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Wirtschaft Streit um Finanzhilfen für Opel verzögert Verkauf
Nachrichten Wirtschaft Streit um Finanzhilfen für Opel verzögert Verkauf
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21:05 09.10.2009
Der Verkauf von Opel wird durch Unstimmigkeiten zwischen Deutschland  und anderen EU-Staaten weiter verzögert.
Der Verkauf von Opel wird durch Unstimmigkeiten zwischen Deutschland und anderen EU-Staaten weiter verzögert. Quelle: ddp
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Einem Treffen am Freitag in Berlin, bei dem die Aufteilung der Hilfen für Opel unter den Ländern mit Standorten des Autobauers geklärt werden sollte, blieb der britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson fern. Spanien erneuerte seine Zweifel am Übernahmekonzept des Zulieferers.

Bei dem Treffen auf Einladung des Bundeswirtschaftsministeriums sollten „die wichtigsten Eckpunkte für eine staatliche Unterstützung der Finanzierung“ von Opel geklärt werden, zitierte die „Süddeutsche Zeitung“ aus dem Einladungsschreiben. Auch war demnach geplant über die „Grundzüge der Lastenverteilung“ zwischen den EU-Staaten mit Opel-Werken zu verhandeln. Hierfür habe den Unterhändlern der Länder ein sogenanntes Konditionenblatt vorgelegt werden sollen.

Spaniens Industrieminister Miguel Sebastián sollte am Freitag trotz der Unstimmigkeiten über die Finanzierung der Opel-Rettung in Berlin Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) persönlich treffen. Zuvor hatte Sebastián allerdings in einem Antwortschreiben auf die Einladung zu dem Treffen die Zusammenkunft als verfrüht bezeichnet, wie die „SZ“ berichtete. Sébastian warb demnach um eine Verschiebung, da der Magna-Plan nicht das langfristige Überleben Opels sichere.

Berlin solle dabei helfen, den österreichisch-kanadischen Zulieferer davon zu überzeugen, dass die Unterzeichnung des Kaufvertrages übereilt sei und mehr Zeit benötigt werde, um die Unterstützung aller beteiligten Länder, insbesondere Spaniens, zu sichern, zitierte die Zeitung aus dem Schreiben Sebastiáns. Madrid befürchtet, dass die Opel-Werke nach nur wenigen Jahren nach Russland abwandern könnten. Magna will mit seinen russischen Partnern den Verkauf von Opel-Modellen vor allem auf den osteuropäischen Märkten forcieren. Manga wollte den Kaufvertrag ursprünglich Anfang Oktober unter Dach und Fach bringen.

In seinem Schreiben erklärt Sebastián demnach, dass die spanische Regierung die im Magna-Plan enthaltenen Standortentscheidungen nicht nachvollziehen könne. Im spanischen Werk in Saragossa sind 1300 der dortigen 7200 Arbeitsplätze wegen der Übernahme durch Magna bedroht. Auch Belgien und Großbritannien hatten bereits mehrfach Bedenken gegenüber den Magna-Plänen geäußert. In Belgien steht das Werk in Antwerpen vor dem Aus.

Sebastián traf am Freitag in Berlin mit Magna-Vizechef Siegfried Wolf zusammen. Bei dem Treffen hätten sich beide Parteien darauf verständigt, ihre „Kommunikationsprobleme“ zu lösen, sagte Sebastián. Sebastián und Wolf vereinbarten demnach für kommenden Dienstag ein Treffen in Madrid, bei dem Politik, Gewerkschaften und Magna über die Pläne beraten sollen.

Großbritannien wollte zu dem Treffen der Opel-Länder am Freitag in Berlin einen „anderen Vertreter“ als ihn selbst entsenden, sagte Wirtschaftsminister Mandelson. Um wen es sich dabei handelte, blieb zunächst unklar.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen warnte vor einer weiteren Verzögerung bei den Verhandlungen über die Zukunft Opels. Jede Verschiebung sei „schädlich und verschlechtert nur unnötig die Situation von Opel“. Es sei wichtig, dass die Übernahme nicht durch die anderen EU-Staaten aufgehalten werden, erklärte Dudenhöffer.

afp

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