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Wissen Verband: „E-Scooter sind ohne Zulassung nur Elektroschrott“
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12:57 15.06.2019
Vor der in Kürze erwarteten Zulassung von Elektrotretrollern auf deutschen Straßen startet der internationale E-Scooter-Vermieter Hive in Hamburg einen Testbetrieb. Hive gehört zum Mobilitäts Joint Venture von BMW und Daimler. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Berlin

Immerhin, einen Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge namens „Electric Empire“ gibt es schon. Und der warnt ganz ausdrücklich davor, E-Scooter zu erwerben, die anstehende Zulassungskriterien nicht erfüllen würden. Verbandsvorstand Lars Zemke sagte gruenderszene.de, bereits im Markt befindliche Fahrzeuge – er geht von 200.000 bis 250.000 aus – würden die neu erarbeiteten Standards des Verkehrsministeriums verfehlen.

E-Scooter brauchen Betriebserlaubnis

Denn wie auch bei Mofas werden die voraussichtlich ab Mitte Mai für den Verkehr freigegebenen E-Scooter eine Betriebserlaubnis benötigen. Zudem unterlägen sie der Versicherungspflicht. „Mit der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung wird zwar endlich ein legaler Betrieb möglich, aber viele Geräte sind für selbige einfach noch nicht ausgelegt“, sagt Zemke zu gruenderszene.de. Zemke bezeichnete es auch als großen Irrtum anzunehmen, bereits gekaufte E-Scooter würden einfach legal. Wer bereits ein solches Fahrzeug besitze, sei im schlimmsten Fall bald Eigentümer eines Haufen Elektroschrotts.

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Die Nutzung der E-Scooter ohne Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) kann teuer werden – und sogar Punkte in Flensburg bringen. Zudem drohen bei Unfällen mit unversicherten Fahrzeugen im schlimmsten Fall Schadenersatzklagen und Freiheitsentzug. Notwendig für die Betriebserlaubnis sind u.a. eine Beleuchtung, zwei unabhängige Bremsen und eine Motorleistung, die 500 Watt nicht übersteigt. Und natürlich ein Versicherungsnachweis wie bei Mofas.

Eine Helmpflicht gibt es nicht

Weiter sieht die ABE zwei Typen von E-Scootern vor. Die Geschwindigkeiten sind auf 12 beziehungsweise 20 Kilometer/Stunde beschränkt. Die langsameren dürfen bereits von Zwölfjährigen gefahren werden – auf dem Gehweg. Das schnellere Modell ist frei ab 14 Jahren und muss auf Radwegen oder Straßen gefahren werden. Entgegen landläufiger Annahmen besteht weder eine Helm- noch eine Blinkerpflicht.

Doch auch ohne Blinker sind für die meist in China massenproduzierten Billigroller (ab 300 Euro), die bei uns bereits unterwegs sind, die Hürden einer ABE zu hoch. Das wiederum ist ein Problem für die professionellen E-Scooter-Sharing-Anbieter, die auf den deutschen Markt drängen. Denn hierzulande können sie nicht, wie in den USA oder Teilen der EU, auf die Billig-Treter aus China setzen. Wer in Deutschland ab voraussichtlich Mitte Mai E-Scooter vermieten möchte, der muss jetzt schleunigst nachrüsten.

Nachrüstung kostet etwa 250 Euro pro Stück

Florian Walberg, Gründer des Hamburger e-Scooter-Herstellers „Urban Electrics“, der bisher bereits mehr als 40.000 Roller verkauft hat, will Fahrzeuge, bei denen es sich lohnt, nachrüsten lassen, so gruenderszene. „Aber allein für Schutzbleche, Rücklicht, Standlicht und Gasgriff fallen Materialkosten von 250 Euro an. Wenn bei einem älteren Roller der ganze Kabelbaum erneuert werden muss, rentiert sich das nicht.“

„Electric Empire“ rät deshalb dringend, nur E-Scooter zu kaufen, die über ein ABE-Kennzeichen, ein CE-Siegel (EG Konformitätserklärung 2017/2018 CE des Herstellers), eine Datenbestätigung mit Identifikationsnummer (FIN) für das erworbene Fahrzeug (ähnlich einem Fahrzeugschein) und eine Versicherungskarte verfügen. Dann klappt’s auch mit der „Elektrokleinstfahrzeugeverordnung“.

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Von RND/dk

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