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Wissen „Brazilian Butt“-Lift: Po-Operation führt häufig zum Tod
Nachrichten Wissen „Brazilian Butt“-Lift: Po-Operation führt häufig zum Tod
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06:01 24.05.2019
Kim Kardashians berühmte Kehrseite bringt viele Frauen dazu, sich den Po liften lassen zu wollen. Doch diese Eingriffe können lebensgefährlich sein. Quelle: dpa
Hannover

Die Nase schief, die Brust zu klein und die Stirn faltig: Längst gibt es kaum mehr ein Körperteil, das wir uns nach Wunsch nicht verschönern lassen können. Der Trend zur Schönheitsoperation wird immer beliebter – in Deutschland ist eine vergrößerte Brust, sind aufgespritzte Lippen längst nichts Ungewöhnliches mehr.

Deutschland steht laut der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (ISAPS) sogar weltweit auf Platz 6 der Länder mit den meisten Schönheitsoperationen.

Verband rät Mitgliedern von Operationen ab

Dass eine Schönheitsoperation, die ja eigentlich in den seltensten Fällen medizinisch notwendig ist, Gefahren birgt, ist nichts Neues. Die Todesrate einer speziellen Operation sticht nun jedoch so hervor, dass die Britische Gesellschaft für Ästhetische Plastische Chirurgie (BAAPS) ihren Mitgliedern empfiehlt, sie nicht durchzuführen: der „Brazilian Butt“-Lift. Diese Schönheitsoperation ist bekannt geworden, weil viele Frauen sich offensichtlich einen prallen Po wie Reality-TV-Star Kim Kardashian wünschen.

Höchste Todesrate von allen Schönheitsoperationen

Bei dieser Operation wird Fett aus anderen Teilen des Körpers abgesaugt und dann in die Pobacken injiziert. Eine Aufpolsterung mit Eigenfett ist an sich eine gängige Methode – sie wird etwa schon lange in der Brustchirurgie oder zur Faltenunterspritzung angewendet. Offensichtlich scheint sie aber für die Aufpolsterung des Pos besonders gefährlich zu sein: Von 3000 durchgeführten Operationen stirbt eine Patientin. Damit habe der „Brazilian Butt“-Lift die höchste Todesrate aller Schönheitsoperationen, warnt die BAAPS. Und dennoch: Weltweit seien schon etwa 300.000 dieser Eingriffe durchgeführt worden.

Fettembolie kann zum Tod des Patienten führen

Woran das liegt? Bei dem „echten“ „Brazilian Butt“-Lift wird das Fett nicht nur in das Gewebe, sondern auch in die Muskeln injiziert. Im Gesäßmuskel verlaufen sehr viele Blutgefäße, die in die Vene Richtung Herz führen. Wenn in diese Vene aufgrund des Eingriffs Fettklümpchen gelangten und dann in die Lungenbahn gerieten, führe dies zu einer Fettembolie, sagt Prof. Dennis von Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC).

Diese sei noch schlimmer als eine Lungenembolie: Die Fettembolie kann dem Experten zufolge nicht mehr aufgelöst werden – und zum Tod führen. Im Gegensatz dazu wird bei einer Brustvergrößerung das Fett nicht in den Muskel, sondern nur in das Gewebe injiziert, weswegen sie weniger riskant ist.

Wer zu wenig Fett hat, wird nicht operiert

Fettzellen für die Weiterverwendung richtig abzusaugen, sei an sich schon nicht einfach, meint Christian Lenz, plastisch-ästhetischer Chirurg aus München. Es müsse so abgesaugt werden, dass die Fettzellen nicht zerstört werden, um sie danach auch wieder richtig injizieren zu können. Zusätzlich, sagt Lenz, liegt der Patient bei dieser Operation auf dem Bauch – der Operateur müsse ganz genau auf die Struktur achten. Lenz führt den „Brazilian Butt“-Lift durch, wie er sagt, aber ohne das Fett in den Muskel zu injizieren.

Maximal einer von 20 Patienten wird operiert

Diese Methode berge nicht das hohe Risiko. „Aber selbst dieses Polifting bekommt nicht jeder, der es gerne hätte. Maximal einer von 20 Patienten, der diese Operation anfragt, wird auch von mir operiert“, sagt der Münchener Chirurg. Denn bei den Patienten müsse zuallererst genug Fett vorhanden sein, um den Eingriff überhaupt durchführen zu können. „Die Fettzellen sind sehr fragil und müssen wieder anwachsen, ansonsten hat der Patient nach drei Wochen das Volumen wieder verloren“, sagt Lenz.

Für die Todesfälle gibt es kein Register in Deutschland

Die Patienten, die an den Folgen des „Brazilian Butt“-Lifts gestorben sind, kommen überwiegend aus den USA oder Brasilien – jüngst sollen auch zwei Britinnen daran verstorben sein. Das bedeutet aber nicht, so die Experten, dass der Eingriff in Deutschland nicht ebenso gefährlich ist.

Laut Prof. von Heimburg werden derartige Todesfälle hierzulande jedoch nicht publik: „Derartige Todesfälle müssen in Deutschland nicht gemeldet werden, es gibt gar kein Register dafür“, sagt er. Er sei sicher, dass – wenn explizit danach geforscht würde – solche Todesfälle auch in Deutschland auftauchen würden. „Diese Fälle sehen nun mal aus wie eine Lungenembolie, und wenn in der Gerichtsmedizin nicht genau danach geforscht wird, wird es übersehen“, vermutet er.

Von RND/Heidi Becker

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