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Wirtschaft Was wird aus den Privatkunden?
Nachrichten Wirtschaft Was wird aus den Privatkunden?
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08:32 23.03.2015
Von Albrecht Scheuermann
Neue Strategie? Die Deutsche Bank – hier ihr Standort in Hannover – prüft offenbar auch eine Ausgliederung ihres Privatkundengeschäfts.
Neue Strategie? Die Deutsche Bank – hier ihr Standort in Hannover – prüft offenbar auch eine Ausgliederung ihres Privatkundengeschäfts. Quelle: Julian Stratenschulte
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Frankfurt/Hannover

Die beiden Konzernchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain hatten vor einigen Monaten ein zwölfköpfiges Team damit beauftragt, Zukunftsoptionen für Deutschlands größte Bank auszuarbeiten. Die von Strategievorstand Stefan Krause geleitete Gruppe hat dem Aufsichtsrat am Freitag ihre Überlegungen präsentiert. Nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“, die sich auf Insider beruft, gibt es dabei drei Optionen.

Klar ist schon länger, dass innerhalb des Konzerns dem Privatkundengeschäft die größten Änderungen bevorstehen. Die radikalste Überlegung sieht offenbar vor, dass die Bank ihr eigenes Privatkundengeschäft mit dem der Tochter Deutsche Postbank zusammenlegt. Die neue Einheit könnte in wenigen Jahren an die Börse gehen - und damit von der Deutschen Bank abgespalten werden. Dies erinnert an eine frühere Entscheidung der Bank. In den Neunzigerjahren wollte sie schon einmal ihr Massengeschäft in die Deutsche Bank 24 ausgliedern. Das kam jedoch am Markt nicht gut an, sodass die Entscheidung revidiert wurde.

Als zweite Option schlägt die Krause-Truppe praktisch das Gegenteil vor, nämlich die völlige Integration der Postbank. Dies würde vermutlich zu vielen Filialschließungen und einem starken Arbeitsplatzabbau führen. Die dritte Variante wäre ein Verkauf der Postbank, über den schon länger spekuliert wird.

Zu den Konzepten gehören aber angeblich auch harte Einschnitte im Investmentbanking, das bisher für einen großen Teil der Gewinne der Bank sorgte. Allerdings fielen hier die Ergebnisse zuletzt ebenfalls deutlich schwächer aus als gewohnt. Die Bank sucht nach einer neuen Strategie, weil sie künftig ihre Geschäfte mit wesentlich mehr Eigenkapital als früher betreiben muss und deshalb die Renditeziele in der jetzigen Struktur kaum erreichbar sind.

Die drei Optionen sollen in den nächsten Wochen von einem größeren Führungskräftekreis der Bank diskutiert werden. Entscheidungen könnten Ende April fallen, heißt es. De utschlands größter Bankkonzern hat vergangenes Jahr seinen Gewinn vor Steuern mit 3,1 Milliarden Euro zwar mehr als verdoppelt - ist aber weit von seinen Zielen entfernt.

Die Bank hat in Niedersachsen nach früheren Angaben etwa 350 000 Privatkunden, davon 117 000 in der Region Hannover. Sie hatte hier kürzlich über starke Zuwächse im Einlagen- und Wertpapiergeschäft mit Privatkunden berichtet.

Lars Ruzic 21.03.2015