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Wissen Wer weniger grübelt, lebt länger
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12:00 19.10.2019
Eine neue Studie zeigt: Mit Leerlauf im Oberstübchen gibt's länger Rente - aber wie stellt man das Grübeln ab? Quelle: VanHope - stock.adobe.com

Gute Nachricht für alle Blitzbirnen mit Pech beim Denken: Wer weniger grübelt, lebt länger. Das ist das Ergebnis einer Studie der Thorsten-Legat-Universität, Verzeihung: der Harvard Medical School. Danach verkürzt sich die Lebensdauer, je härter die Nervenzellen im Gehirn schuften müssen. Umgekehrt verlängert sich das Leben, je weniger Aufwand das Hirn betreibt, um den Probanden unfallfrei durch den Tag zu kriegen. Man könnte auch sagen: Im intellektuellen Nichtschwimmerbereich ertrinkt man später.

Natürlich wussten wir immer: Selig sind die geistig Armen. Rückenmarksgesteuerte Hominide sind klar im Vorteil, weil sie - unbelastet von der Sehnsucht nach Erkenntnis - das Wissen um die Schlechtigkeit der Welt nicht niederdrückt. Doch dass Doofheit das Leben nicht nur erleichtert, sondern sogar verlängert, ist neu. Daraus freilich den Schluss zu ziehen, dass die Intelligenz in umgekehrt proportionalem Verhältnis zum Lebensalter steht, wäre falsch. Auch alte Menschen können sehr klug und junge Menschen sehr dämlich sein.

Selbst Pietro Lombardi hat Gedanken

Es gilt das Motto: Wer die Ruhe bewahrt, behält die Nerven. Wortwörtlich. Die Zellen sterben später. Mit Leerlauf im Oberstübchen gibt's länger Rente. Bei übermäßiger Neuronenaktivität dagegen droht ein früher Grübeltod.

Das Problem: Grübeln ist kein aktiver Vorgang. Niemand wird je sagen: „Morgen habe ich keine Zeit, da bin ich am grübeln.“ Es geschieht einfach. Es würde ja auch keiner jemals denken: „Heute Nachmittag lass ich mir mal so richtig die Haare wachsen!“ Grübeln passiert von selbst. Gegen jede Vernunft. Menschen gehen bis zu 80.000 Gedanken pro Tag durch den Kopf. Selbst Pietro Lombardi dürfte auf eine höhere dreistellige Summe kommen.

Geistige Einöde verlängert das Leben: MRT-Innenaufnahmen eines Gehirns.

Eine halbe Stunde "Berlin Tag & Nacht" entleert das Hirn

Wie also können wir das Denken stoppen, um länger zu leben? Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Hirnentleerung:

  • Wir gucken eine halbe Stunde „Berlin Tag & Nacht“.
  • Wir suchen nach einem tieferen Sinn im Schaffen von Donald Trump.
  • Wir schreiben eine Kolumne und gucken so lange aus dem Fenster, bis uns eine Schlusspointe einfällt.
  • Oder wie machen es wie Homer Simpson und sagen einfach: „Halt die Klappe, Gehirn, oder ich pikse dich mit ’nem Q-Tip!“

Nichts gegen Gehirne. Es ist ja grundsätzlich schön, wenn es zwischen den Ohren nicht zieht. Im Detail aber hat die Evolution versagt. Warum funktioniert so ein Gehirn zum Beispiel nur zwischen 35 und 42 Grad Celsius leidlich, wo doch jeder Dacia Logan Eiseskälte und Wüstenhitze aushält? Und warum vergisst mein Gehirn Wichtiges sofort, Unwichtiges aber merkt es sich locker bis zur finalen Außerdienststellung? Ich habe zum Beispiel ein Namensgedächtnis wie ein Schrank. Neue Nachbarn können sich statt bei mir ebenso gut bei meinem Schrank vorstellen. Wahrscheinlich kann sich mein Schrank den Namen noch besser merken als ich. Holz lebt ja. Dafür weiß ich, dass Dolly Buster mal beim Bundesgrenzschutz gejobbt hat. Das hilft im Leben selten weiter. Es führt direkt in die soziale Isolation, dem neuen Nachbarn zu sagen: „Sorry, ich habe jetzt Ihren Namen vergessen, aber wussten Sie, dass Dolly Buster mal beim Grenzschutz war?“

Das menschliche Gehirn ist sehr gut darin, sich nutzlose Dinge zu merken. Wussten Sie, dass Dolly Buster mal beim Grenzschutz war? Quelle: imago images / Lindenthaler

Die Seidenspinnerraupe hat elf Gehirne

Was auch gegen Grübeln hilft: Ablenkung. Zum Beispiel mit Fakten. Das menschliche Gehirn leitet Informationen mit 432 Kilometern pro Stunde weiter. Die Hirnnervenbahnen sind insgesamt 5,8 Millionen Kilometer lang. Eine Information bräuchte von A nach B also länger als 13 000 Stunden, falls sie die gesamte Strecke zurücklegt. Und falls nichts dazwischenkommt. In 13 000 Stunden kommt aber immer was dazwischen. Wussten Sie, dass Mönchengladbach bis 1960 München-Gladbach hieß? Bis heute können sich viele Menschen den neuen Namen nicht merken. Oder wussten Sie, dass der Bau eines einzigen Autobahnkilometers 26 Millionen Euro kostet? Wenn die Nervenbahnen des Gehirns Autobahnen wären, hätten sie also 150 Billionen Euro gekostet! Das ist doch viel zu viel! Dolly Buster dagegen ... Wo war ich? Ablenkung.

Die Seidenspinnerraupe hat sogar elf Gehirne. Wahrscheinlich lebt sie deshalb nur sechs Wochen. Quallen haben es da leichter. Quallen haben kein Blut, kein Gehirn und kein Herz. Sie wären also perfekte Anlageberater. Trotzdem haben Sie 650 Millionen Jahre überlebt. Wobei mir unklar ist, woher man das eigentlich wissen will. Können wir ja nicht nachprüfen. Uns gab’s damals noch nicht. Außer Quallen gab’s sowieso nicht viel, und ohne Zeitzeugen können Quallen ja behaupten, was sie wollen. Trotzdem sind Quallen sehr populär. Hirnlosigkeit hat eben noch nie vor Ruhm geschützt. Viele Menschen finden es schön, wenn Quallen schwerelos durchs Wasser gleiten wie Carmen Geiß auf Schnorcheltour in der Karibik.

Geistige Einöde verlängert das Leben

Seine besten Leistungen erbringt das menschliche Gehirn bei Außentemperaturen zwischen 18 und 22 Grad. Darüber und darunter ist mit Einschränkungen zu rechnen. Bei Hitze erwärmt sich der Kopfinhalt und kann gefährlich anschwellen. Das Denkvermögen nimmt rapide ab, der Organismus wechselt in den „Notfallmodus“ und schaltet wie bei „Apollo 13“ alle Systeme ab, die nicht zum Überleben gebraucht werden. Die Folge: Der Geist kippt in den anaeroben Bereich wie ein stehendes Gewässer im August, nur ohne Frösche.

Dafür wissen wir ab sofort: Geistige Einöde verlängert das Leben. Oder wie Thorsten Legat sagen würde: Man darf sich nicht beirren lassen von seiner Kompetenz.

Von Imre Grimm/RND

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