Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Wissen Natürlich schön mit Naturkosmetik
Nachrichten Wissen Natürlich schön mit Naturkosmetik
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:12 03.09.2019
Aus Heilpflanzen lassen sich Seifen oder Salben mixen, die günstig sind. Quelle: Nadja Hudovernik/Löwenzahn Verlag

Die Österreicherin Barbara Hoflacher ist Heilpraktikerin, Aromakologin, Phytotherapeutin, Ernährungstrainerin, Tiroler Bergwanderführerin und vieles mehr. Die Pflanzen für ihre Kosmetik sammelt sie meistens rund um Innsbruck, wo sie mit ihrem Mann lebt. Aus den Heilpflanzen mixt sie Seifen oder Salben, die günstig und ganz leicht selbst herzustellen sind.

Basiscreme mit Bienenwachs

Bei Cremes kommt es zu einer Art Vernunftehe zwischen zwei Partnern, die sich eigentlich nicht mögen. Fett und Wasser bleiben lieber immer schön getrennt. Gut, dass es Wollwachs gibt, das als Emulgator dafür sorgt, dass sich die beiden verbinden.

Der Dreistufenplan für Cremes: 1. reichhaltige Variante auf Olivenölbasis: Handpflege, Winter- und Nachtcreme, trockene Haut, Babypflege. 2. leichtere Variante: 1:1 Olivenöl, Sonnenblumenöl gemischt: universell anwendbar. 3. ganz leichte Variante: auf Sonnenblumenölbasis: sehr schnell einziehend als Tagespflege,bei unreiner, fetter Haut, Akne. Quelle: Löwenzahn Verlag

So geht’s: Pflanzenöl, Wollwachs und Bienenwachs gemeinsam im Wasserbad auf 50 °C erwärmen. Das Hydrolat getrennt davon ebenfalls auf 50 °C erwärmen. Sobald die Fettphase und das Hydrolat jeweils 50 °C erreicht haben, wird das Hydrolat in kleinsten Portionen möglichst rasch unter ständigem und vor allem geduldigem Rühren mit einem Schneebesen oder einem kleinen elektrischen Milchaufschäumer in das Öl-Wollwachs-Bienenwachs eingearbeitet. Ganz so, wie es bei selbst gemachter Mayonnaise auch der Fall ist. Sobald eine Emulsion – also eine mayonnaiseartige Konsistenz – entstanden ist, die gewünschten ätherischen Öle dazugeben. Dabei ständig weiterrühren. Anschließend wird die Creme zügig abgefüllt.

Das wird für fünf bis sechs 30-ml-Salbentiegel gebraucht: 90 ml Pflanzenöl oder Ölauszug, 15 g Wollwachs, 15 g Bienenwachs, 45–60 ml Hydrolat, wer mag: 30 Tropfen ätherische Öle, 1–1,5 ml Sanddornfruchtfleischöl.

Lesen Sie auch: Bienenwachs-Deo mit Lavendel

Deo-Paste ohne Aluminium

Ein selbst gemachtes Deo bedarf weder eines synthetischen Duftes noch sonst irgendwelcher fragwürdiger Inhalts- und Farbstoffe wie zum Beispiel Aluminumsalze. Die Zauberzutat für ein selbst gerührtes Deodorant ist in jedem Lebensmittelgeschäft erhältlich: Backnatron. Es bindet Gerüche jeder Art. Und: So cremig, wie dieses Deo beim Herstellen wirkt, bleibt es Gott sei Dank nicht. Sonst hätten wir ständig Fettflecken auf dem Lieblings-T-Shirt. Nach ein paar Tagen wird daraus eine relativ feste Paste, die supergut in die Haut einzieht und die Achseln trocken hält. Diese Deo-Variante ist sehr ergiebig und zuverlässig.

Duft-Tipps für Deodorants: Einige ätherische Öle eignen sich aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften ganz besonders für die Deo-Herstellung. Salbei, Zypresse, Sandelholz, Lavendel, Rosengeranie und Palmarosa. Quelle: Nadja Hudovernik/Löwenzahn Verlag

So geht’s: Die zimmerwarme Sheabutter mit den restlichen Zutaten gut vermengen. Am besten füllt man gleich alle Zutaten in ein 30-ml-Gläschen, dann spart man sich das Umfüllen.

