Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wissen Weltdrogenbericht: Kokain-Produktion erreicht Rekordniveau
Nachrichten Wissen Weltdrogenbericht: Kokain-Produktion erreicht Rekordniveau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:07 26.06.2019
UN-Experten meinen, dass Heroin wieder da ist, denn der Konsum stieg um 56 Prozent an im Vergleich zum Vorjahr. Quelle: Boris Roessler/dpa
Wien

Mehr als eine halbe Million Menschen weltweit sind 2017 wegen ihres Drogenkonsums und damit zusammenhängender Krankheiten gestorben. Das erklärten Experten des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Mittwoch in Wien. Konkret waren es 585.000 Menschen.

Laut UN-Drogenbericht, der sich auch auf 2017 bezieht, greifen weltweit 271 Millionen Menschen zu Drogen wie Cannabis, Kokain, Opium oder zu synthetischen Substanzen. Im Vergleich zu 2009 sei die Zahl der Drogennutzer damit um 30 Prozent gestiegen. 5,5 Prozent der Weltbevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren hätten 2017 Drogen genommen.

Meistgenutzte Droge bleibt Cannabis

Die am häufigsten genutzte Droge bleibt Cannabis. Schätzungsweise 188 Millionen Menschen greifen laut UN zum Haschisch. Einen gewissen Erfolg verzeichnen die Drogenbekämpfer auf dem Gebiet der Designer-Drogen. Die Zahl der neuen Substanzen sei zurückgegangen und generell spielten die sogenannten Neuen psychoaktiven Substanzen (NPS) nicht die vor einiger Zeit befürchtete Rolle.

Die Zahl der Drogensüchtigen, die eine medizinische Behandlung brauchen, ist deutlich von rund 30 auf 35 Millionen gestiegen. Dies sei eine Folge neuer Erhebungen aus den besonders bevölkerungsreichen Ländern Nigeria und Indien, teilten die Vereinten Nationen (UN) bei der Vorlage des Weltdrogenberichts mit.

Lesen Sie auch:
Cannabis: Tägliches Kiffen erhöht Risiko für Psychosen um das Fünffache

Expertin: „Heroin ist zurück“

Besonders dramatisch sei aufgrund der neuen Erkenntnisse zu Nigeria und Indien der Anstieg der Konsumenten von Opioiden mit einem Plus von 56 Prozent im Vorjahresvergleich. Darunter fallen Heroin und auch synthetische Substanzen. Generell meinte die UN-Expertin Angela Me: „Heroin ist zurück.“ Darüber hinaus habe die illegale Herstellung von Kokain ein Allzeit-Hoch mit fast 2000 Tonnen erreicht. Wichtigstes Land für die Produktion bleibt Kolumbien.

Eine der tödlichsten Drogenkrisen erleben den Angaben zufolge die USA und Kanada. In den USA starb laut UN-Bericht 2017 die Rekordzahl von 70.000 Menschen an einer Überdosis Drogen, allein 47.600 an einer Überdosis von Opioiden. „Überdosen haben ein epidemisches Ausmaß erreicht“, sagte Me. Im Zentrum stünden dabei synthetische Drogen wie Fentanyl und ähnliche Stoffe.

Drastischer Anstieg Opioide in Afrika

Zugleich nehme in großen Teilen Afrikas die Nutzung des Opioids Tramadol deutlich zu. Innerhalb weniger Jahre sei die beschlagnahmte Menge von wenigen Kilogramm auf 215 Tonnen gestiegen. Dieses an sich wichtige Schmerzmittel werde zum Beispiel in Nigeria in Drogenlaboren mit hoher Konzentration gezielt für den illegalen nicht-medizinischen Markt hergestellt. Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas nehmen nach UN-Angaben vier Millionen Menschen Tramadol aus Suchtgründen.

Lesen Sie hier:
Ex-Junkie warnt mit Schockbildern vor Heroin

Opioide seien zu leicht verfügbar – viele Abhängige

Das Beispiel zeige den schmalen Grat, auf dem sich die Gesellschaft bewege. „Es ist wichtig, dass Menschen, die aus medizinischen Gründen Opioide brauchen, Zugang dazu haben“, sagte Me. In den USA und Kanada seien die Substanzen aber sehr leicht verfügbar. Der umfangreiche Zugang zu Schmerztabletten ohne dringende Notwendigkeit sei einer der Gründe, warum nun Millionen von Menschen abhängig von Opioiden seien, so Me.

Die UN beklagen, dass statistisch nur einer von sieben Drogenabhängigen mit schweren gesundheitlichen Störungen behandelt wird. Dies gelte vor allem für die Situation in Gefängnissen, wo es kaum vorbeugende Maßnahmen gebe, um die Gefahr einer Ansteckung mit HIV, Hepatitis C oder Tuberkulose zu verringern. Nur elf Länder hätten zumindest ein Gefängnis, in dem saubere Injektionsnadeln zur Verfügung stünden. 83 Länder böten eine solche Vorbeuge-Maßnahme dagegen gar nicht an.

Lesen Sie auch:
Suchtexperten warnen vor falschen Prioritäten im Kampf gegen Drogen

Von RND/dpa

Die Schwangerschaft ist ein Ausnahmezustand – und das gilt häufig auch für die Ernährung. Viele Frauen glauben, ab sofort für zwei essen zu müssen. Stimmt das? Und wie sieht die optimale Ernährung für Mutter und Kind aus?

26.06.2019

Ob es mit dem Auto in den Urlaub oder zum Wochenendausflug geht: Viele wollen ihre Fahrräder mitnehmen. Wer dafür einen Träger für die Anhängerkupplung kaufen will, sollte vorher die Waage herausholen.

26.06.2019

Wenn die Temperaturen steigen, hoffen viele Schüler auf Hitzefrei – doch wie viel Grad müssen dafür erreicht werden? Und wer entscheidet, wann der Unterricht ausfällt?

26.08.2019