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Nachrichten Wissen Forscher lösen Rätsel um Reichtum der Korallenriffe
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15:47 27.05.2019
Große Rifffische wie die Bluestripe Snappers (Lutjanus kasmira) von winzigen Rifffischen. Quelle: Tane Sinclair-Taylor
Burnaby/Townsville

Winzige Fische sind die Grundlage für die Artenvielfalt an Korallenriffen. Ein internationales Forscherteam erklärt im Fachblatt „Science“ das bislang ungeklärte Rätsel, warum Korallenriffe in nährstoffarmen Gewässern eine solche Pracht und Vielfalt entfalten können. Die Lösung für dieses sogenannte Darwinsche Paradoxon liegt in der ungeheuren Populationsdynamik der sogenannten kryptobenthischen Rifffische. Dazu zählen 17 Fischfamilien, deren Vertreter weniger als 5 Zentimeter lang sind. Ihre Rolle als Grundlage der Ökosysteme wurde wegen ihrer geringen Größe bislang buchstäblich übersehen.

„Schon Charles Darwin fragte sich, wie Fische es an Korallenriffen schaffen, in isolierten Zonen mit sehr wenigen Nährstoffen zu gedeihen“, sagt Ko-Autor David Bellwood von der australischen James Cook University in Townsville. „Wir dachten, die Antwort darauf könnten die winzigen Fische sein, die in den Lücken der Korallenstruktur leben.“ Zu diesen Fischen zählen etwa Grundeln, Schleimfische und Kardinalbarsche.

Winzlinge mit Wirkung: Der Great Barrier Reef Blenny gehört zu den kryptobenthischen Rifffischen. Quelle: Tane Sinclair-Taylor/dpa

Extreme Vermehrungsrate der „kleinen Energiebündel“

Nach Beobachtungen in Australien, Belize und Französisch-Polynesien schätzen die Forscher, dass diese Gruppen 58 Prozent der am Riff verzehrten Fischmasse ausmachen. „Das sind kleine, bunte Energiebündel, die fast unverzüglich von jedem Riffbewohner gefressen werden, der beißen, schnappen oder schlürfen kann“, sagt Erstautor Simon Brandl von der Simon Fraser University im kanadischen Burnaby.

Möglich ist dies den Autoren zufolge nur durch eine extreme Vermehrungsrate. „Ihre Populationen werden sieben Mal pro Jahr komplett erneuert, wobei Individuen mancher Arten nur wenige Tage leben, bevor sie gefressen werden“, sagt Bellwood. Zu den Fressfeinden zählen demnach auch Jungfische und Wirbellose wie Fangschreckenkrebse, die dann wiederum als Nahrung für andere Riffbewohner dienen.

Nachwuchs hat bessere Überlebenschancen

Dabei trägt eine Tatsache entscheidend zur bedeutenden Rolle dieser Fische für die Korallenriffe bei: Während die Larven anderer Fische aufs offene Meer treiben, wo nur wenige überleben, verbleibt der Nachwuchs der kryptobenthischen Fische am Riff – mit zumindest kurzfristig deutlich besseren Überlebenschancen.

„Die Larven der kryptobenthischen Fische dominieren die Fischlarven-Gemeinschaften nahe der Riffe, was für einen kontinuierlichen Strom neuer Generationen winziger Fische als Nahrung für andere Riff-Organismen sorgt“, sagt Mitautorin Carole Baldwin vom Smithsonian’s National Museum of Natural History. „Diese Fische sind so klein, dass wir ihre enorme Bedeutung bisher nicht erkannt haben.“

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Von RND/dpa

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