Das wird für ein 30-ml-Glas gebraucht: 3 TL Sheabutter, 1–2 Espressolöffel Backnatron (entspricht 1/2–1 Teelöffel), 1–2 Espressolöffel Zinkoxid (entspricht 1/2 –1 Teelöffel), 6 Tropfen ätherisches Lavendelöl fein. Oder: 2 Tropfen ätherisches Salbeiöl ketonarm, 2 Tropfen ätherisches Rosengeranienöl (oder ein anderes Hautschmeichleröl), 2 Tropfen von einem ätherischen Zitrusöl nach Wahl (Limette, Grapefruit, Bergamotte).

Auch interessant: Hauptsache natürlich: Naturkosmetik im Trend

Johanniskrautöl: Gegen Verletzungen und Sonnenbrand

Das Blütenöl ist ein Allround-Hautheiler und eignet sich besonders bei Verletzungen und Sonnenbrand. Ganz allgemein ist Johanniskraut ja ein ganz eigenes Kapitel, ich hab schon einige Fehlversuche hinter mir. Daher hier noch einmal etwas ausführlicher.

Rotes Johanniskrautblütenöl sollte nicht direkt vor einem Sonnenbad aufgetragen werden, da es die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann. Quelle: Nadja Hudovernik/Löwenzahn Verlag

So geht’s: Das obere blühende Drittel der Pflanzen wird an einem trockenen Tag gesammelt und zum Antrocknen für ein paar Stunden auf einem sauberen Tuch ausgebreitet. Die Blütenknospen, die aufgeblühten Blüten sowie die Blätter von den Stängeln streifen, etwas klein schneiden und locker in ein sauberes Glas füllen. Nun mit einem Holzstößel fest anmörsern, bis die Blütenmasse lila gefärbt ist. Anschließend randvoll mit Öl aufgießen und fest verschließen. Das Öl 14 Tage ziehen lassen. Inzwischen wird empfohlen, das Öl nicht in die Sonne zu stellen, um unnötige Peroxid-Bildung zu vermeiden. Peroxide können kranke und gereizte Haut weiter schädigen. Zudem enthält das im Schatten mazerierte Öl die Stoffe Hypericin und Hyperforin, die antidepressiv wirken. Nach zwei Wochen kann man das Öl langsam und vorsichtig durch ein sauberes Tuch abseihen und in eine Flasche abfüllen.

Das wird für ein 250-ml-Fläschchen gebraucht: Ein großes Bündel Johanniskraut samt Blüten und Stiele, 250 ml Olivenöl (oder auch Sonnenblumenöl).

Lesen Sie: Selbst gemacht: Kräutersäckchen gegen schlechte Träume

Interview mit Barbara Hoflacher: "Selbst gemachte Naturkosmetik ist sehr günstig"

Barbara Hoflacher ist Heilpraktikerin, Aromakologin, Phytotherapeutin, Ernährungstrainerin, Tiroler Bergwanderführerin und vieles mehr. Sie wohnt mit ihrem Mann in Innsbruck. Quelle: Nadja Hudovernik/Löwenzahn Verlag

Frau Hoflacher, Sie haben gerade ein Buch über das Herstellen von Naturkosmetik geschrieben. Für jemanden, der sich weder mit Natur noch mit Kosmetik auskennt: Inwiefern kann dieses Buch ein guter Einstieg sein?

Für den Fall ist es der perfekte Einstieg, weil man sich gar nicht mit Heilpflanzenkunde oder Naturkosmetik auskennen muss, um etwas damit anfangen zu können. Ich sage mal: Jeder, der zu Hause ein bisschen kocht und Olivenöl oder Kokosfett im Schrank hat, kann starten.

Muss man seine Küche dazu in ein großes Labor verwandeln?

Nein, überhaupt nicht. Diesen Fehler habe ich vor 20 Jahren zwar auch gemacht, nur um dann festzustellen: Man braucht bloß ganz normale Küchenutensilien und sehr wenige, dafür aber hochqualitative Zutaten, um seine gesamte Pflege von Kopf bis Fuß selbst zu machen.

In welchem finanziellen Rahmen bewegt man sich dabei?

