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Wirtschaft Harz, Heide und Küste sind gefragt
Nachrichten Wirtschaft Harz, Heide und Küste sind gefragt
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16:56 17.05.2015
„Die Zahlen sind gut“: Die Branche freut sich auf den Sommer.
„Die Zahlen sind gut“: Die Branche freut sich auf den Sommer. Quelle: Ingo Wagner
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Hannover

Die Gästezahlen scheinen also zu stimmen. Allerdings fehlt es an manchen Orten noch an nötigem Personal. „Wir haben noch immer nicht alle Stellen besetzen können“, sagt Robert Jabin, Personalreferent bei der Hotelkette Upstalsboom, die an der niedersächsischen Nordseeküste mehrere Hotels betreibt. Vor allem Kellner, Köche und Zimmermädchen werden laut Jabin für die Urlaubssaison gesucht. Verstärkung komme allerdings aus Spanien, wo die Arbeitslosigkeit derzeit besonders hoch ist. „Das spüren wir schon, das nutzen wir teilweise auch“, erklärt Jabin. Es gebe insgesamt mehr Bewerbungen aus Südeuropa.

Verbandschef Sven Ambrosy will zwar nicht ausschließen, dass es Engpässe gibt. Besonders auf den Inseln fehlten noch Fachkräfte. Dennoch bleibt er gelassen. „Flächendeckend ist mir dieses Problem derzeit nicht bekannt.“ Jobs in der Tourismusbranche seien sicher und attraktiv. „Ja, wir arbeiten oft, wenn andere Freizeit haben.“ Aber: „Wir arbeiten, wo andere Urlaub machen.“

Im Harz profitiert die Branche vom Binnentourismus. „Inlandsreisen sind in“, sagt Christin Faust vom Tourismusverband Harz. Mit dem derzeitigen Buchungsstand sei man zufrieden. Kurzentschlossene müssen sich aber keine Sorgen machen, vor ausgebuchten Hotels zu stehen. „Man kriegt noch was in allen Kategorien.“

Im vergangenen Jahr hatte die Tourismusbranche in Niedersachsen einen neuen Gäste- und Übernachtungsrekord erzielt. Mit knapp 13,1 Millionen Besuchern kamen nach Angaben des Statistischen Landesamtes so viele Gäste wie nie zuvor in den vergangenen 35 Jahren. Allein an der Nordseeküste wurden knapp 7,5 Millionen Übernachtungen gezählt.

Während Landwirte und Industrie mit dem Mindestlohn hadern, geben sich die Tourismusverbände entspannt. Bislang seien ihm keine Probleme durch den Mindestlohn bekannt, berichtet Ambrosy. „Es wird sicherlich Betriebe geben, für die das ein Problem ist. Die haben aber auch andere Probleme.“ Jörg Steinhäuser vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband im Harz verweist darauf, dass es schon vor Einführung des Mindestlohns Anfang des Jahres einen höheren Branchentarif gegeben habe. Problematischer sei, dass nun die Arbeitszeiten genauer erfasst werden müssten. Das fordere besonders kleinere Betriebe heraus.

dpa

Mathias Klein 20.05.2015
17.05.2015