Am Sonntag wird er dennoch nach Fürth fahren. Und auf der Tribüne an der Seite von Niko der SpVgg die Daumen drücken.