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Wirtschaft Kommentar: Sie lernen es nicht
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19:28 12.12.2019
Die Hauptverwaltung der Salzgitter AG: Der Konzern schreibt 2019 rote Zahlen. Quelle: Carsten Brand
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Hannover

Die Stahlhersteller sind Stammgäste beim Bundeskartellamt: Immer wieder fallen die Konzerne wegen illegaler Preisabsprachen unangenehm auf. Mal tauschen sich Manager allen Ernstes in Bordellen unter Decknamen wie Jedi, Bleichgesicht oder Domina darüber aus, wie sie die Deutsche Bahn beim Verkauf von Schienen übers Ohr hauen können, in einem anderen Fall geht es um Details beim Vertrieb von Edelstahl. Zuletzt mischten sogar drei Kunden mit: Die Autokonzerne Daimler, BMW und VW wollten den Preiswettbewerb beim Einkauf von Langstahl ausschalten.

Das seltsame Gebaren wird offenbar durch den Zuschnitt der Branche begünstigt: Wenn es nur eine Handvoll Hersteller gibt, sind die handelnden Akteure besser miteinander bekannt als in Industriezweigen mit vielen Mitspielern. Zudem eignet sich auch das Produkt selbst für Kartelle besonders gut – Stahl ist in vielen Fällen austauschbar. Beides begünstigt vertrauliche Absprachen über Preise, Quoten und Kapazitäten.

Und noch eines unterschiedet die Stahlproduzenten von anderen Kartellbrüdern: das geringe Unrechtsbewusstsein. Wenn andere Unternehmen bei Preisabsprachen erwischt werden, ist ihnen das in der Regel peinlich. Die Hersteller von Rohren und Blechen hingegen fühlen sich ungerecht behandelt – und verweisen auf ihre Nachteile gegenüber der mit Subventionen aufgepäppelten Konkurrenz in fernen Ländern. Das strafwürdige Kartell zum Nachteil der Kunden wird auf diese Weise in eine Art Notwehr zum Erhalt der heimischen Standorte und Arbeitsplätze umgedeutet. Es ist gut, dass sich das Kartellamt auf diese Argumentation nicht einlässt.

Von Jens Heitmann

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