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Wirtschaft Wie T-Mobile Donald Trumps private Geschäfte genau im Blick hat
Nachrichten Wirtschaft Wie T-Mobile Donald Trumps private Geschäfte genau im Blick hat
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06:58 17.01.2019
In der Grauzone zwischen Politik und Lobbyismus: das „Trump International Hotel“ in Washington. Quelle: AP
Washington

Eine gesetzeswidrige Verquickung von privaten Geschäftsinteressen und Politik mag Donald Trump nicht erkennen. Mehrfach hat der US-Präsident dem Verdacht widersprochen, dass sich hochkarätige Delegationen in seinem „Trump International Hotel“ nahe dem Weißen Haus einquartieren, nur um die Gesprächsatmosphäre bei Verhandlungen mit der Regierung zu verbessern.

Auch konnten Gerichte in Washington und im benachbarten Bundesstaat Maryland die Frage bisher nicht abschließend beantworten, ob Trump mit seiner Luxusherberge im Regierungsviertel gegen ethische Richtlinien verstößt, die mit dem Präsidentenamt verbunden sind.

Fest steht, dass im „Old Post Office“, wie das historische Gebäude an der Pennsylvania Avenue unter Einheimischen gemeinhin genannt wird, häufig diejenigen anzutreffen sind, die mit den Bundesbehörden ganz dringend etwas zu klären haben.

Die Genehmigungen durch die Bundesbehörden stehen noch aus

Zu den schillernden Gästen des vergangenen Jahres zählte die Führungsspitze von T-Mobile. Nach Erkenntnissen der „Washington Post“ soll die US-Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom insgesamt mehrere zehntausend Dollar für Übernachtungen im Trump International Hotel ausgegeben haben. Nur einen Tag, nachdem T-Mobile seine Fusionspläne mit dem bisherigen Mitbewerber „Sprint“ bekanntgegeben hatte, bezog Geschäftsführer John Legere gemeinsam mit seiner Crew an der berühmten Pennsylvania Avenue Quartier.

Der Hintergrund: Um das Abkommen mit einem Wert von mehreren Milliarden Euro unter Dach und Fach zu bringen, bedarf es noch diverser Genehmigungen. Unter anderem lässt das Justizministerium und die Telekommunikationsaufsicht FCC mit einer Entscheidung auf sich warten.

John Legere, Chef von T-Mobile US Quelle: Steve Marcus/REUTERS

T-Mobile-Chef: Trump-Hotel bietet einfach guten Komfort

Dass Legeres Besuch im Trump-eigenen Hotel in der US-Hauptstadt die Runde macht, dürfte vor allem an ihm selbst liegen: Da es zum Markenzeichen des ebenso legendären wie exzentrischen Wirtschaftsführers zählt, sich stets in magentafarbenen Tönen zu kleiden und das „T“ der Deutschen Telekom werbewirksam auf seiner Jacke zu tragen, fällt Legere im Kreis seiner Geschäftspartner auf den ersten Blick auf.

Eine falsche Entscheidung kann Legere in seiner Hotel-Wahl ohnehin nicht erkennen. Der Chef der Telekom-Tochter gibt sich ahnungslos und behauptet, gern im Trump-Hotel zu nächtigen, da es einen hervorragenden Komfort biete. Sheila Krumholz, Sprecherin des „Center for Responsive Politics“, zeigt sich dagegen empört: Die zahlreichen Übernachtungen in diesem Haus würden einen geheimen Weg bahnen, um die Gunst der Regierung zu erreichen, sagt die Politikexpertin.

Tatsächlich hängt die geplante milliardenschwere Fusion am seidenen Faden: Vor Jahren war ein ähnliches Vorhaben bereits am Einspruch der Regierung gescheitert, und auch in diesem Jahr liegt es ganz allein an der Einschätzung der Bundesbehörden, ob T-Mobile und Sprint zusammengehen.

Trump-Hotel im Visier des Sonderermittlers

Sollte Geschäftsführer Legere tatsächlich mit dem Gedanken gespielt haben, die Regierung durch die Nähe zum Trump-Hotel milde zu stimmen, hätte er eigentlich wissen müssen, wie riskant dieses Vorhaben ist: Seit Monaten liegt das Hotel im Visier von Robert Mueller. Der FBI-Sonderermittler geht unter anderem der Frage nach, wo eigentlich die mehr als 100 Millionen Dollar landeten, die für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung von Donald Trump gespendet worden sind?

Niemals zuvor in der amerikanischen Geschichte war von einem solchen Betrag die Rede, um den Machtwechsel von einem Präsidenten zum nächsten zu zelebrieren. Zu den Ungereimtheiten zählt nicht zuletzt, dass trotz der enormen Summe wesentlich weniger Feste ausgerichtet wurden als zu Zeiten von Trumps Vorgänger Barack Obama. Wie es heißt, schaut sich das FBI offenbar genau die Vertragsbedingungen an, unter denen das damalige Organisationsteam im Trump-Hotel diverse Zimmer und Ballsäle angemietet hatte.

Als sicher gilt: Mit ihrer scheinbar unbekümmerten Art steht die Telekom-Tochter nicht allein. Wie mehrere US-Medien bereits vor einem Jahr berichteten, sollen allein in den ersten Monaten der neuen Präsidentschaft etwa 500 Übernachtungen im Trump-Hotel aus Saudi-Arabien bezahlt worden sein - genau aus dem Land, das der US-Präsident zu seinen engeren Verbündeten zählt.

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Von Stefan Koch/RND

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