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Nachrichten Wissen Risiko für Herzkrankheiten sinkt nach Rauchstopp deutlich
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08:25 22.08.2019
Nach 10 bis 15 Jahren Rauchstopp, sinkt das Risiko für Herzerkrankungen auf das eines Nichtrauchers. Quelle: dpa
Berlin

Nach 10 bis 15 Jahren sinkt das Risiko eines Ex-Rauchers für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf das eines Nichtrauchers. Eine deutliche Verminderung gebe es bereits nach fünf Jahren, berichten US-Forscher im Fachmagazin "JAMA". Meredith Duncan und ihr Team vom Vanderbilt University Medical Center (Nashville/USA) hatten Daten von Teilnehmern der Framingham-Herz-Studie ausgewertet. Diese Studie untersucht seit 1948 das Risiko für eine koronare Herzkrankheit an Bewohnern der Stadt Framingham. Die Wissenschaftler hatten Daten der ersten Studienteilnehmer sowie Daten von deren Kindern ausgewertet, die ab 1971 in die Studie einbezogen wurden.

Die Studie zeigt klar, dass es sich immer lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, selbst wenn man zu den starken Rauchern gehört.

Harm Wienbergen, Klinikum Links der Weser in Bremen

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Risiken bestehen länger als gedacht

Insgesamt lagen Daten von 8770 Teilnehmern vor, von denen 2370 stark geraucht hatten oder noch rauchten. Als starke Raucher definierten die Forscher diejenigen, die auf mindestens 20 sogenannte Packungsjahre kommen. Das entspricht dem Rauchen von einer Schachtel Zigaretten täglich für 20 Jahre. Die Wissenschaftler hatten durchschnittlich über 26 Jahre Daten der Probanden erhoben. In dieser Zeit kam es zu 2435 kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzversagen.

Die Auswertung zeigte, dass ehemalige starke Raucher nach fünf Jahren ein deutlich geringeres Risiko für eine derartige Erkrankung hatten als Raucher. Allerdings dauerte es 10 bis 15 Jahre, bis ihr Risiko auf das eines Nichtrauchers sank. Diese Zeitspanne sei länger als in einigen früheren Untersuchungen angenommen, schreiben die Wissenschaftler.

Lungenschäden oder Krebsrisiko nicht untersucht

"Bislang nahm man an, dass das Risiko sich bereits nach fünf Jahren auf das eines Nichtrauchers normalisiert", sagt Harm Wienbergen vom Klinikum Links der Weser in Bremen. Für Raucher sei die längere Zeitspanne nicht zwangsläufig eine entmutigende Erkenntnis: "Die Studie zeigt klar, dass es sich immer lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören, selbst wenn man zu den starken Rauchern gehörte." Das gelte zumindest für das Risiko von Herzerkrankungen, andere gesundheitliche Folgen des Rauchens wie Schäden an der Lunge oder Krebserkrankungen hatten die Wissenschaftler nicht berücksichtigt.

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Ex-Raucher gehören höherer Risikogruppen an

Für Ärzte seien Informationen über die Herzgesundheit ehemaliger Raucher unter anderem wichtig für die Therapieplanung, sagt der Experte auf dem Gebiet der Herzgesundheit von Rauchern. "Bislang werden Ex-Raucher nach fünf Jahren Abstinenz wie Nichtraucher behandelt. Die Studie legt nun nahe, dass sie für längere Zeit in eine höhere Risikogruppe einzuordnen sind."

Diesen Aspekt betonen auch die Studienautoren: In Ländern wie den USA, in denen die Zahl der Ex-Raucher steige, könnte deren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterschätzt werden. "Die vorliegende Untersuchung stützt die Annahme nicht, dass ehemalige Raucher nach fünf Jahren das gleiche Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben wie Nichtraucher".

Am besten vor dem 45. Lebensjahr aufhören

Die Konsequenzen seien ernüchternd, schreibt JAMA-Mitherausgeber Thomas Cole. Eine Reduzierung der Rate an kardiovaskulären Erkrankungen sei auch in Ländern mit sinkenden Raucheranteilen erst mit einer Verzögerung von 10 bis 15 Jahren zu erwarten. In Ländern wie China und Indonesien, wo immer mehr Menschen rauchten, sei noch auf lange Sicht mit einem Anstieg der Rate kardiovaskulärer Erkrankungen zu rechnen.

Kürzlich hatten australische Wissenschaftler ermittelt, dass Raucher ein etwa dreimal so hohes Risiko wie lebenslange Nichtraucher haben, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, sei bei ihnen doppelt so hoch, hatten die Forscher im Fachmagazin "BMC Medicine" berichtet. Die gute Nachricht: Wer es schaffe, vor dem 45. Lebensjahr mit dem Rauchen aufzuhören, könne etwa 90 Prozent des durchs Rauchen verursachten Risikos für Herz-Kreislauf-Probleme schwinden lassen.

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RND/dpa

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