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Wissen Studie: Fast 320.000 Kita-Plätze fehlen in der U3-Betreuung
Nachrichten Wissen Studie: Fast 320.000 Kita-Plätze fehlen in der U3-Betreuung
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10:48 30.09.2019
Kleinkinder spielen in einer Kindertagesstätte in Sachsen-Anhalt Foto: Quelle: Jens Wolf/zb/dpa
Berlin

Trotz einer wachsenden Zahl an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahre gibt es weiterhin eine Versorgungslücke in Deutschland. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln teilte mit, derzeit fehlten nach einer aktuellen Studie fast 320.000 U3-Plätze. Im Jahr 2014 hatte die Lücke noch bei 190.000 Plätzen gelegen.

Diese Entwicklung sei nach Angaben des IW darauf zurückzuführen, dass der Bedarf für Betreuungsplätze für Kleinkinder um rund 290.000 Plätze oder gut ein Drittel höher liege als noch 2014.

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Der Osten hat die geringsten Betreuungslücken

Die Betreuungslücke ist in Bremen mit 20 Prozent am größten, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen (beide 18 Prozent). Am geringsten ist die Unterversorgung in Mecklenburg-Vorpommern (vier Prozent) sowie Sachsen-Anhalt und Thüringen (beide fünf Prozent). Insgesamt ist die Lage im Osten mit einer Betreuungslücke von knapp neun Prozent deutlich günstiger als im Westen (14 Prozent).

Ursache für die Versorgungslücke ist die gestiegene Geburtenzahl: Lebten Ende 2013 etwa zwei Millionen unter Dreijährige in Deutschland, waren es 2018 Jahr knapp 2,4 Millionen. Neben der steigenden Geburtenrate sei auch die Zuwanderung ein Grund für diese Entwicklung, sagte IW-Wissenschaftler Wido Geis-Thöne.

Für Familien in Deutschland sei es zudem immer selbstverständlicher geworden, ihre Kinder bereits vor dem dritten Geburtstag betreuen zu lassen. Dies wünschten sich laut der Untersuchung im vergangenen Jahr fast 48 Prozent der Eltern von Kleinkindern. Vier Jahre davor waren es 42 Prozent gewesen.

Seit 2013 haben Eltern für Kinder ab einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, ab dem vollendeten dritten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Kita-Platz.

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Keine Nachlässigkeit beim Kita-Ausbau

Den für die Bereitstellung der Plätze zuständigen Kommunen sei diese Entwicklung durchaus bewusst, hieß es weiter. So hätten sie die Zahl der Betreuungsplätze für unter Dreijährige zwischen März 2014 und März 2019 um rund 155.000 auf 818.000 ausgebaut. Gleichwohl sei der Bedarf noch gestiegen.

„Die Zahl der tatsächlich benötigten Kita-Plätze liegt aber deutlich höher, da unter Dreijährige, die von Tageseltern betreut werden, nicht in den Bedarf eingerechnet werden“, sagte Geis-Thöne. So seien etwa in Nordrhein-Westfalen fast ein Drittel der betreuten U3-Kinder in der Obhut von Tageseltern. Der IW-Experte forderte von den Kommunen, beim Kita-Ausbau „nicht nachlässig“ zu werden.

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RND/epd

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