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Wissen Mikroplastik: Wöchentlich eine Kreditkarte im Körper
Nachrichten Wissen Mikroplastik: Wöchentlich eine Kreditkarte im Körper
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16:31 22.08.2019
Die Vorkommen von Mikroplastik im Trinkwasser und seine etwaigen gesundheitlichen Auswirkungen müssen nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch viel genauer untersucht werden. Das gelte für die Verbreitung dieser Partikel und auch für die Risiken, teilte die WHO am 21.08.2019 in Genf mit. Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation ist nicht gerade zimperlich mit ihren Warnungen: Im vergangenen Jahr erst warnte sie vor dem Verzehr von Alkohol und seinen tödlichen Folgen. Drei Jahre zuvor waren es die Fleischesser, denen die Ergebnisse der damaligen Studie noch immer in den Ohren klingen dürfte: Damals warnte die WHO vor dem Folgen des Fleischverzehrs im Allgemeinen und im Besonderen. Die westliche Genussgesellschaft reagierte auf die Hiobsbotschaften mit einer Mischung aus Humor, Häme und Ernsthaftigkeit. Manche etwa bestellten mit einem "Jetzt erst recht" trotzig das nächste Steak - oder griffen fatalistisch lächelnd zur nächsten Zigarette.

WHO-Studie: Kein Anlass zur Erleichterung

Dass nun ausgerechnet die zur Vorsicht neigende WHO am Donnerstag Entwarnung bei den Auswirkungen von Mikroplastikpartikeln auf den menschlichen Körper durch Trinkwasser gab, mag zunächst viele erleichtert haben. Schließlich vergeht im Jahr 2019 kein Tag ohne Negativschlagzeilen über den verstörend schlechten Zustand der Welt. Zwischen schmelzenden Polkappen, brennenden Urwäldern und Hitzewellen könnten wir gute Nachrichten dringend gebrauchen.

Doch einen Anlass zur Erleichterung bietet die Studie der WHO in Wirklichkeit nicht. Das hat einen einfachen Grund: Die Wissenschaftler konnten mit bisherigen Forschungsmethoden schlicht noch keine weiteren Ergebnisse vorweisen, außer, dass die menschlichen Schleimhäute nach Angaben der Forscher offenbar eine recht stabile Barriere gegen Mikroplastik bilden.

Langzeitstudien zum Thema, die einen wirklichen Hinweis auf das Zusammenwirken von Plastik und menschlichem Körper geben, stehen beispielsweise noch aus. Der Verdacht der Forscher, dass die Aufnahme von Plastik Auswirkungen auf den Organismus haben kann, ist auch noch nicht widerlegt. Wer jetzt meint, dazu wäre jetzt alles gesagt, kann gern mal einen Blick in die Geschichte werfen, etwa in die späten Sechzigerjahre, als der Mensch noch fest davon überzeugt war, das Rauchen könnte dem menschlichen Körper nichts anhaben. Der Zusammenhang mit zahlreichen Krebserkrankungen wurde erst Jahre später hergestellt.

Sehen wir uns um: Mikroplastik ist wirklich überall

Will man der Studie der WHO etwas Positives abgewinnen, könnte man sie wie folgt deuten: Der Mensch, dem mit Blick auf die Ressourcen der Erde die Zeit davon läuft, hat in puncto eigene Gesundheit vielleicht etwas Zeit gewonnen. Er sollte sie dringend zum Handeln nutzen - und den Ausstoß von Mikroplastik reduzieren.

Denn Mikroplastik befindet sich mittlerweile überall: Die Teilchen von einer Größe unter 5 Millimetern stecken in der Atemluft, im Trinkwasser, in Salz, Bier und in Schalentieren. Selbst, wer in den Alpen frisches Wasser direkt aus der Quelle trinkt, nimmt zwangsläufig Mikroplastik auf. Bis zu fünf Gramm der Partikel gelangen auf diese Weise innerhalb einer Woche in den Körper. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte. Na dann, guten Appetit. Vergessen wir das mit der frischen Luft.

Im Jahr 2017 sind nach Angaben der WHO weltweit rund 348 Millionen Tonnen Plastik, ohne Berücksichtigung der Produktion von Fasern, angefallen. Diese Menge werde sich angesichts des Bevölkerungswachstums, des Verbrauchs und des Wegwerfverhaltens bis 2025 verdoppeln und bis 2050 wohl verdreifachen. Wenn wir schlau sind, greifen wir dieses Mal nicht fatalistisch lächelnd zur nächsten Plastiktüte.

Von Dany Schrader/RND

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