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Wissen Nun auch in Leipzig: Millionen von Schwammspinner-Raupen befallen Laubbäume
Nachrichten Wissen Nun auch in Leipzig: Millionen von Schwammspinner-Raupen befallen Laubbäume
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15:16 18.06.2019
Wahrer Plagegeist: die gefräßige Schwammspinner-Raupe. Grund für die Ausbreitung der etwa fünf Zentimeter langen Raupen sei die anhaltende Wärme. Quelle: Sebastian Willnow/dpa
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Leipzig

Die gefräßigen Schwammspinner-Raupen sind auch in der Nähe von Leipzig aufgetaucht und fressen dort Bäume kahl. Auf etwa 20 Hektar fressen die schwarzbraunen Tiere am Cospudener See an der A38 Blätter von Roteiche und Birke, wie Bernd Becker, Leiter der Forstbehörde im Landkreis Leipzig, am Dienstag berichtete. „Man hört die Schwammspinner im Wald fressen.“

Auch bei Markranstädt westlich von Leipzig seien etwa 20 Hektar Wald von Schwammspinner-Raupen bevölkert, sagte Renke Cordes vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Sie hätten ganze Bäume kahl gefressen. Zuvor waren Bilder aus Gunzenhausen (Bayern) und Gera (Thüringen) mit großen Mengen der schwarzen, haarigen Raupen auf Häuserwänden und Bäumen aufgetaucht.

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Schwammspinner: Haarige Gefahr für Mensch und Baum?

Die explosionsartige Vermehrung sei auch unangenehm für Menschen, denen die zutraulichen Raupen sogar an den Beinen hoch krabbelten, sagte Becker. Cordes ergänzte, der Kontakt mit den Tieren könnte zu Hautirritationen führen, sie seien aber insgesamt ungefährlich. Rund um Leipzig würden sich die Raupen in den kommenden Tagen verpuppen. Ab Juli fliegen die Falter aus. In geringerem Ausmaß befielen die Raupen auch Bäume in der Oberlausitz sowie im Vogtland, sagte Cordes.

Kahlgefressene Roteichen in einem Wald am Cospudener See südlich von Leipzig, hier hat die Raupe des Schwammspinners hat etwa 20 Hektar Wald befallen. Quelle: Sebastian Willnow/dpa

Anhaltende Wärme als Grund für Ausbreitung

Grund für die Ausbreitung der etwa fünf Zentimeter langen Raupen sei die anhaltende Wärme, so Becker vom Landkreis. Er hofft auf eine Regeneration der abgefressenen Bäume durch den sogenannten Johannistrieb, einen zweiten Blattaustrieb Ende Juni. Mit Chemikalien wolle die Forstbehörde nicht gegen die Raupen vorgehen, da diese auch Nützlinge vernichten. Allerdings könnten im kommenden Frühjahr biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden, um die Population der Schwammspinner-Raupen einzudämmen, so Becker.

1994 waren laut Sachsenforst mehr als 2000 Hektar im Freistaat von Schwammspinner-Raupen befallen, davon etwa 400 Hektar Waldfläche sehr stark. Auch 2003 fraßen die Raupen Blätter auf 500 Hektar, 2004 setzte sich der Befall laut Cordes auf 300 Hektar Waldfläche fort.

Von RND/dpa