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Wissen Mit Medibus und mehr Studienplätzen gegen Ärztemangel
Nachrichten Wissen Mit Medibus und mehr Studienplätzen gegen Ärztemangel
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14:38 03.06.2019
Ein Medibus vor dem Sächsischen Landtag in Dresden. Der umgebaute Omnibus soll als rollende Arztpraxis dem Ärztemangel in den ländlichen Regionen entgegenwirken. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
Dresden

Für die Bekämpfung des Ärztemangels hat das Land Sachsen ein Bündnis mit Landesärztekammer, Kassenärztlicher Vereinigung, Krankenhausgesellschaft und AOK Plus gegründet. „Wir brauchen mehr Ärzte und neue Ansätze in der medizinischen Versorgung in Sachsen“, sagte die sächsische Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Das in Dresden vorgestellte Papier sieht unter anderem Modellprojekte wie einen „Medibus“ als rollende Arztpraxis, finanzielle Unterstützung für angehende Mediziner im Praktischen Jahr (PJ), Entlastung durch Assistenzpersonal sowie mehr Medizin-Studienplätze vor. Die Kosten für das geplante Paket liegen laut Klepsch bei rund 92 Millionen Euro.

Förderung von deutschsprachigen Studienplätzen in Ungarn

Wichtigste Forderung des Bündnisses „Wir versorgen Sachsen“ ist die Erhöhung der Medizinstudienplätze an den sächsischen Hochschulen um 100 pro Jahr. Dafür seien allein rund 20 Millionen Euro notwendig, so Klepsch. Man sei im Gespräch mit dem Finanzministerium. Die geförderten deutschsprachigen Studienplätze für Humanmedizin in Ungarn sollen auf 40 verdoppelt werden. Die Finanzierung dieser Studienplätze übernimmt den Angaben zufolge das Land Sachsen.

Nach einer aktuellen Studie des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung fehlen in Deutschland bis 2035 jährlich bis zu 6000 Studienplätze, um den Bedarf an Ärzten zu decken. „Ein entscheidender Baustein bleibt für mich zudem die Einführung einer Landarztquote“, betonte Klepsch.

Laut Klaus Heckemann, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung, zeichnet sich vor allem in den ländlichen Gebieten ein Mangel an Fach- und Hausärzten ab. Das Bündnis will daher in den sächsischen Modellregionen Weißwasser und Marienberg neue Ansätze wie Impfbusse sowie rollende Arztpraxen oder Patientenbusse testen, die Kranke zum Arzt bringen. Auch telemedizinische Lösungen sollen demnach eine Rolle spielen.

Deutsche Bahn baut eigens Busse um

Der Medibus, eine Kooperation mit der Deutschen Bahn, fährt schon in Hessen und demnächst in Teilen Norddeutschlands. Dafür hat die Sparte für den regionalen Busverkehr eigens ein Bus-Konzept entwickelt, in dem sich eine rollende Praxis für Allgemeinmedizin befindet – mit Wartezimmer, Behandlungsraum und Labor. Die Bahn vermietet das Fahrzeug und stellt den Fahrer. Ärzte, Fachpersonal und Geräte wie Ultraschall organisieren laut Konzept die einzelnen Projektpartner. Auch ein Zahnarzt-Bus ist bei der Bahn in Planung. Dieser soll dann in Ostfriesland und Südbayern getestet werden.

Von RND/dpa