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Wirtschaft Umfrage: Deutsche Ökonomen haben geringe Chance auf einen Nobelpreis
Nachrichten Wirtschaft Umfrage: Deutsche Ökonomen haben geringe Chance auf einen Nobelpreis
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20:01 12.10.2019
Die goldene Medaille, die mit dem Wirtschafts-Nobelpreis vergeben wird. Quelle: Lovisa Engblom/The Nobel Foundat
Frankfurt/Main

Für den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis sind nach Einschätzung deutscher Top-Ökonomen erneut vor allem US-Forscher die Favoriten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Amerikaner dominieren die Historie der erstmals 1969 verliehenen Auszeichnung, die vergangenes Jahr an William Nordhaus und Paul Romer ging. Am Montag (14.10.) gibt die Schwedische Reichsbank den Gewinner in Stockholm bekannt.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hält die US-Ökonomen Maurice Obstfeld und Kenneth Rogoff für herausragend. "Beide haben mit ihrer Forschung gezeigt, wie wichtig Globalisierung und Multilateralismus in einer zunehmend vernetzten Welt sind." Sie hätten dargelegt, wie sich Krisen global übertragen, wie Finanzmärkte vernetzt seien und was die Politik tun könne, um Globalisierung klug zu nutzen und Risiken zu minimieren. Auch hätten die früheren Chefökonomen des Internationalen Währungsfonds (IWF) in der realen Welt Verantwortung übernommen.

Hubertus Bardt, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), favorisiert Jagdish Bhagwati. Der gebürtige Inder, der sich mit der multilateralen Handelsordnung beschäftigt, gelte als einer der bedeutendsten Globalisierungsforscher. Als Berater von UNO und der Welthandelsorganisation WTO habe er immer wieder die Brücke zwischen Forschung und Praxis gebaut. Bhagwati hatte in seinem vielzitierten Buch "In Defense of Globalization" Freihandel und Globalisierung gegen Kritiker verteidigt. In Zeiten von wachsendem Protektionismus, Handelskriegen und der Schwächung multilateraler Regeln wäre seine Auszeichnung ein treffendes Signal, meint Bardt.

Bhagwati zählt auch zu den Favoriten von Achim Wambach, Präsident am Mannheimer Institut ZEW. "In diesem Jahr spricht einiges dafür, dass der Nobelpreis für die Arbeiten zur Außenhandelstheorie vergeben wird", meint Wambach. Es sei Bhagwati und anderen Ökonomen wie Anne Krueger, Gene Grossman, Marc Melitz und Elhanan Helpman zu verdanken, dass es ein wesentlich genaueres und differenzierteres Verständnis über Ursachen und Auswirkungen von internationalem Handel gebe.

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, hält Ernst Fehr für preiswürdig. Der Österreicher habe mit Arbeiten zu Verhaltensökonomik die Entwicklung der ökonomischen Forschung stark beeinflusst. Das Konzept ergänzt das klassische Leitbild des "homo oeconomicus" in der Ökonomie, demzufolge Menschen ihren persönlichen Nutzen maximieren.

Hennig Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), tippt auf John List und Esther Duflo wegen ihrer Pionierarbeit bei Feldexperimenten. Dabei werden Untersuchungen in natürlicher Umgebung durchgeführt, etwa wie sich Menschen unter jeweils veränderten Bedingungen verhalten. Der US-Forscher List und die gebürtige Französin Duflo hätten wesentlich beigetragen zu einem besseren methodischen Verständnis von evidenzbasierter Wirtschaftspolitik - also jene, die auf empirischen Erkenntnissen beruht. "Dies wird sich positiv zum Beispiel in der praktischen Entwicklungs- und Bildungspolitik auswirken", meint Vöpel.

Der mit neun Millionen schwedischen Kronen (830 000 Euro) dotierte Wirtschaftsnobelpreis geht nicht auf das Testament von Erfinder Alfred Nobel zurück und gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis nachträglich. Ein deutscher Ökonom wurde nur einmal geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

Auszeichnungen: Warum so viele Nobelpreise in die USA gehen

RND/dpa

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