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Wissen Wissenschaftler öffnen 1000 Jahre alten Sarkophag in Mainzer Kirche
Nachrichten Wissen Wissenschaftler öffnen 1000 Jahre alten Sarkophag in Mainzer Kirche
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11:19 04.06.2019
Ein Wissenschaftler untersucht den gerade geöffneten 1000 Jahre alten Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche. Quelle: Andrea Enderlein/epd
Mainz

In einem 1000 Jahre alten Sarkophag in der Mainzer Johanniskirche haben Forscher am Dienstag die Überreste eines Geistlichen entdeckt. Darauf deute eine Goldbordüre am Kopf und im Armbereich des Toten hin, sagte Grabungsleiter Guido Faccani nach der Öffnung des Steinsargs. Steinmetze des Mainzer Dombauamts hoben mit einem Flaschenzug die 700 Kilogramm schwere Steinplatte hoch. Ein Team von 14 Wissenschaftlern begann daraufhin mit der Untersuchung, die sorgfältig dokumentiert wird. Danach soll der Sarkophag wieder geschlossen werden, um die Totenruhe zu wahren.

Ist es der Sarg von Bischof Erkanbald?

Der steinerne Sarg aus dem 11. Jahrhundert wurde im vergangenen Jahr bei archäologischen Grabungen in der evangelischen Kirche freigelegt. Es wird vermutet, dass der Sarkophag das Grab des Mainzer Bischofs Erkanbald sein könnte, der 1021 starb. Damit wäre der Nachweis gelungen, dass St. Johannis der „Alte Dom“ von Mainz war – also die erste Kathedrale vor dem später erbauten heutigen Dom, der seit 1036 Bischofssitz ist.

In einer spektakulären Aktion haben Forscher das 1000 Jahre alte Grab in der Mainzer Johanniskirche geöffnet. In der Grabstätte werden die Überreste des ehemaligen Mainzer Erzbischofs Erkanbald vermutet. Die Grabstelle war während Grabungen in der Kirche entdeckt worden.

Eine Identifizierung der Person sei zunächst ebenso wenig möglich wie eine genaue Datierung, sagte Faccani. Im Anschluss an die archäologische Fotografie hätten Anthropologen mit der Untersuchung begonnen. Auch Experten für historische Textilien wirken mit. Vor der Öffnung des Grabs nahmen der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, an einer ökumenischen Andacht teil. Angesichts eines Vorgängers als Mainzer Bischofs sei es „bewegend, dass wir Teil einer Glaubensgeschichte sind, die auch in die Zukunft geht“, sagte Kohlgraf. Jetzt sei er gespannt auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse. „Dies ist auch ein geistliches Erlebnis“, sagte Jung. „Wir sind konfrontiert mit Vergänglichkeit und Hoffnung.“

Von RND/dpa