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Wirtschaft VW investiert in Technologieentwicklung
Nachrichten Wirtschaft VW investiert in Technologieentwicklung
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13:39 21.11.2014
Trotz seine Sparprogramms will der Volkswagenkonzern weiter in Technik und Entwicklung investieren.
Trotz seine Sparprogramms will der Volkswagenkonzern weiter in Technik und Entwicklung investieren. Quelle: dpa
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Wolfsburg

Volkswagen nimmt beim Investieren nicht den Fuß vom Gas. Trotz des angekündigten Sparprogramms will der Wolfsburger Konzern in den nächsten fünf Jahren 64,3 Milliarden Euro für Sachinvestitionen verwenden, knapp eine Milliarde mehr als im Vorjahr angekündigt.

"Der hohe Innovationsdruck und die steigenden Anforderungen aus der CO2-Gesetzgebung an die Automobilindustrie erfordern auch in Zukunft hohe Entwicklungsausgaben", sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Freitag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg. Der Konzern habe die finanzielle Stärke, um seine Ziele für 2018 zu erreichen.

Bis dahin will VW auch bei der Profitabilität näher an den Toyota heranrücken. Bei der Zahl der verkauften Autos wollen die Wolfsburger in diesem Jahr an dem japanischen Weltmarktführer vorbeiziehen.

Winterkorn hatte im Sommer ein Sparprogramm angekündigt, um die Kosten der Marke VW um jährlich fünf Milliarden Euro zu senken. Die Einsparungen sollen schrittweise steigen. Dadurch soll die Rendite der Marke Volkswagen im operativen Geschäft bis 2018 auf mindestens sechs Prozent gehievt werden; zuletzt hatte sie bei knapp der Hälfte gelegen. Details der geplanten Schritte sind noch nicht bekannt. Es zeichnet sich eine Vielzahl an Maßnahmen ab, durch die die Wolfsburger Hauptmarke fit gemacht werden soll, die nach Winterkorns Analyse der Konkurrenz bei der Produktivität hinterherfährt. Das erklärte Sparziel soll auch dadurch erreicht werden, dass wenig gefragte Sonderausstattungen und sogar ganze Modellvarianten wegfallen. Ein größerer Stellenabbau ist nicht geplant, allerdings dürfte ein Teil der Leiharbeiter ihre Jobs verlieren.

Die Einsparungen sollen Basis für neue Ziele sein, die Winterkorn dem Zwölf-Markenkonzern für die Jahre nach 2018 geben will. Den "Future Tracks" genannten Plan will der Konzernchef bei der alljährlichen Strategietagung des Managements im Dezember in Dresden verkünden.Die Wolfsburger verfügen nach Meinung von Experten dank guter Geschäfte in China und bei den Töchtern Porsche und Audi über ausreichend finanzielle Stabilität, um die hohen Investitionen in neue Technik und Automodelle in den nächsten Jahren zu stemmen. Zuletzt hatte der Konzern im Geschäftsbereich Automobile 16,8 Milliarden Euro auf der hohen Kante.

Der neuen Planung zufolge will der Konzern von 2015 bis 2019 einschließlich aktivierter Entwicklungskosten 85,6 Milliarden Euro investieren. Allein in neue Automobile und Varianten soll 41,3 Milliarden fließen. 23 Milliarden steckt Europas größter Autobauer in die Erweiterung der Kapazitäten - in Polen entsteht ein neues Werk für den Transporter Crafter und in Mexiko eine Fabrik für die Oberklassetochter Audi. Dabei sollen die Kosten durch die neue Baukastentechnik weiter sinken. Weitere 22 Milliarden Euro sollen die beiden Gemeinschaftsunternehmen in China investieren, wo derzeit ein Werk nach dem anderen hochgezogen wird. Im vergangenen Jahr hatte das Kontrollgremium für den Fünf-Jahres-Zeitraum von 2014 bis 2018 Ausgaben von 84,2 Milliarden Euro beschlossen.