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Wirtschaft VGH startet mit großem Wachstum ins Jahr
Nachrichten Wirtschaft VGH startet mit großem Wachstum ins Jahr
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13:04 23.04.2013
Von Albrecht Scheuermann
Foto: VGH-Chef Hermann Kasten hält weitere Prämienerhöhungen in der Autoversicherung für notwendig.
VGH-Chef Hermann Kasten hält weitere Prämienerhöhungen in der Autoversicherung für notwendig. Quelle: dpa
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Hannover

Zu dem Wachstum tragen auch deutliche Beitragsanhebungen bei. So habe das VGH-Kernunternehmen Landschaftliche Brandkasse Hannover zum Jahreswechsel die Tarife in der Autoversicherung im Schnitt um rund 8 Prozent erhöht, nachdem sie vor einem Jahr schon um mehr als 4 Prozent gestiegen waren.

Kasten verteidigte diese Preiserhöhungen. „Autoversicherung war in den vergangenen Jahren keine spaßige Veranstaltung.“ Die Brandkasse habe – wie die ganze Branche – Jahr für Jahr rote Zahlen geschrieben. „Die Prämien müssen weiter steigen“, kündigte Kasten an.

Das vergangene Jahr hatte für die VGH Licht und Schatten. Als positive Nachricht verkündete Kasten das Prämienwachstum von 6,2 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro. Sehr zufrieden zeigte sich der VGH-Chef zudem mit den trotz der Minizinsen am Kapitalmarkt überplanmäßig gesteigerten Kapitalerträgen. Da man den Schwerpunkt bei den Anleihen auf lange Laufzeiten gelegt habe, dauere es lange, „bis sich das Zinstief in die Bestände hineinfrisst“, erläuterte Kasten.

„Weniger schön“ an den Ergebnissen des zurückliegenden Jahres sei die Entwicklung bei den Schäden. Sie kosteten die Brandkasse 738 Millionen Euro. Dies war knapp 11 Prozent mehr als im Vorjahr und der „höchste Schadenaufwand der Unternehmensgeschichte“. Dennoch wollte Kasten nicht allzu sehr klagen: „Schließlich ist es unser Geschäftszweck, Schäden zu regulieren. Aber es muss nicht immer so viel sein wie vergangenes Jahr.“

Da auch die Verwaltungskosten zulegten, sprang bei der Brandkasse die kombinierte Schaden-/Kostenquote, also das Verhältnis von Schaden und Kosten zu Beitragseinnahmen, von 92,3 auf 98,3 Prozent. „Das stellt uns nicht zufrieden“, so Kasten, doch Besserung sei in Sicht.

Beim zweitgrößten Unternehmen der VGH, der Provinzial Leben, kletterten die Prämieneinnahmen vergangenes Jahr von zuvor 639 auf 690 Millionen Euro. Zu verdanken war dies laut Vorstand Thomas Krüger dem starken Geschäft mit Einmalbeiträgen. Sie sprangen um 42 Prozent auf 180 Millionen Euro. Die Kunden zahlen hier auf einen Schlag einen größeren Betrag ein, um sich für sofort oder später eine lebenslange Rente zu sichern. Der Anteil der reinen Kapitalanleger, die das Geld nach kurzer Zeit wieder abziehen, sobald sich etwas Besseres bietet, sei dagegen gering, betonte Krüger. Hauptursache für den starken Anstieg sei das niedrige Zinsniveau für Geldanlagen. „Die Renditen der Lebensversicherer sind im Moment kaum zu schlagen.“