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Wissen Clowns in Kliniken – „Man erkennt das Glück in ihren Augen“
Nachrichten Wissen Clowns in Kliniken – „Man erkennt das Glück in ihren Augen“
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08:00 21.03.2019
Gerade für Kinder ist ein Krankenhausaufenthalt wenig spaßig: Klinikclowns versuchen, das zu ändern. Quelle: dpa
Hannover

Klinikclowns bringen mit roten Nasen und bunten Kostümen regelmäßig das Lachen dorthin, wo es eigentlich nicht viel zu lachen gibt: in Hospize, Seniorenheime und Krankenhäuser. In Deutschland gibt es etwa 30 Klinikclown-Vereine und -Gruppen. Die meisten von ihnen finanzieren sich beinahe ausschließlich über Spenden – im Vordergrund steht, den Patienten einen Moment des Glücks zu schenken.

Die Arbeit als Klinikclown

Für viele ist die Arbeit als Klinikclown mehr als nur ein Job – unter anderem wegen ihrer Bindung zu den Patienten. Die Kranken- oder Seniorenzimmer werden in einem regelmäßigen Rhythmus, beispielsweise wöchentlich, besucht. „In der Regel gehen wir paarweise in ein Krankenhaus“, erklärt Psychologin und Clownin Julia Wiegmann. „Bevor wir in die Umkleide gehen und uns umziehen, gibt es ein Übergabegespräch mit Infos zu Hygiene, Geburtstagen und Besonderheiten des Tages.“ Dann machen sich die Clowns warm. Ein vorbereitetes Stück das aufgeführt wird gibt es nicht. „Die Spiele sind sehr individuell und beginnen in dem Moment, wo die Begegnung stattfindet“, so Wiegmann. Hierbei richtet sich vieles nach der Altersklasse der Patienten: Bei Kindern setzen Klinikclowns oft auf Seifenblasen oder bunte Lichtmomente während bei Senioren viel mit Musik gearbeitet wird.

Die Rolle eines Clowns in Krankenhäusern

Die Begegnung mit Klinikclowns ist für viele ein Moment der Erholung: Die Künstler sind oft die einzigen, die nicht über die Krankheit eines Patienten sprechen oder – wie Ärzte und Pfleger zum Beispiel – ihn untersuchen wollen. „Für uns ist es auch nicht hilfreich, die Diagnosen und Prognosen zu kennen. Der Clown will nicht wissen, was morgen passiert, sondern in dem Moment leben und ihn genießen“, erklärt Wiegmann.

Ein Job voller Glücksmomente

Ob ein lautes, herzhaftes Gelächter oder ein kleines Lächeln: Der Job eines Klinikclowns ist voll von Glücksmomenten. Oft bauen die Künstler über intensiven Augenkontakt Vertrauen zu den Patienten auf. „Man erkennt das Glück im Lächeln der Menschen – und in ihren Augen. Vieles läuft bei uns über Blicke“, so Wiegmann. In den Augen lässt sich Freude nicht verbergen: Ähnlich wie bei Dunkelheit oder Erregung, kann ein Glücksgefühl dazu führen, dass sich die Pupillen um das Vierfache erweitern.

Was passiert beim Lachen?

Lachen tut gut: Es ist Balsam für die Seele und nachweislich die beste Medizin gegen viele körperliche Beschwerden. Wer viel lacht, nimmt deutlich mehr Sauerstoff auf, kann sich besser konzentrieren und regt so die Durchblutung an – und das wiederum wirkt sich positiv auf das Herz und den Kreislauf aus. Außerdem werden beim Lachen Glückshormone, sogenannte Endorphine, ausgeschüttet. „Das trägt auch zur Entspannung bei. Wer lacht, denkt nicht gleichzeitig an etwas Schreckliches“, meint Clownin Wiegmann.

Lachen als Heilungsprozess

Ein Clown vermittelt positive Gefühle und macht Mut. „Wir wollen zeigen, dass das Leben auch schöne Seiten hat“, so Wiegmann. „Bei Demenzkranken bemerke ich oft, dass sie durch uns unheimlich aktiviert werden. Sie laufen uns hinterher, singen Lieder mit oder machen Quatsch.“ Davon profitiert auch das Umfeld: Oft freuen sich besonders Familienangehörige über die Entwicklung und fühlen sich entlastet. Auch Ärzte spielen teilweise mit, wenn ein Clown im Raum ist.

Was bedeutet Glück?

Glück ist individuell: Es ist eine Sammelbezeichnung für alle Arten von Gefühlen, die man als positiv einschätzt. Für die Patienten, denen die Clowns Mut machen wollen, hat Glück oft mit Hoffnung zu tun. „Es geht darum, wertgeschätzt zu werden und sich selbst schätzen zu können. Gerade im Krankheitsalltag brauchen wir Menschen, die etwas in uns auslösen – so dass wir uns angenommen und gut fühlen“, meint Wiegmann.

Von RND/jo

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