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Wirtschaft „Straffe Sanierung“ der Nord/LB nötig
Nachrichten Wirtschaft „Straffe Sanierung“ der Nord/LB nötig
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14:58 28.02.2019
Thomas Mang, Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, fordert eine deutliche Verkleinerung der Nord/LB. Quelle: dpa
Hannover

Obwohl die Nothilfe für die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) für die niedersächsischen Sparkassen ein Kraftakt ist, sollen die Sparer nicht darunter leiden. „Unsere Kunden werden von den Stützungsmaßnahmen nichts spüren“, sagte der Präsident des hiesigen Sparkassenverbandes, Thomas Mang, am Donnerstag in Hannover. Die 42 Institute seien in der Lage, die Belastungen zu tragen: „Keine Sparkasse gerät durch die Transaktionen in existenzielle Schwierigkeiten.“

Die niedersächsischen Sparkassen sind über ihren Verband aktuell noch mit rund 26 Prozent an der Nord/LB beteiligt. Ursprünglich stand dieser Anteil mit etwa 1,1 Milliarden Euro in ihren Büchern, seit 2012 habe man diesen Betrag immer weiter abgeschrieben – zuletzt bis auf einen Erinnerungswert von einem Euro, sagte Mang. Im vergangenen Jahr wurden 350 Millionen Euro wertberichtigt. Das Betriebsergebnis der Sparkassen war 2018 schon vor Bewertung – also vor Abzug dieser Summe – um knapp 5 Prozent auf 861 Millionen Euro gesunken.

An der nötigen Kapitalzufuhr für die Nord/LB von insgesamt 3,5 Milliarden Euro beteiligt sich die Sparkassen-Familie insgesamt mit einem Drittel – 320 Millionen Euro steuern die niedersächsischen Institute bei. Mang machte keinen Hehl daraus, dass sich die Verbandsversammlung mit dieser Entscheidung schwer getan habe: „Das war kein leichter Gang für mich.“ Am Ende aber sei der Beschluss für die öffentlich-rechtliche Auffanglösung als die „Beste unter lauter schwierigen Alternativen“ einstimmig gefallen.

Nach dem Willen der Träger soll die Nord/LB deutlich schrumpfen. Nach Angaben Mangs zeichnet sich eine Halbierung der Bilanzsumme auf etwa 80 Milliarden Euro ab. Es sei eine „straffe Sanierung“ nötig, die Landesbank müsse „kleiner und schlanker“ werden, aber auch „standfest“ sein. Ein solches Szenario laufe auf eine Herauslösung des Immobilienfinanzierers Deutsche Hypo hinaus. Das neue Geschäftsmodell müsse die Gewähr bieten, dass einzelne Großrisiken – wie zuletzt die maroden Schiffskredite – die Landesbank nicht erneut in eine Schieflage bringen können, sagte Mang: „Man muss hier die Dimensionen begrenzen.“

Unabhängig von der Krise der Nord/LB haben sich die Sparkassen nach eigener Einschätzung 2018 gut geschlagen – die Ergebnisse seien sogar besser ausgefallen als zu Jahresbeginn erwartet, sagte Mang. Erfreulich sei insbesondere die hohe Nachfrage bei Krediten: Bei Firmenkunden wuchs der Bestand um 4,6 Prozent auf rund 41 Milliarden Euro, bei Privatkunden stieg das Volumen um 3,2 Prozent auf rund 33 Milliarden Euro.

Trotz Mini-Zinsen tragen die Sparer ihr Geld weiterhin zu den Sparkassen. Mit 3,5 Milliarden Euro lag der Zufluss bei den Sichteinlagen um knapp 10 Prozent höher als im Vorjahr. Bei knapp zwei Drittel der gesamten Kundeneinlagen von fast 54 Milliarden Euro handele es sich um täglich fällige Gelder, hieß es. Angesichts fehlender Alternativen ließen risikoscheue Kunden ihre Guthaben oft auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto stehen. Aber der Anteil der Wertpapierkäufer nahm zu – vor allem Aktien- und offene Immobilienfonds trugen zu einem Absatzplus von rund 28 Prozent auf erstmals mehr als eine Milliarden Euro bei.

Die Hoffnung auf eine Zinswende hat der Verband vorerst aufgegeben. „Wir wären schon froh, wenn die Europäische Zentralbank wenigstens die Negativzinsen für unsere Sparkassen wieder aufheben würde“, sagte Mang. Allein das habe die niedersächsischen Institute im vergangenen Jahr rund 10 Millionen Euro gekostet. Der Zinsüberschuss der Sparkassen sank 2018 leicht unter die Schwelle von 2 Milliarden Euro, ihren Provisionsüberschuss konnten die 42 Häuser um knapp 3 Prozent auf 756 Millionen Euro steigern.

Von Jens Heitmann

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