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Wirtschaft Solarbranche in Prenzlau muss erneut bangen
Nachrichten Wirtschaft Solarbranche in Prenzlau muss erneut bangen
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20:40 23.03.2013
Foto: Für Brandenburgs Solarbranche ist die Nachricht erneut ein herber Schlag.
Für Brandenburgs Solarbranche ist die Nachricht erneut ein herber Schlag. Quelle: dpa
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Prenzlau

Der Ausstieg des Technikkonzerns Bosch aus dem Solargeschäft bedroht rund 700 Jobs in der Uckermark. Der Konzern will sein Tochterunternehmen Aleo Solar mit Stammwerk in Prenzlau möglichst bald verkaufen. Zunächst geht der Betrieb dort aber normal weiter, betonte ein Sprecher am Samstag. „Bis Ende März 2014 habe wir die Fiananz- und Liquiditätsausstattung von Bosch“, sagte ein Firmensprecher am Samstag. Durch die Ankündigung von Bosch herrsche jedoch große Unsicherheit am Standort. „Die Stimmung ist gedrückt und die Anspannung hoch.“

Die Belegschaft in Prenzlau war am Freitag zeitgleich mit den rund 150 Kollegen in Oldenburg über den geplanten Ausstieg von Bosch informiert worden. Der Technikkonzern hält mehr als 90 Prozent der Anteile an Aleo Solar. Die Ansage sei völlig überraschend gekommen, hieß es. Auch Brandenburgs Wirtschaftsministerium war nach eigenen Angaben von den Plänen nicht unterrichtet. „Wir suchen das Gespräch mit dem Unternehmen, um möglichst schnell Details zu erfahren“, sagte ein Sprecher.

In Brandenburg/Havel will Bosch dagegen sein Engagement zunächst fortsetzen. Über die Zukunft des Standorts werde später entschieden, hieß es am Freitag. An dem Standort werden effiziente Dünnschichtmodule entwickelt und für Pilotprojekte gefertigt. Das Werk hat mehr als 150 Mitarbeiter.

Hinter den Beschäftigten in Prenzlau liegen bewegte Zeiten: Seit Monaten gibt es Absatzschwierigkeiten. 2012 musste das Unternehmen Unsatzeinbußen von 39 Prozent verkraften und steckte tief in roten Zahlen. Nach Monaten der Kurzarbeit war jedoch im Januar die Produktion der Solarmodule wieder aufgenommen worden. Das Prenzlauer Unternehmen hatte erste Schritte zur Konsolidierung eingeleitet und unter anderem ein Werk in Spanien verkauft. „Jetzt müssen wir uns weitere Maßnahmen überlegen“, sagte der Sprecher.

Die IG Metall Ostbrandenburg sieht die Politik gefordert: „Bislang ist mit der Energiewende viel in den Sand gesetzt worden“, sagte der Bevollmächtigte Peter Ernsdorf der „Märkischen Allgemeinen“. Die Chancen für einen Verkauf des Werkes bewertete er skeptisch.

Für Brandenburgs Solarbranche ist die Nachricht erneut ein herber Schlag. In Frankfurt (Oder) hatte der Modulhersteller First Solar seine Werke geschlossen. Bis spätestens Ende Mai verlieren damit alle 1200 Beschäftigten ihren Job. Die Suche nach einem Investor dauert an.

dpa