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Wissen Hochbeet: So gelingt die bequeme Gartenarbeit
Nachrichten Wissen Hochbeet: So gelingt die bequeme Gartenarbeit
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12:39 25.03.2019
Hochbeete sind nicht nur für den Rücken vorteilhaft. Quelle: Pixabay (Symbolbild)
Berlin

Gärtnern findet am Boden statt – und das ist meist ein Problem. Man muss sich bücken oder knien, um die Erde umzugraben, Pflanzen zu setzen und die Ernte zu pflücken. Mit der Zeit tut der Rücken weh, die Knie sind steif oder gar wund gescheuert, und die Hüften blockieren. Von den Armen, die Spaten schwingen, gar nicht zu sprechen. Doch das Gärtnern lässt sich auch entspannt gestalten.

Bequemes Gärtnern mit einem Hochbeet

Wer das Beet anhebt, kann bequem im Stehen zu Werke gehen – und so den Belastungsschmerz vermeiden. An den Rändern eines Hochbeets kann man sich außerdem auch mal abstützen. Es gibt im Handel inzwischen viele Modelle. Manchmal sind es nur Pflanzkästen, die auf Füßen stehen, eigentlich Tischbeete. Echte Hochbeete sind eine Art Rahmen, der unten zum Gartenboden hin offen ist. Hobbygärtner können sie auch selbst bauen. Für die Umrandung schlägt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz Weinbergspfähle vor. Diese markieren hochkant die Ecken und die Mitte der langen Beetseite. Dazwischen werden horizontal ebenfalls Pfähle gestapelt. Der Vorteil sei, dass sich einzelne verrottende Pfähle austauschen ließen.

Hochbeet: Grobe Äste als unterste Schicht

Alle Hochbeete müssen mit einer speziellen Materialmischung aufgeschüttet werden. Ganz unten in den Kasten kommen grobe Äste, erläutert die Gartenakademie. Darüber liegt eine dicke Schicht Häckselzeug mit etwas Erde vermengt. Die Deckschicht besteht aus reinem Kompost oder Blumenerde. Im Laufe des Jahres wird sich die Befüllung senken, laut Gartenakademie etwa um einen halben Meter. Daher sollte man sie anfangs so hoch wie möglich auftürmen – also einen kleinen Berg bauen.

Entscheidend dabei: In jedem Frühjahr die Deckschicht austauschen und damit auch Häckselmaterial nachfüllen.

Wichtig ist, dass die Höhe des Beets zur Körpergröße passt. „Im Baumarkt sind viele Hochbeete 82 Zentimeter hoch. Das ist nicht für jeden unbedingt ergonomisch passend“, erklärt Brigitte Kleinod, Expertin für rückenfreundliches Gärtnern und Hochbeete. „Ein Hochbeet muss genauso ergonomisch angepasst sein wie eine Küchenzeile. In der Küchenberatung wird auch geguckt, dass die Oberkante am Beckenkamm liegt“, sagt die Autorin.

Gleiches gilt für die Breite des Hochbeets: „Auch hier ist es genauso wie bei der Küche, daran kann man sich gut orientieren“, erläutert Kleinod. „Küchenarbeitsplatten haben eine Tiefe von 60, 65 Zentimetern.“ So lässt sich ihr Ende mit der Hand erreichen, ohne einen guten Stand zu verlieren. „Ein angelehntes Hochbeet sollte daher maximal 70 Zentimeter tief sein, und wenn es von beiden Seiten begehbar ist, dann doppelt so tief“, rät die Expertin.

Hochbeet in Gartengestaltung einbinden

„Unter einem Hochbeet stellt man sich immer einen Kasten vor, der irgendwo rumsteht“, sagt Kleinod. Das Beet kann aber richtig in die Gartengestaltung eingebunden sein. „Hat der Garten nicht irgendwelche Winkel und Ecken oder Höhenvorsprünge, die sich automatisch für ein Hochbeet eignen?“, fragt die Gartenexpertin.

Eine kleine Anhöhe lässt sich zum Beispiel nutzen, um das Beet direkt anzuschließen. Die Terrasse sitze oft auf einem kleinen Hügel, sagt Kleinod. Hier lässt sich das Hochbeet in die Terrassenbegrenzung einbinden. Ein 50 bis 65 Zentimeter hoher Rand ist von der Terrasse aus als Sitzplatz nutzbar. „An der anderen Seite könnte man stehend arbeiten“, erklärt die Autorin.

Ein Sichtschutz zum Nachbarn lässt sich ähnlich einbinden. „Nur eine 180 Zentimeter hohe Holzwand sieht doof aus“, sagt Kleinod. Sie rät: Ein 100 Zentimeter hohes Hochbeet bauen, dessen Rückwand höher ist und als Sichtschutz fungiert. Alternativ zur Rückwand können eine Kletterpflanze und eine passende Rankhilfe zum Einsatz kommen.

Wer sich zunächst nur ein Hochbeet zulegen möchte, dem rät Kleinod, es für die empfindlichsten und schnelllebigsten Pflanzen zu nutzen. Und für jene, die schnell von Schnecken gefressen werden. „Wenn man also nur ein Beet hat, würde ich die Kräuter, vielleicht noch Pflücksalat nehmen“, sagt die Hochbeetexpertin.

Niedrig bleibendes Spalierobst ist ein weiterer Tipp für das entspanntere Gärtnern – auch hier ist die Arbeitsebene, die Krone, auf Augen- und Armhöhe. Solche Gehölze sind veredelt. Das heißt, ein Trieb des eigentlichen Baumes wurde mit einem Wurzelstück eines anderen Baumes verbunden. Ist diese sogenannte Unterlage schwachwüchsig, bleibt der Baum kleiner als üblich – nur etwa rund 2,5 Meter hoch erläutert die Aktion Das sichere Haus, ein Zusammenschluss verschiedener Verbände

Rückenfreundliche Gartengeräte

Die Gartengeräte können ebenfalls rückenfreundlich sein – wenn sie zur Körpergröße passen. „Zum Beispiel der Spatengriff sollte bis zur Taille reichen“, empfiehlt Kleinod. „Geräte, die man zieht wie Sauzahn oder Harke, sollten so lang wie möglich sein.“ Dennoch gibt es Tätigkeiten im Garten, die sich nicht rückenschonender gestalten lassen. Aber man kann sie dezimieren, etwa das Unkrautjäten des Rasens. Stattdessen lieber größere Flächen als Staudenbeet anlegen, lautet eine Empfehlung von Das sichere Haus.

Was aber kann man vorbeugend tun? „Schon bei der Gestaltung und Planung des Gartens sich zu überlegen: Wie sieht die künftige Pflege aus?“, erklärt Brigitte Kleinod. „Welches Gerät brauche ich dafür, was muss ich dafür machen? Wie kehre ich das, wie schippe ich da Schnee? Und was muss ich davon künftig vermeiden?“ Denn auch wenn man beim Neubau des Gartens noch jung ist: „Ich muss mir bei jedem noch so kleinen Element überlegen: Wie kann ich es ergonomisch richtig jetzt und auch noch in 30 Jahren pflegen?“

Rücken- und knieschonendes Arbeiten ist übrigens keine Frage des Alters. Nach einer Stunde des Jätens oder wiederholtem Bücken beim Pflanzen der Setzlinge spürt jeder den Rücken und die Beine.

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Von RND / Simone Andrea Mayer

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