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Wirtschaft Trump-Geschäfte der Deutschen Bank: Grünen-Politiker Giegold hofft auf die Finanzaufsicht
Nachrichten Wirtschaft Trump-Geschäfte der Deutschen Bank: Grünen-Politiker Giegold hofft auf die Finanzaufsicht
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05:00 23.05.2019
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt kommt nicht zur Ruhe. Quelle: Foto: Michael Probst/AP
Frankfurt

Vor einem Jahr hatte Christian Sewing noch Schonzeit. Der Chef der Deutschen Bank war noch ganz frisch im Amt, als er vor die Aktionäre trat. An diesem Donnerstag absolviert er seine zweite Hauptversammlung als Vorstandsvorsitzender, und die Schonzeit ist vorbei. Es fehlt nicht an heiklen Themen, und zu einem besonders schwierigen möchte Sewing am liebsten gar nichts sagen: frühere Geschäfte mit dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump.

Auffällige Transaktionen

Die „New York Times“ hat jüngst berichtet, dass die Bank 2016 und 2017 auffällige Transaktionen bei Firmen Trumps und seines Schwiegersohns Jared Kushner entdeckt habe. Nach dem automatischen Alarm einer Kontrollsoftware seien Mitarbeiter zu dem Schluss gekommen, dass die Fälle den Behörden gemeldet werden müssten. Doch höherrangige Manager hätten das abgelehnt, berichtete die damals beteiligte Tammy McFadden der Zeitung. Später habe sie ihren Job verloren, weil sie intern den angeblich nachlässigen Umgang mit Geldwäscheverdacht kritisiert habe – so jedenfalls ihre Darstellung.

Die Bank dementiert und betont, dass Mitarbeiter nie davon abgehalten würden, möglicherweise verdächtige Aktivitäten zu melden. Offen bleibt allerdings, um welche Geschäfte es genau geht und warum sie nicht gemeldet wurden. Die Geschäfte mit dem damaligen Immobilieninvestor Trump stehen vor allem in den USA im Fokus, weil die Deutsche Bank damals sein wichtigster Geldgeber war. Die Vorgänge werden von Parlamentsausschüssen untersucht – auch mit Blick auf mögliche russische Beteiligte und den Verdacht der Geldwäsche.

Was sagen die Aktionäre?

Auf der Hauptversammlung dürften Aktionäre Klarheit verlangen. „Ich erwarte vom Vorstand, dass er sich auf der Hauptversammlung zu den Geschäften mit Trump äußert“, sagte der Europaabgeordnete Sven Giegold (Grüne) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Der Vorstand muss erklären, warum die Geldwäschebeauftragte Tammy McFadden entlassen wurde. Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, ob Geldwäscheverdachtsanzeigen bei Russland-Geschäften der Trump-Familie in der Schublade verschwunden sind.“ Die Bank könne nicht sagen, dass dies eine rein amerikanische Angelegenheit sei. „Die deutsche Geldwäscheaufsicht muss diesen Fall untersuchen.“

Am Finanzmarkt hat sie Deutschland schon erreicht. Der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie fiel nach dem Bericht auf ein Rekordtief. Am Mittwoch notierte sie bei 6,60 Euro – vor zwei Jahren war es noch knapp das Dreifache. Spätestens hier setzen auch Aktionäre an, denen Geschäfte mit dem Immobilientycoon Trump sonst egal wären. Geldwäscheverdacht, Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft und Geldbußen in Milliardenhöhe belasten die Bank ohnehin seit Jahren.

Achleitner unter Druck

Der Ärger darüber dürfte auf der Hauptversammlung vor allem den Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner treffen, der trotz aller Skandale und Misserfolge der vergangenen Jahre im Amt blieb. Von Sewing dagegen werden vor allem Pläne für die Zukunft erwartet. Die Fusion mit der Commerzbank ist gescheitert, Sewing braucht eine Alternative. Das vergangene Jahr brachte zwar den ersten Gewinn seit 2014, doch zum Jahresauftakt 2019 folgte schon wieder Ernüchterung: Im ersten Quartal lag der Gewinn bei 201 Millionen Euro, während die US-Konkurrenz Milliarden verdiente.

Die Geduld vieler Aktionäre ist überstrapaziert, und einflussreiche Aktionärsberater wie ISS und Glass Lewis bündeln bereits die Kritik. Es sei an der Zeit, dass die Anteilseigner Aufsichtsrat und Vorstand für die vielen Jahre mit Strafzahlungen und Imageverlust zur Rechenschaft zögen, heißt es etwa bei ISS. „Ab einem bestimmten Zeitpunkt sollten die Aktionäre ihren Bedenken Gehör verschaffen.“

Von RND/Stefan Winter

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