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Nachrichten Wissen Wladimir Putin will Station auf Mond einrichten
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08:51 15.04.2013
Von Ralf Volke
Der russische Präsident Wladimir Putin will eine feste Station auf dem Mond einrichten. Quelle: dpa
Moskau

Ein wenig klingt es wie die Rhetorik aus längst vergangenen Zeiten: Man müsse den Vorsprung anderer Nationen bei der Erforschung des Weltraums einholen, forderte am Wochenende der russische Präsident Wladimir Putin. Sein einstiger amerikanischer Kollege Dwight D. Eisenhower hatte es ganz ähnlich ausgedrückt, als die damalige Sowjetunion 1957 den ersten Sputnik ins All geschossen und damit bei den Amerikanern einen Schock ausgelöst hatte.

Obgleich der Kalte Krieg längst zu Ende und die Präsenz im Weltraum seit Jahrzehnten ganz normal geworden ist, herrscht bei dem Thema offensichtlich noch immer das Konkurrenzdenken der fünfziger und sechziger Jahre vor. Eigentlich hatte man dieses Denken mit der Errichtung der internationalen Raumstation ISS seit 1998 überwinden wollen. Doch dieser Außenposten der Menschheit, wie die ISS gern genannt wird, bleibt bislang das einzige wirklich internationale Projekt im All. 

Putin scheint es ernst zu meinen. Jedenfalls will er 40 Milliarden Euro für neue Raumschiffe ausgeben. Das stellt die Pläne und vor allem die finanziellen Möglichkeiten der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa deutlich in den Schatten. Und um die Bedeutung des Themas zu unterstreichen, besuchte Putin jetzt demonstrativ die Baustelle von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny im Osten des Landes – und das am Jahrestag des historischen Fluges von Juri Gagarin ins All 1961.

Das sollte vermutlich unterstreichen, dass es Russland keineswegs nur um die lukrativen Aufträge für die Satellitenbeförderung in den erdnahen Raum geht (darum natürlich auch), sondern um sehr viel weiter reichende Pläne. Bis 2020 will Moskau einen Russen auf den Mond schicken, und bis 2030 sogar eine feste Mondstation errichten. Und selbst das soll nur ein Zwischenschritt sein – auf dem Weg zu einem bemannten Flug zum Mars. „Der Mond ist eine großartige  Abschussrampe. Er ist im Grunde ein großes Weltraumobjekt, auf dem eine ganze Menge an Sachen untergebracht werden können. Ihn nicht zu nutzen wäre eine Sünde“, sagte der Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin.

Bislang allerdings sind die Russen, die nach der Einstellung des amerikanischen Shuttle-Programms derzeit die einzigen sind, die Astronauten zur ISS bringen können, noch sehr weit entfernt von ihren hochtrabenden Plänen. Ihre Marssonde „Fobos-Grunt“, die eigentlich sogar mit Bodenproben des Roten Planeten zur Erde zurückkehren sollte, kam 2011 nach dem Start nicht einmal über den Erdorbit hinaus und verglühte über dem Pazifik. Ein bemannter Flug zum Mars ist weit aufwendiger – so aufwendig, dass ihn nach Ansicht der meisten Raumfahrtexperten vermutlich keine Nation im Alleingang wird unternehmen können.

(mit: dpa)

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