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Wirtschaft Talanx-Konzern erzielt Rekordgewinn
Nachrichten Wirtschaft Talanx-Konzern erzielt Rekordgewinn
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18:27 24.03.2014
Von Dirk Stelzl
„Geschäftsjahr mit Licht und Schatten“: Talanx-Chef Herbert Haas will den Aktionären eine höhere Dividende zahlen.
„Geschäftsjahr mit Licht und Schatten“: Talanx-Chef Herbert Haas will den Aktionären eine höhere Dividende zahlen. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Dies ist jedoch auch auf einen Gewinn beim Verkauf von Swiss-Life-Anteilen sowie auf einen günstigen Steuereffekt bei der Tochter Hannover Rück zurückzuführen. Auch die Aktionäre sollen davon profitieren: Das Unternehmen will die Dividende von 1,05 auf 1,20 Euro je Aktie anheben.

Für das laufende Jahr erwartet Talanx einen Gewinn von mindestens 700 Millionen Euro. Wegen seines großen Anteils auf dem polnischen Markt wird die Aktie vom 23. April an ebenfalls an der Börse in Warschau notiert sein; eine Kapitalerhöhung ist aber nicht geplant. Talanx-Chef Herbert Haas zeigte sich am Montag zufrieden mit dem „robusten Konzernergebnis“. Die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe mit mehr als 21.500 Beschäftigten sei mit ihrer „konsequenten Internationalisierung“ auf dem richtigen Kurs. Außerdem machten sich die Bemühungen um bessere Profitabilität bemerkbar. Das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich aber nur um gut 2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

„Es war ein Geschäftsjahr mit Licht und Schatten“, sagte Haas in Hannover. So habe der Verkauf von Swiss-Life-Anteilen rund 100 Millionen Euro eingebracht; Talanx ist bei den Schweizern nun noch mit rund 5 Prozent beteiligt. Zugleich sei jedoch die Großschadenbelastung mit 838 Millionen Euro außergewöhnlich hoch gewesen – um rund 130 Millionen Euro höher als einkalkuliert. Im Jahr zuvor hatten die Großschäden bei 600 Millionen Euro gelegen. Beträchtliche Kosten entstanden für den Konzern zum Beispiel im Mai/Juni durch die Überschwemmungen in Europa und im Juli durch den Hagelsturm in Deutschland, aber auch durch einen Erdrutsch in einer Kupfermine in den USA und ein Feuer in einer chinesischen Halbleiterfabrik. In diesem Jahr hat die Talanx-Gruppe ihr Budget für große Schäden auf 855 Millionen Euro aufgestockt – nach 705 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Bruttoprämien legten um 5,6 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro zu. Bei den Kapitalanlagen macht dem Unternehmen das niedrige Zinsniveau zu schaffen. Dennoch blieb das Ergebnis stabil bei 3,8 Milliarden Euro – Talanx löste allerdings auch stille Reserven auf. Für das Jahr 2014 rechnet der Konzern mit einem Rückgang der Kapitalanlagerendite von 4 auf 3,4 Prozent.

Die Prämien dürften aller Voraussicht nach im 2 bis 3 Prozent steigen, erklärte Haas und kündigte ein Wachstum besonders im Ausland an. Im Privat- und Firmenversicherungsgeschäft in Deutschland will Talanx die Kosten drücken und an dezentralen Standorten weitere Stellen streichen. In Nürnberg sollen nach Angaben von Vorstandsmitglied Heinz-Peter Roß mehr als 100 Jobs wegfallen. In Hannover hingegen seien sogar Arbeitsplätze hinzugekommen, sagte Haas. Hier beschäftigt die Talanx-Gruppe – einschließlich Hannover Rück – mehr als 4100 Mitarbeiter.

Ein Rückzug aus dem deutschen Lebensversicherungsgeschäft sei nicht vorgesehen, betonte Haas mit Blick auf die Tochter HDI Leben. Er nimmt an, dass das Geschäft mit Lebensversicherungen  wieder an Bedeutung gewinnen wird. Die HDI Leben will Haas mit veränderten Produkten, Kostensenkungen und einer höheren Kapitalanlagerendite in ein ruhigeres Fahrwasser bringen. Noch vor einigen Monaten hatte Talanx auch eine Abwicklung der HDI Leben nicht ausgeschlossen.

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