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Aktuelles Wie sich die Bahn auf Pfingsten einstellt
Reisereporter Aktuelles Wie sich die Bahn auf Pfingsten einstellt
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11:02 26.05.2020
Laut einem «Spiegel»-bericht will die Bahn per Navigator und Webseite künftig über die Auslastung der Züge informieren. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Berlin

Einen ersten Stresstest gab es bereits am vergangenen langen Wochenende: Vier freie Tage waren möglich für diejenigen, die sich den Freitag nach Christi Himmelfahrt als Brückentag freigenommen hatten.

Zeit genug, um nach Wochen des Stillstands in der Corona-Krise mal wieder in den Zug zu steigen und wegzufahren. Mehr als 750.000 Reisende taten dies dann auch mit der Deutschen Bahn, wie der Konzern Anfang dieser Woche mitteilte.

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Verglichen mit dem Vorjahr waren das lediglich halb so viele Kunden. Doch mit Blick auf die Vorwochen in der Corona-Krise bedeutete das einen erheblichen Anstieg für das Unternehmen. Um rund 90 Prozent waren die Fahrgastzahlen zuvor eingebrochen.

Mehr Fahrgäste an Pflingsten erwartet

Sehr wahrscheinlich, dass die Zahl der Reisenden an Pfingsten nochmal steigen wird. Schließlich haben seit dieser Woche in ganz Deutschland wieder Hotels und Gaststätten auch für Gäste von außerhalb geöffnet. Tourismus ist also wieder möglich - trotz weiterhin steigender Infektionszahlen in der Corona-Krise.

"Wir stellen auch mit Blick aufs Pfingstwochenende fest, dass wir einen leichten Schritt nach oben machen", sagte zu Beginn dieser Woche Berthold Huber, Personenverkehrsvorstand bei der Deutschen Bahn. Demnach seien die Züge am kommenden Wochenende aktuell zu 30 und 40 Prozent ausgebucht. Normal sei an Pfingsten ein Wert von mehr als 55 Prozent.

Um die Auslastung möglichst gleichmäßig auf alle Züge zu verteilen, hat die Bahn schon lange vor der Krise eine Auslastungsanzeige in der eigenen Buchungs-App installiert. Diese wird nun den neuen Bedingungen angepasst: Schon wenn ein Zug nur zur Hälfte ausgebucht ist, wird eine hohe Auslastung angezeigt - in der Hoffnung, dass weitere Kunden auf eine andere Fahrt ausweichen. Steigen die Buchungen weiter, könne auch der Ticketverkauf ausgesetzt werden, hieß es. Eine Reservierungspflicht soll es aber weiterhin nicht geben.

Größeres Angebot im Fernverkehr

Zudem erhöht der Konzern auch sein Angebot im Fernverkehr. Nach und nach würden auf den wichtigen Strecken die Kapazitäten wieder verdoppelt - zunächst auf der Route zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet, sagte Huber. Dort sind demnach wieder ICE-Doppelzüge unterwegs. In der Krise war der zweite Zug weggelassen worden. Ab Anfang Juni soll zudem wieder ein ICE-Sprinterzug zwischen Berlin und München pendeln. Ein weiterer komme Mitte Juni hinzu, hieß es.

Nach Österreich und in die Schweiz werde ab sofort wieder nahezu das vollständige Angebot gefahren. Somit seien im Sommer wieder sämtliche Nachbarländer Deutschlands im Fernverkehr erreichbar. Im Regionalverkehr sei das Angebot bundesweit bereits wieder bei rund 95 Prozent, sagte Huber.

Die Deutsche Bahn empfiehlt allen Reisenden, Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen. Eine Pflicht gibt es aber nicht. Die Klimaanlagen in den Zügen sorgten für einen schnellen und stetigen Luftaustausch, sagte Huber.

Für den Verbraucherzentrale Bundesverband reichen solche "beruhigenden Hinweise" allerdings nicht aus. "Ein Ausfall oder Defekt einer Klimaanlage ist in Corona-Zeiten dann nicht mehr nur ärgerlich, sondern muss zu einer sofortigen Sperrung des Waggons führen", teilte der Verband mit. Er forderte zudem dazu auf, mehr Personal in den Zügen einzusetzen, um bei Problemen zu helfen und mögliche Konflikte zu entschärfen. "Nur auf soziale Kontrolle zu setzen, wird nicht ausreichen und kann Bahnfahren stressig machen."

dpa