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Wirtschaft Nord/LB-Retter streiten um die Zukunft der Bank
Nachrichten Wirtschaft Nord/LB-Retter streiten um die Zukunft der Bank
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00:17 25.03.2019
Nord/LB-Zentrale in Hannover: Eigentümer verfolgen unterschiedliche Interessen Quelle: dpa
Hannover

Ein Streit zwischen dem Land Niedersachsen und den Sparkassen belastet die Gespräche über die gemeinsame Rettungsaktion für die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB). Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi gibt es Meinungsverschiedenheiten über die künftige Größe der Bank und die Frage, welche Geschäftsfelder das Institut aufgeben soll. „Es gibt einen Kampf um die Bilanzsumme“, sagte Jörg Reinbrecht, Verdi-Vertreter im Aufsichtsrat der Nord/LB, der HAZ.

Die Sparkassen und das Land hatten Ende Januar angekündigt, gemeinsam rund 2,7 Milliarden Euro in die angeschlagene Nord/LB zu stecken. Beide Seiten wollen, dass die Bank künftig regionaler und kleiner ist. Doch die Sparkassen wollen dabei weiter gehen als das Land, sagte Reinbrecht.

Er warnte davor, die Bank, die aktuell rund 5800 Menschen beschäftigt, zu stark zu verkleinern. Das koste nicht nur viele Arbeitsplätze, es mache auch wirtschaftlich keinen Sinn. „Die Nord/LB braucht ein Geschäftsmodell, das langfristig trägt.“ Es dürfe nicht nur um die Bilanzsumme gehen.

Die Sparkassen und die Landesregierung verhandeln zurzeit noch über die Details der Rettung und des künftigen Geschäftsmodells. Sie verfolgen dabei unterschiedliche Interessen. Für das Land stehen zum Beispiel die künftigen Gewinne und Dividenden der Bank stärker im Vordergrund. Mit den Dividenden einer neu aufgestellten Nord/LB will das Land auch die Finanzierungskosten der Rettungsaktion decken. Für das Land ist es deshalb wichtiger, profitable Geschäftsfelder beizubehalten. Außerdem dient die Nord/LB der Landesregierung als Wirtschaftsförderungsinstrument.

Der DSGV hingegen will die Bank langfristig mit anderen Landesbanken fusionieren, um Doppelstrukturen in der Sparkassen-Finanzgruppe abzubauen. Das liefe auf eine Nord/LB hinaus, die sich auf wenige Geschäftsfelder spezialisiert. Dementsprechend müsste die Bank auch mehr Stellen abbauen oder Bereiche verkaufen.

Taschenspielertricks vom Land?

Laut der „Süddeutschen Zeitung“ streiten Niedersachsen und die Sparkassen auch um die Details des Rettungspakets. Niedersachsen hatte zugesichert, 1,5 Milliarden Euro Kapital in die Bank zu stecken und darüber hinaus „weitere Abschirmungen“ in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro bereitzustellen. Laut der Zeitung werfen Vertreter des Sparkassenlagers dem Land nun vor, die Milliardengarantie zusammenstreichen zu wollen, weil Schiffskredite in der Bilanz nun doch mehr wert seien als gedacht. „Die wenden jetzt Taschenspielertricks an“, sagte demnach ein Sparkassenfunktionär.

Die Landesregierung wies den Vorwurf am Freitag zurück. Das Land stehe zu seinen Zusagen, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Man betreibe „sicherlich keine Taschenspielertricks“. Man arbeite gemeinsam mit dem DSGV an der „Konkretisierung eines nachhaltigen Geschäftsmodells“. Zwischenstände und Überlegungen werde man aber nicht kommentieren. Der DSGV ließ eine Anfrage der HAZ unbeantwortet.

In Aufsichtratskreisen hieß es, die bei der Nord/LB verbliebenen Schiffskredite seien mehr Wert, wenn man sie über einen langen Zeitraum einzeln verkaufe als bei einem „Notverkauf“ des gesamten Pakets. Der Bedarf an Landesgarantien könne daher unterschiedlich hoch ausfallen. „Und das Land muss natürlich nur so viel bereitstellen wie nötig.“

Von Christian Wölbert

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