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Wissen Wie viel ist ein Bein wert? Die Gliedertaxe der Versicherer
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16:45 14.08.2019
Wer ein Bein verliert, kann je nach Police, Zahlungen seiner Unfallversicherung erhalten.
Hamburg/Düsseldorf

Versicherungen berechnen mit der sogenannten Gliedertaxe den Invaliditätsgrad eines Unfallopfers. Je wichtiger das Körperteil ist, umso höher ist die Versicherungssumme. Sportler brauchen beispielsweise ihre Beine, um ihren Job, den Sport, auszuüben. Deshalb versichern sie einzelne Körperteile besonders hoch. Sollte den Beinen von Cristiano Ronaldo also etwas zustoßen, springt seine private Versicherungen ein.

Kosten richten sich nach der Gliedertaxe

Je nach Invaliditätsgrad würde von der privaten Unfallversicherung entschieden werden, wie viel Geld sie zurückbekommen würden. Die Kosten richteten sich dann nach der sogenannten Gliedertaxe. „Von diesem Invaliditätsgrad hängt ab, in welcher Höhe eine Leistung auf Basis der vereinbarten Versicherungssumme ausbezahlt wird", erklärt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten. Der Versicherer ordnet Gliedmaßen, Sinnesorganen und den inneren Organen für deren Verlust oder dauernde Invalidität feste Prozentsätze zu.

Gliedertaxe: Gibt es Unterschiede bei den Versicherungen?

„Jeder Unfallversicherer bestimmt seine Gliedertaxe selbst", erklärt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Viele Versicherer richten sich nach den Empfehlungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit, zum Beispiel eines Auges, gilt ein Invaliditätsgrad von 50 Prozent – bei einem Fuß von 40 Prozent. Der Verlust des Geruchssinns macht 10 Prozent und des Gehörs auf einem Ohr 30 Prozent aus. Allerdings seien die Richtwerte des GDV nur Mindestempfehlungen. Einige Versicherer legen auch höhere Werte in ihren Klauseln fest, sagt Weidenbach.

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Invaliditätssumme: So kommt der Betrag zusammen

Angenommen, es geht um die Invaliditätssumme von 100.000 Euro. Nun ist ein Daumen bei einem Unfall vollständig verloren gegangen oder zu 100 Prozent beeinträchtigt. Die vertraglich vereinbarte Gliedertaxe dafür beträgt 20 Prozent. Die Entschädigung beläuft sich demnach auf 20 000 Euro. Ein vollständig funktionsunfähiger Arm bedeutet einen Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent. Ist er um ein Zehntel in seiner Funktion beeinträchtigt, ergibt das einen Invaliditätsgrad von 7 Prozent. „Abzüge gibt es auch dann, wenn Krankheiten oder Gebrechen am Verlust oder der Funktionsunfähigkeit mitgewirkt haben", erklärt GDV-Expertin Beate Weiße. Grundlage dafür sei ein medizinisches Gutachten.

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Höherer Invaliditätsgrad durch unterschiedliche Verletzungen?

Wenn Verletzungen an unterschiedlichen Gliedmaßen auftreten – etwa rechtes Handgelenk, linkes Bein und ein Auge – dann legt ein medizinischer Gutachter den Invaliditätsgrad für jede Verletzung fest. „Von jedem Invaliditätsgrad werden eventuelle Krankheiten oder Vorschädigungen abgezogen und dann die Ergebnisse addiert", erläutert Weiße. Der Invaliditätsgrad kann aber nicht mehr als 100 Prozent betragen. Sollten Versicherer und Kunde eine Progression vereinbaren, steigen die Versicherungsleistungen bei höheren Invaliditätsgraden an. Es komme bei Vollinvalidität ein Vielfaches der Versicherungssumme zusammen.

Wichtig: Bestehende Versicherungen prüfen

Bei der Kalkulation sollte man die aktuellen Lebensverhältnisse und bereits bestehende Versicherungsverträge berücksichtigen. Es ist laut Frenz wichtig, sich individuell beraten zu lassen. „Bei Berufstätigen kann man sich an dem Alter und dem Einkommen orientieren", sagt Frenz. Die Grundinvaliditätssumme sollte bei Personen bis 30 Jahren circa das Sechsfache des Bruttojahreseinkommens betragen – bei bis 40-Jährigen das Fünffache und bis 50-Jährigen das Vierfache.

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RND/dpa

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