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Wissen Containern: Darum schmeißen Händler lieber weg, als zu verschenken
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16:31 13.06.2019
In diesem Supermarkt in Bremen ist das sogenannte „Containern" erlaubt. An den Müllcontainern wird sogar mit einem Schild darauf hingewiesen, was voraussichtlich noch bedenkenlos gegessen werden kann und wovon man lieber die Finger lassen sollte. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
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Hannover

Rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel schmeißen die Deutschen jährlich weg: Für viele Menschen ist das ein Grund dafür, weggeworfenes Essen nachts aus den Abfallcontainern der Supermärkte zu holen. Rechtlich erlaubt ist das nicht. Wieso die Gesetzeslage auch Händlern im Weg steht, die das Containern gerne unterstützen würden, weiß Rechtsanwältin Dr. Danja Domeier. Sie ist auf die Beratung von Unternehmen zu lebensmittelrechtlichen Fragen spezialisiert.

Was unternehmen Supermärkte bisher gegen die Verschwendung?

Viele Supermarktketten gehen gegen Lebensmittelverschwendung vor, indem sie aussortiertes Essen an die ehrenamtlichen Tafeln weitergeben, wo es anschließend an Bedürftige verschenkt wird. Weggeschmissen werde nur das, was wirklich nicht mehr essbar sei, argumentieren die Unternehmen.

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In der Realität fällt die Entscheidung, Lebensmittel wegzuwerfen aber oft schneller – denn auch die Tafeln nehmen nur Essen an, das sicher und bekömmlich sei, erklärt Domeier. Andernfalls müssten sie als „Inverkehrbringer“ von ungenießbaren Lebensmitteln für gesundheitliche Schäden, zum Beispiel Durchfall oder Erbrechen, haften.

Wer haftet, wenn sich jemand beim Containern vergiftet?

In der Theorie wären einige Händler dazu bereit, im Geschäft selbst ein Regal aufzustellen, in dem zwar abgelaufene, aber noch genießbare Lebensmittel verschenkt werden. „Doch auch hier gilt: Wenn Essen öffentlich angeboten wird, wird es in Verkehr gebracht – auch wenn es umsonst ist“, erklärt Domeier. „Dabei ist man zur Einhaltung sämtlicher lebensmittelrechtlicher Vorgaben verpflichtet. Nimmt jemand also Schaden davon, kann die Lebensmittelüberwachung vor der Tür stehen.“ Einigen Supermärkten ist das Risiko, dass sie eingehen würden, wenn sie das Essen verschenken würden, deshalb zu hoch.

Gesetzlich ist das Containern ohnehin problematisch: Es kann sowohl als Diebstahl als auch als Hausfriedensbruch gewertet werden, wenn die Müllcontainer auf einem Privatgelände stehen.

Lesen Sie auch: Was hinter dem Phänomen Containern steckt und warum die Justizminister jetzt darüber diskutieren

Von RND

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