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Wissen Meermobil soll Schülern die Ozeane nahebringen – auch im Binnenland
Nachrichten Wissen Meermobil soll Schülern die Ozeane nahebringen – auch im Binnenland
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10:27 05.08.2019
Die promovierte Meeresbiologin Frauke Bagusche hält Vorträge, hat gerade ein Buch geschrieben und plant ein „Meermobil“ für Schüler. Quelle: HONKPHOTO/HOLGER KIEFER/dpa
Saarbrücken/Trier

„Thalassophil“ ist das Wort, das sie selbst am besten beschreibe, sagt Frauke Bagusche. Damit werden Organismen bezeichnet, die bevorzugt am oder im Meer leben. Für die 41-Jährige, die seit einigen Jahren in Saarbrücken zu Hause ist, ist das zwar nur schwer möglich, gleichwohl dreht sich in ihrem Leben fast alles um das Meer, das „blaue Wunder“.

Als promovierte Meeresbiologin hat sie ihre Leidenschaft aus Kinderzeiten zum Beruf gemacht. Nun will sie auch andere Menschen mit dieser Begeisterung anstecken und sie gleichzeitig dazu animieren, den einzigartigen Lebensraum zu schützen. Dazu hat die Wissenschaftlerin nicht nur ein Buch („Das blaue Wunder“) geschrieben, sondern plant auch ein besonderes Projekt für Schulen: das „Meermobil“. Mit ihrer Trierer Kollegin Angela Jensen hat sie dafür den Verein „The Blue Mind“ gegründet. Das Ziel der beiden Frauen: Sie wollen Meer-Wissen auch an jene Orte tragen, die weitab vom Meer liegen – wie etwa das Saarland.

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Kindern die Bedeutung des Meeres nahelegen

„Bildung ist das Wichtigste“, sagt Bagusche. Speziell Kinder und ihre Lehrer möchte sie daher durch Schulungen und Workshops zu einem nachhaltigen Handeln anregen – gemäß ihrem Lieblingsmotto des senegalesischen Umweltschützers Baba Dioum: „Letztendlich werden wir nur schützen, was wir lieben. Wir werden nur lieben, was wir verstehen. Und verstehen können wir nur, was man uns lehrt.“

Das „Meermobil“, das sich 2020 auf den Weg zu Schulen im ganzen Land machen soll, wird nach Auskunft von Bagusche das erste in Europa sein. Dabei handelt es sich um einen Kleinbus, der nicht nur Anschauungsmaterial, Bücher und technisches Equipment für Filme und Vorträge enthält, sondern auch mit Mikroplastiknetzen und Mikroskopen ausgestattet ist. Mit Kindern und Jugendlichen wollen die beiden Meeresbiologinnen dann Experimente an Flüssen und Bächen durchführen – auch, um zu schauen, was hier lebt und wie viel Plastik sich in diesem Wasser befindet.

Die untrennbare Verbindung mit dem Ozean

„Unsere Gewässer landen irgendwann im Meer, diese Verbindung möchten wir herstellen“, sagt Bagusche. Schließlich seien die Menschen untrennbar mit den Ozeanen verbunden: „Das fängt bei unserer Atmung an und hört mit unserer Entscheidung auf, was wir kaufen. Denn mein Motto ist: Meeresschutz fängt zu Hause an, egal wo. Ob auf Usedom, in Köln oder in Saarbrücken.“ In Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien sollen in den Wintermonaten dann vor allem Lehrerfortbildungen stattfinden.

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Vermüllung der Meere: Umdenken muss her

Einige Großsponsoren hat sie für das Projekt bereits gefunden, zudem rechnet sie mit öffentlicher Förderung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland begrüßt Bagusches Initiative: „Wir verbinden mit dem „Meermobil“ die Hoffnung, dass durch die authentische Darstellung in viel größerer Intensität das Thema „Vermüllung der Meere“ nicht nur in den Köpfen verweilt, sondern auch in veränderten Handlungsgewohnheiten einen Niederschlag findet“, erklärt BUND-Gewässerspezialist Steffen Potel.

Immer wieder hat Bagusche mit Entsetzen selbst gesehen und erlebt, welche Auswirkungen die Vermüllung der Meere hat. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihr nicht nur sterbende Fische und Schildkröten, sondern auch die Erfahrungen auf dem Schiff „Aquapower-Expedition“ von Windsurfer Florian Jung, mit dem sie 2015 knapp 10 000 Kilometer unterwegs war. Ob in der Karibik, im Atlantik oder Mittelmeer: Überall und jedes Mal sei ihr Plankton-Netz voll mit Mikroplastik gewesen.

Plastikverbot ab 2021: „Endlich wird etwas getan“

Das Einwegplastik-Verbot, das ab 2021 in der EU greifen soll, müsse ihrer Ansicht nach zwar viel eher kommen, sei aber ein Schritt in die richtige Richtung, sagt die Biologin. Schließlich landeten pro Jahr bis zu 12,7 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren und man nehme an, dass sich die Zahl bis 2030 verdopple und bis 2050 gar vervierfache.

„Das Gute an dem Verbot ist, dass endlich etwas auf politischer Ebene getan wird und Veränderungen, auch im Alltag, sichtbar sind“, sagt Bagusche. „Es findet ein Umdenken statt.“

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Von RND/dpa

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