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Wirtschaft VW baut Tiguan nicht in Hannover
Nachrichten Wirtschaft VW baut Tiguan nicht in Hannover
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00:36 15.11.2014
Von Lars Ruzic
Eigentlich sollte das VW-Werk Hannover-Stöcken das Stammwerk Wolfsburg entlasten und Teile der Tiguan-Produktion übernehmen. Diese Pläne sind nun vom Tisch.
Eigentlich sollte das VW-Werk Hannover-Stöcken das Stammwerk Wolfsburg entlasten und Teile der Tiguan-Produktion übernehmen. Diese Pläne sind nun vom Tisch. Quelle: dpa
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Hannover

Nach HAZ-Informationen ist die zusätzliche Modellvariante mit langem Radstand, die auch in die USA geliefert werden sollte, in Deutschland nicht wirtschaftlich zu produzieren. In Hannover flammen damit alte Auslastungsprobleme wieder auf, die der Konzern schon überwunden glaubte. „Das ganze Hin und Her hat uns um ein Jahr zurückgeworfen“, sagte ein Beteiligter. Mit Hochdruck arbeiten Management und Betriebsrat nun an Alternativen. Die Zeit drängt, weil der Aufsichtsrat Ende nächster Woche über die Investitionsplanung für die kommenden fünf Jahre beschließen wird. Sie muss auch eine Beschäftigungsperspektive für den Standort Hannover enthalten.

Das Werk muss 2016 den Wegfall des Porsche Panamera verkraften. Derzeit stellen rund 800 der insgesamt 14.500 Beschäftigten lackierte Karossen her, die ins Leipziger Porsche-Werk zur Endmontage gebracht werden. Künftig sollen die Sachsen die Fertigung komplett übernehmen.

Der Bau des Panamera ist allerdings Teil der hannoverschen Standortsicherungsvertrags. Fällt dieser Auftrag weg, muss der Konzern eine Alternative bieten. Im März verkündete VW deshalb, „die Montage zusätzlicher Volumen des Volkswagen Tiguan“ werde von Wolfsburg nach Hannover verlagert. Das Stammwerk ist der wichtigste Fertigungsstandort des äußerst erfolgreichen Geländewagens. Eine zusätzliche Variante mit langem Radstand war schon länger im Gespräch. Unklar war allerdings zunächst, ob Hannover halb fertige Produkte aus Wolfsburg endmontiert oder komplette Fahrzeuge baut.

Im Sommer ließ VW-Konzernchef Martin Winterkorn auf einer Rede vor Managern durchblicken, dass ein weiteres Tiguan-Derivat „nach heutigem Ermessen an einem deutschen Standort nicht wirtschaftlich machbar“ sein dürfte. Dies hat sich nun bestätigt. Zum einen erschwert der vergleichsweise hohe Euro-Kurs den Export in den USA, einem wichtigen Markt für Geländewagen. Zum anderen würde die Aufteilung der Produktion zwischen Wolfsburg und Hannover zusätzliche Kosten verursachen. Der Betriebsrat im hannoverschen Werk hat die Pläne deshalb von Anbeginn skeptisch verfolgt.

Die Probleme treffen die Hannoveraner zur Unzeit. Am Sitz der Marke VW Nutzfahrzeuge (VWN) bereitet man sich derzeit quasi auf drei Neuanläufe parallel vor. Im kommenden Jahr soll der aufgefrischte Transporter auf den Markt kommen, 2016 dürften der neue Caddy und der Großtransporter Crafter folgen. Für Letzteren baut VWN in Polen ein neues Werk, das einmal 2300 Menschen beschäftigten soll. Um die Fertigung des Crafter hatte sich auch Hannover beworben – und zog ebenfalls den Kürzeren.

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