Selbst gemachte Naturkosmetik ist sehr günstig. Also wesentlich günstiger als konventionelle Kosmetik, und auch wesentlich günstiger als Naturkosmetik, die man kaufen kann, denn die muss meist noch durch aufwendige Prüfverfahren. Das Einzige, was ein bisschen ins Geld geht, sind die Ausgaben für die Zutaten, denn die sollten möglichst hochwertig sein. Dafür hat man von den selbst gemachten Produkten meistens recht lange etwas.

Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus?

Das hängt ganz von der Herstellungsart und den Zutaten ab. Beim Zusammenstellen meines Buches habe ich bewusst Rezepte gewählt, die nicht dazu führen, dass man das Deo oder Shampoo alle fünf Tage neu herstellen oder permanent im Kühlschrank lagern muss. Die nach meiner Anleitung hergestellten Beautyprodukte sollten in der Regel drei bis zwölf Monate haltbar sein, manchmal auch mehrere Jahre.

Was sind die meist verwendeten Inhaltsstoffe?

An erster Stelle stehen alle möglichen Pflanzenöle wie Oliven-, Kokos- oder Sonnenblumenöl, die man in jedem Lebensmittelgeschäft kaufen kann. Häufig gebraucht wird auch ein biologisches Bienenwachs, das man beim Imkerverband oder beim Imker seines Vertrauens bekommt. Wichtig ist auch Backna­tron, insbesondere zum Herstellen von Deodorants. Je nach Rezept kann man die Palette beliebig erweitern, aber allein mit Kokosfett und Olivenöl lässt sich schon eine Menge machen: Kokos kühlt beispielsweise hervorragend bei Sonnenbrand, Olivenöl wiederum wärmt schmerzende Gelenke.

Ist Naturkosmetik gesundheitlich unbedenklich?

Ja, aber jede Haut reagiert unterschiedlich – und etliche Menschen leiden unter bestimmten Unverträglichkeiten. Doch die meisten wissen von ihren Problemen und können um entsprechende Rezepte einen Bogen machen. Wer also weiß, dass er von Salicylsäure Ausschlag bekommt, sollte keine Pappelknospen in die Creme mischen. Umgekehrt kann es hilfreich sein, auf eine Neurodermitisstelle Kokosöl zu streichen. Ich weise auf solche Dinge in meinem Buch explizit hin.

Weil wir viel zu viele Produkte in unserem Badezimmer haben und den Großteil davon nicht benutzen, raten Sie Ihren Lesern zunächst einmal zu einer sogenannten Badezimmerrazzia. Sind wir ein Opfer der Werbung geworden oder haben wir einfach verlernt, bei unserer Pflege auf das Wesentliche zu achten?

Beides. Meiner Ansicht nach ist die Werbung heute enorm emotional und schafft es immer wieder, uns von völlig abstrusen Dingen zu überzeugen. Auf der anderen Seite herrscht bei uns der tiefe Glaube, wir bräuchten etwas Spezielles fürs Gesicht, für die Hände, für die Füße, für die fettige Stirn, die trockenen Beine oder den schrumpeligen Po. Wir haben das Gefühl für unseren eigenen Körper verloren und sprechen zu wenig mit unserer Haut. Das Verwenden von Naturkosmetik kann und soll das ändern.

Barbara Hoflachers jüngstes Werk „Du darfst auf meine Haut. Naturkosmetik selber machen“ (176  Seiten, 19,90 Euro) ist im Löwenzahn-Verlag erschienen. Quelle: Barbara Hoflacher

Von Jens-Thilo Nietsch/RND

Ob Plateau-Sneaker, Choker oder Kleider im Batik-Look: Die 90er waren die Zeit der ausgefallenen Mode. Schon damals war die Bauchtasche ganz vorn mit dabei. Jetzt ist sie zurück – mit neuem Namen und einem neuen Image.

12.09.2019

In Kiel will eine Volksinitiative Wasser besser vor Umweltschäden schützen. Vor allem die Öl- und Gasförderung durch Fracking und die Nitratbelastung des Wassers stehen im Fokus. Prominente Unterstützung erhält die Initiative von “Werner”-Erfinder Brösel.

02.09.2019

Vor mehreren Tausend Jahren machte ein Puma in den Anden sein Häufchen. Klingt erst mal nicht weiter spannend. Doch Forscher haben Würmer im Kot entdeckt - und dieser Fund widerspricht bisherigen Einschätzungen.

02.09.2019