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06:00 16.11.2018
Das Kompostklo wird auf dem Gartenkompost entleert. Quelle: Anja Klein
Hannover

In unserer Laube gibt es ein abgetrenntes Örtchen mit einer Komposttoilette. Das gute Stück haben wir samt rosa Fliesen vom Vormieter übernommen. Unser Modell ist nicht besonders hübsch, aber ausgesprochen funktional. Im Gegensatz zur Chemietoilette, die aufgrund ihrer chemischen Substanzen in der Regel nicht in Gartenkolonien erlaubt ist, ist das Ökoklo äußerst umweltverträglich. Und es gibt noch weitere Vorteile: Man muss sich keine Gedanken machen über die Abwasserentsorgung. Die Trockentoilette riecht außerdem nicht, muss selten geleert werden – und liefert uns wunderbaren Kompost. Die angesammelten menschlichen Abfallstoffe werden wieder in den Nährkreislauf im Garten zurückgeführt.

Inzwischen gibt es schönere Modelle auf dem Markt, und wir denken öfter mal über einen Austausch nach. Nur leider hat der Vorbesitzer den Urin-Auffangbehälter einbetoniert. Um diesen loszuwerden, müssten wir mit dem Presslufthammer ran, und das schreckt uns bisher ab.

Kompost-Toilette mit einfachem Prinzip

Das Prinzip einer Komposttoilette unterscheidet sich vom heimischen WC vor allem dadurch, dass nicht gespült wird. Die Hinterlassenschaften fallen direkt in einen Behälter und werden mit einer Schaufel Erde, Sägespäne, Streu oder Rindenmulch aus einem danebenstehenden Eimer bedeckt. Die Einstreu bindet Feuchtigkeit und mildert unangenehme Gerüche. Wenn der Behälter voll ist, wird er auf den Kompost entleert und muss dort reifen, bis das Material vollständig kompostiert ist. Das dauert ein bis zwei Jahre. Auf keinen Fall dürfen Exkremente vor der vollständigen Zersetzung aufs Beet gebracht werden. Erst mit der Kompostierung werden auch potenzielle Krankheitserreger zersetzt.

Fortgeschrittene Modelle trennen flüssige und feste Ausscheidungen. Urin fließt in einen Sammelbehälter und kann entsprechend verdünnt zum Düngen verwendet werden. Einige Modelle verfügen über ein System, bei dem Urin direkt in der gewünschten Verdünnung mit Gießwasser vermischt wird. Der Rest wird wie bei der einfachen Komposttoilette mit Einstreu bedeckt und, wenn der Behälter voll ist, auf den Kompost gegeben.

Ein Lüftungsrohr sorgt dafür, dass entstehende Gerüche abgeleitet werden und die Einstreu schneller trocknet. Es gibt Modelle mit strombetriebener Entlüftung. Es funktioniert aber auch ohne Strom ganz gut, solange das Rohr gerade nach oben geht.

Geruchsbelästigung aus dem Öko-Klo hält sich in Grenzen

Bei meiner Großmutter bin ich als Kind noch aufs Plumpsklo gegangen. Gut gerochen hat es dort nicht, und vor allem im Sommer war es fest in der Hand von aufdringlichen Fliegen-Großfamilien. Der Geruch von Komposttoiletten ist damit überhaupt nicht zu vergleichen. Bei der einfachen Variante, wenn Urin und Stuhlgang in einem Behälter landen, können zwar unangenehme Gerüche entstehen. Mit einer dicken Schicht Einstreu lassen sie sich aber gut unterdrücken. Einziger Nachteil: Der Behälter ist recht schnell voll und muss entsprechend oft geleert werden.

Eine Komposttoilette mit Urinabtrennung verursacht keine unangenehmen Gerüche. Je nach Einstreu riecht es dort einfach nur nach frischem Waldboden. Wir verwenden am liebsten feinen Rindenmulch. Der lässt sich gut streuen und er riecht angenehm. Da Urin, der etwa 80 Prozent der täglichen Ausscheidungen ausmacht, in einem extra Behälter gesammelt wird, muss die Komposttoilette auch nicht so oft geleert werden.

Der Kompost von der eigenen Toilette ist genauso als Dünger geeignet wie Stallmist. Urin kann direkt zum Düngen genutzt werden. Allerdings sollte man ihn mindestens im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen. Der restliche Inhalt von Trockentoiletten muss zur Nutzung mindestens ein Jahr einer Kompostierung unterzogen werden.

Gekaufte Modelle von Kompost-Toiletten sind teuer

Was nach einer Billiglösung klingt, ist am Ende tatsächlich gar nicht so preiswert: Einfache Reise-Komposttoiletten gibt es zwar schon für etwa 50 Euro, die müssen allerdings fast täglich geleert werden. Für ein einigermaßen formschönes Modell aus Holz muss man ein paar Hundert Euro investieren. Ein Eigenbau ist deutlich günstiger und lässt viel gestalterischen Freiraum. Bauanleitungen für einfache und auch für ausgereiftere Modelle findet man im Internet. Ein Eimer und eine Regentonne ohne Boden bilden die Grundkonstruktion. Mit einem Abzugsrohr werden Gerüche nach draußen geleitet. Ein gut schließender Toilettendeckel auf dem Sitz ist außerdem wichtig, damit es zu einer schnellen Kompostierung kommt. Als Verkleidung für die Trockentoilette bietet sich Holz an – das sieht gut aus und gibt dem Toilettensitz Stabilität.

Werden Fäkalien und Urin getrennt aufgefangen, reicht es meist, die Toilette einmal im Jahr zu leeren. Der gesamte Inhalt kommt dann auf den Kompost, bei uns auf den großen Sammelkompost. Der wird später mit anderem Material gemischt und neu aufgesetzt.

Von Anja Klein/RND

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