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Wissen Zweiter Patient nach Stammzell-Behandlung frei von HIV
Nachrichten Wissen Zweiter Patient nach Stammzell-Behandlung frei von HIV
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11:30 05.03.2019
Bei einem vormals HIV-positiven Patienten sind 34 Monate nach einer speziellen Stammzelltransplantation keine Viren mehr nachweisbar. Quelle: dpa
Seattle

Ein zweiter Mann soll nach einer Infektion mit HIV von dem Virus geheilt worden sein. Der Mann aus London habe eine Stammzellenspende erhalten und zeige keine Anzeichen des Virus mehr, wie das Magazin „Nature“ am Montag berichtete. Es wäre der zweite derartige bekannte Fall weltweit.

Der Patient war zusätzlich zu seiner HIV-Infektion an Krebs erkrankt. Durch die Stammzellspende konnte eine Genmutation des Spenders übertragen werden, mit der dieser natürlich immun gegen HI-Viren war. Etwa ein Prozent der Menschen aus Nordeuropa haben eine derartige Mutation von beiden Elternteilen geerbt.

Timothy Brown schrieb als „Berliner Patient“ Geschichte

Bisher gab es nur einen Mann, der von dem Aids auslösenden Virus kuriert worden ist. Timothy Ray Brown ist Amerikaner, wurde in Berlin behandelt und ist zwölf Jahre nach einer Transplantation weiter frei von HIV.

Bei dem Londoner Patienten wurde das Virus 2003 festgestellt. 2012 begann er, Medikamente zur Kontrolle der Infektion einzunehmen. Warum er erst so spät begann, ist unbekannt. Im gleichen Jahr wurde ein Hodgkin-Lymphom bei ihm festgestellt, ein bösartiger Tumor des Lymphsystems. 2016 willigte er in eine Stammzelltransplantation ein.

Seine Ärzte gingen davon aus, dass der Patient mit dem richtigen Spender nicht nur den Krebs bekämpfen, sondern auch von HIV geheilt werden könne. Dass ein solcher Spender gefunden werde, sei ein „unwahrscheinlicher Fall“, sagte der federführende Wissenschaftler Ravindra Gupta von dem University College London.

HIV-Immunität mittelt Transplantation weitergegeben

Die Transplantation veränderte das Immunsystem des Patienten und gab die Genmutation mit der HIV-Immunität weiter. Der Patient hörte freiwillig auf, Medikamente zu nehmen, um zu schauen, ob das Virus zurückkommt.

HIV-Patienten müssen in der Regel ihr Leben lang täglich Tabletten nehmen, um das Virus zu unterdrücken. Wenn die Medikamenteneinnahme gestoppt wird, kommt das Virus in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen zurück. Das passierte bei dem Londoner Patienten nicht. Nach 18 Monaten ohne Medikamenteneinnahme zeigt sich keine Spur des Virus.

Hoffnung für HIV-Patienten

Der Fall verdeutliche, dass die Heilung des sogenannten Berliner Patienten Timothy Brown kein Zufall gewesen sei und wiederholt werden könne, erklärte Keith Jerome vom Krebsforschungszentrum Fred Hutchinson in Seattle, der nicht an den Behandlungen beteiligt war.

Brown selbst erklärte, nun gerne den Londoner Patienten treffen und ermutigen zu wollen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Er würde damit HIV-Patienten weltweit Hoffnung geben, sagte er der Nachrichtenagentur AP am Montag.

Mit Stammzelltransplantationen Millionen bereits infizierte Menschen zu behandeln, ist jedoch unmöglich. Die Prozeduren sind gefährlich - in der Regel gehen ihnen heftige Behandlungen mit Bestrahlungen und Chemotherapien voraus, um das bestehende Immunsystem zu schädigen und Platz für ein neues zu machen - und haben außerdem bei anderen Patienten nicht angeschlagen. Darüber hinaus gibt es immer wieder Komplikationen. Brown etwa brauchte eine zweite Transplantation, als seine Leukämie zurückkam.

Im Vergleich zu Brown hatte der Londoner Patient eine weniger starke Form der Chemotherapie, keine Bestrahlung und nur eine leichte Reaktion nach der Transplantation. Gero Hütter, der deutsche Arzt, der Brown behandelt hatte, sprach von „großartigen Neuigkeiten“ und „einem Puzzlestück zur Heilung von HIV“.

Von RND/AP

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