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Wirtschaft Symrise hält Pulver trocken
Nachrichten Wirtschaft Symrise hält Pulver trocken
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00:31 10.08.2014
Von Lars Ruzic
Zahlreiche Duftproben der Firma Symrise.
Zahlreiche Duftproben der Firma Symrise. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Holzminden

Der Aromen- und Duftstoffkonzern Symrise hat im zurückliegenden Quartal den Gewinn gesteigert, obwohl er mehr als 10 Millionen Euro Einmalkosten wegen der Übernahme des französischen Konkurrenten Diana schultern musste. Der Nettogewinn stieg zwischen April und Juni um 5 Prozent auf 50 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr insgesamt erzielten die Holzmindener einen Gewinn von 101 Millionen Euro – ein Zuwachs von 8,5 Prozent. „Wir sind derzeit sehr erfolgreich und hochprofitabel unterwegs“, sagte Firmenchef Heinz-Jürgen Bertram am Donnerstag.

Vor wenigen Tagen hat der Konzern die größte Übernahme seiner Firmengeschichte abgeschlossen. 1,3 Milliarden Euro musste Symrise für die weltweite Nummer eins bei Aromen, Pulvern und Konzentraten für Tier- und Babynahrung investieren. Mit Diana wächst das

M-Dax-Unternehmen um 2000 auf 8000 Mitarbeiter und um 425 Millionen auf 2,3 Milliarden Euro Umsatz. Da Diana seit Ende Juli in den Büchern konsolidiert wird, dürfte Symrise bei den Erlösen zum Jahresende erstmals die 2-Milliarden-Marke überspringen.

Die französische Tochter werde das größte Standbein der Aromen- und Nahrungsmittelsparte von Symrise, sagte Bertram. Über die weltweite Infrastruktur des Mutterkonzerns könne Diana künftig vor allem in den Schwellenländern wachsen. Außerdem werde man eine gemeinsame Produktpalette im Bereich der Konsumentengesundheit entwickeln. Hier geht es um Lösungen für Nahrungsergänzungsmittel und pharmazeutische Präparate, ein zentraler Wachstumsmarkt der Branche. Außerdem habe Diana einen umfassenden Zugang zu natürlichen Rohstoffen, wovon auch Symrise profitiere.

Obwohl sich beide Unternehmen gut ergänzen, rechnet Bertram noch mit Einspareffekten von bis zu 20 Millionen Euro, die er bis 2018 erreichen will. Sie sind damit in etwa so hoch wie die Integrationskosten, die Symrise weitgehend schon in diesem Jahr verarbeiten will. Viel Einsparpotenzial scheint es bei den Partnern ohnehin nicht mehr zu geben. Im operativen Geschäft erreichen beide Margen von 20 Prozent und mehr. Den Kaufpreis hat Symrise etwa zu je einem Drittel mit einer Kapitalerhöhung, Bankkrediten und einer Anleihe refinanziert – „zu äußerst attraktiven Konditionen“, wie der Konzernchef betonte. Der 500 Millionen Euro schwere Fünf-Jahres-Bond beispielsweise wird mit gerade einmal 1,75 Prozent verzinst. Den Verschuldungsgrad vor der Übernahme werde Symrise schon in 12 bis 18 Monaten wieder erreichen. Deshalb müsse man auch vor weiteren Zukäufen nicht zurückschrecken, wenn sich entsprechende Chancen böten.

Im ersten Halbjahr hat der starke Euro das Wachstum der Holzmindener gebremst. Der Umsatz legte dadurch nur um ein Prozent auf 942 Millionen Euro zu. So hatten die Holzmindener beispielsweise nichts von dem Körperpflege- und Kosmetikboom in Südamerika. Von ihrem 12-prozentigen Wachstum vor Ort blieb am Ende ein Umsatzminus von 4 Prozent in Euro übrig. Symrise erwirtschaftet bereits gut die Hälfte der Erlöse in den Wachstumsregionen dieser Welt – oft mit Produktion am Ort. Der Handelsstreit mit Russland treffe den Konzern nicht, sagte Bertram. Symrise verfügt über eine eigene Entwicklung und Produktion in Moskau.

08.08.2014
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