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Wissen Experten fordern Sandaufspülungen für Wattenmeer
Nachrichten Wissen Experten fordern Sandaufspülungen für Wattenmeer
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10:44 08.05.2010
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Auf der Nordseeinsel hatten sich bis Freitag mehr als 60 Experten aus zehn Nationen getroffen, um über die wissenschaftlichen Herausforderungen zu beraten, die mit der Auszeichnung des Wattenmeeres zum Weltnaturerbe verbunden sind. Vor allem ging es um die Folgen des Meeresspiegelanstiegs und um einwandernde Tierarten.

Die Wissenschaftler erwarten, dass durch den erhöhten Meeresspiegel in Folge des Klimawandels mehr Sand aus dem Wattenmeer gespült wird als dazukommt. „Die natürliche Ablagerung kommt nicht mehr hinterher“, betonte Reise. Die bisherige Praxis mit Stein-Deckwerken als Schutz verstärke dagegen das Problem. „Es ist jetzt Zeit für ein Umdenken.“ Zudem passe Sand besser in ein Weltnaturerbe-Gebiet als ein Stein-Bollwerk.

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Ein „Airbag“ aus Sand sei ein Wellendämpfer, sagte Reise. So würde nicht mehr so viel Sand weggespült. Die Ergebnisse der Tagung sollen nun in Forschungsvorhaben einfließen, um sich dann mit verlässlichen Zahlen an die Politik zu wenden. Reises ersten Berechnungen zufolge würden für die Halligen und Inseln in Nordfriesland rund 3,5 Millionen Kubikmeter Sand pro Jahrhundert gebraucht. Zum Vergleich: Um die Strände der Insel Sylt zu erhalten, werden dort eine Million Kubikmeter Sand aufgespült - pro Jahr.

Durch den Anstieg der Wassertemperatur kommen zudem viele fremde Arten in das Wattenmeer, die einheimische Tiere und Pflanzen verdrängen könnten. „Wir haben keine Möglichkeit, diese wieder auszusortieren“, sagte Reise. Das Wattenmeer müsse diese Arten also integrieren und wachse dadurch in seiner Vielfalt.

Die Wissenschaftler sprachen sich zudem dafür aus, den Bestand an großen Fischen im Wattenmeer zu erhöhen. Die Nordsee sei völlig überfischt. Reise sagte, Arten wie Stör oder Rochen, die früher im Wattenmeer zu finden waren, müsse man die Chance geben, sich wieder anzusiedeln. „Um das Weltnaturerbe vollständig an unsere Kinder weiterzugeben, sollten wir auch wieder große Fische in unser Meeresgebiet bekommen. Ohne Fische ist es kein richtiges Meer.“

dpa

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