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Wirtschaft Osterloh verlangt Beschäftigungssicherung bis Ende 2028
Nachrichten Wirtschaft Osterloh verlangt Beschäftigungssicherung bis Ende 2028
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18:16 20.03.2019
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh stellt Bedingungen an das Management. Quelle: dpa
Hannover

Der VW-Betriebsrat verlangt von der Unternehmensspitze einen längeren Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. „Ende 2028 muss für alle VW-Standorte in Deutschland gelten“, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung vor rund 20 000 Beschäftigten in Wolfsburg. Nur unter dieser Voraussetzung sei ein weiterer Stellenabbau über Altersteilzeit denkbar.

Bislang sind die VW-Beschäftigten durch den „Zukunftspakt“ bis Ende 2025 vor Kündigungen geschützt. Für die Werke Emden und Hannover gilt bereits eine Garantie bis 2028, die Osterloh nun auf die anderen Standorte wie Wolfsburg, Osnabrück oder Zwickau übertragen will. „Wir wollen hier gleiche Sicherheit für alle Volkswagen-Beschäftigten.“

Die Kernmarke VW hatte zuvor angekündigt, dass in den nächsten fünf Jahren zusätzlich zu den Vereinbarungen aus dem Zukunftspakt 5000 bis 7000 Stellen wegfallen sollen. Mit automatisierten Routinearbeiten, Materialeinsparungen und geringerer Modellvielfalt sollten von 2023 an die Kosten weiter sinken. Vorgesehen ist, dass Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden.

Osterloh machte am Mittwoch klar, dass er nur unter einer Reihe von Bedingungen bereit ist, über diesen neuen Plan zu verhandeln. Zunächst müsse der Vorstand seine eigenen Hausaufgaben machen. Zuletzt seien Milliardenverluste allein auf das Konto des Managements gegangen, etwa durch das „WLTP-Desaster“ und Verzögerungen bei wichtigen Fahrzeugprojekten. Zunächst müsse es klare Vereinbarungen geben, wie diese Fehler behoben werden, betonte Osterloh.

Der Betriebsratschef wies auch das Abbauziel von bis zu 7000 Arbeitsplätzen zurück. Der Zahl fehle jede Grundlage. Man müsse zunächst analysieren, wie die Digitalisierung Tätigkeiten verändert. Das Unternehmen müsse nachweisen, dass tatsächlich Arbeit entfällt. „Solange das nicht der Fall ist, wird hier jede Stelle nachbesetzt“, sagte er. Man werde nicht zulassen, dass der Wandel in der Autoindustrie als Vorwand für Arbeitsverdichtung missbraucht werde.

Diess: „Nehme Ängste ernst“

VW-Chef Herbert Diess betonte auf der Betriebsversammlung, er nehme Unsicherheiten und Ängste in der Belegschaft „sehr ernst“. Er stehe zur Beschäftigungssicherung bis 2025. Zum Sparkurs gebe es aber keine Alternative: „Wir müssen mit unseren Autos deutlich mehr Geld verdienen, um in die Zukunft investieren zu können.“ Dazu müsse man die Potenziale heben, die im Konzern stecken.

Mit moderner Software und Technik ließen sich viele Routinearbeiten und Prozesse automatisieren, führte Diess aus. „Klar ist: dadurch werden auch in der Verwaltung Arbeitsplätze wegfallen.“ Das werde etwa über Altersteilzeit sozialverträglich gelöst werden.

Auch der Wandel zur Elektromobilität bringe Herausforderungen für die Beschäftigung: „Ein E-Auto wird mit etwa 30 Prozent weniger Arbeit hergestellt als ein Verbrenner.“ Das Unternehmen werde aber gemeinsam mit dem Betriebsrat alles daransetzen, die Möglichkeiten der Altersteilzeit maximal auszuschöpfen. Gleichzeitig fehlten weiterhin Software-Spezialisten. In dem Segment sollten 2000 neue Stellen entstehen.

Von Thomas Strünkelnberg und Christian Wölbert

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