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Wissen Ohne Chemie: So werden verstopfte Abflüsse wieder frei
Nachrichten Wissen Ohne Chemie: So werden verstopfte Abflüsse wieder frei
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15:39 20.05.2019
Wenn Verstopfungen sich nicht anders lösen lassen, muss man einen freiliegenden Siphon auseinanderschrauben und reinigen. Bei verstopften Badewannen und Duschen kann nur ein Handwerker helfen. Quelle: Draksal Verlag/DIY Academy/dpa-t
Köln

Verstopfte Abflüsse sind keine Seltenheit. Haare, aber auch Fette und andere Biostoffe setzen sich darin fest und setzen mit der Zeit die Leitungen zu.

Verstopfter Abfluss: Tipps vom Experten

Ulrich Opitz ist Heimwerker-Trainer der DIY Academy in Köln und Sachverständiger für Bau- und Versicherungsschäden. Hier seine Tipps, wie man Verstopfungen selbst wieder löst – und auf welche naheliegenden Hilfsmittel besserverzichtet werden sollte, da der Schaden dann noch schlimmer werden kann.

Was sollte ich tun, wenn das Rohr verstopft ist?

Man sollte versuchen, das Ganze wegzuspülen. Man verschließt den Abfluss und zieht möglichst dicke Gummihandschuhe an, um sich nicht zu verbrühen. Das Waschbecken oder die Spüle wird nun mit heißem Wasser gefüllt, dann zieht man den Stöpsel. Mit der großen Wassermenge hat man einen höheren Druck, außerdem sorgt die Hitze im Optimalfall dafür, dass sich im Abfluss vorhandene Stoffe lösen. Seifen und von der Konsistenz ähnliche Stoffe, etwa Rasierschaum, enthalten eine gewisse Menge Fett, das durch das heiße Wasser aufweicht.

Es ist übrigens grundsätzlich zu empfehlen, dass Abflüsse alle vier Wochen mit richtig heißem Wasser durchgespült werden. Sie können sonst zwar die Fette mit Spülmitteln und Seifen lösen, aber sobald sie im Abfluss erkalten, wird die Emulsion wieder fest – wie weiches Wachs. Die Fette sind nicht kaputt, die Fettketten sind nur aufgebrochen. Verdunstet dann das Wasser, bleibt das Fett als eine Art Wachsschicht zurück. Das sorgt auf Dauer für Verstopfungen. Gibt man wieder heißes Wasser dazu, löst sich die Schicht.

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Was tut man, wenn das Spülen nicht hilft?

Dann muss man schauen, ob der Siphon – der Geruchsverschluss – sich auseinanderschrauben und reinigen lässt. Das ist nur bei offen liegenden Siphons möglich. Bei Badewannen oder Duschen geht das überhaupt nicht – und man sollte auch tunlichst die Finger davon lassen. Manche Badewannen-Einläufe haben auch noch eine sichtbare Verschraubung. Versucht man diese Verschraubung zu öffnen, um nur den Deckel zu entfernen, löst man allerdings den gesamten Abfluss von der Badewanne oder von der Dusche – das ist dann kein kleiner Schaden mehr.

Aber auch beim Siphon an Waschtischen sollte man nicht zu weit gehen. Ein normaler Siphon geht senkrecht nach unten, macht dann einen Bogen, in diesem steht Wasser. Dann geht’s wieder nach oben und in die Wand. Meistens kann man das Ganze bis zu dem Punkt, wo das Rohr in die Wand geht, auseinandernehmen. Achtung: Ein Gefäß unterstellen, um das Wasser aufzufangen!

Aber von allem, was sich dahinter befindet, sollte man die Finger lassen – aus einem einfachen Grund. Wenn man dort eine Befestigung oder eine Dichtung beschädigt oder sie verrutscht, sind Wasserschäden möglich.

Wie gehe ich mit Verstopfungen in diesen Bereichen um?

Der Handwerker muss ran. Bei der Badewanne kann man aber zum einen vorher noch schauen, ob man Haare und andere Rückstände einfach aus dem Sieb fischen kann. Das zweite, was man auf eigenes Risiko probieren kann, ist das Spülen des Abflusses mit einem relativ festen Wasserstrahl. Dafür schraube ich bei einer Handbrause den Kopf ab und halte den Wasserstrahl direkt auf den Abfluss. Aber: Der Abfluss muss fest montiert sein, sonst produziert man hier eher einen Schaden.

Was sollte ich auf keinen Fall einsetzen?

Chemische Mittel. Durch die Reaktion kann es in einem Siphon erst recht zu Verklumpungen und Verhärtungen kommen. Die chemische Reaktion und die dabei entstehende Wärme können zu Verätzungen des Kunststoffs oder auch des Metalls führen. Und ich würde auf Chemie grundsätzlich verzichten, weil die Anwendung für die Person nicht ungefährlich ist und die Stoffe nicht gut für unsere Umwelt sind. Je weniger in den Klärwerken landet, umso besser.

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Mieter sollten Reparaturen absprechen

Mieter sollten Reparaturen wie das Auseinanderschrauben des Siphons nicht ohne Absprache mit dem Vermieter vornehmen. Grundsätzlich gilt bei all diesen Dingen, bei Eigentum darf ich machen, was ich will. Wenn ich in einem Mietobjekt bin, sollte ich vorher meinen Vermieter kontaktieren. Denn wenn ich etwas kaputt mache, muss ich rechtfertigen, warum ich durch fehlende Sachkenntnis einen Schaden selbst produziert habe.

Von RND/dpa/hb

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