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Wirtschaft "Abgaswerte manipulieren – das macht jeder"
Nachrichten Wirtschaft "Abgaswerte manipulieren – das macht jeder"
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00:17 24.09.2015
Dem VW-Konzern drohen wegen des Skandals hohe Strafzahlungen in den USA.
Dem VW-Konzern drohen wegen des Skandals hohe Strafzahlungen in den USA. Quelle: dpa
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Hannover

Im VW-Nutzfahrzeuge-Werk in Hannover-Stöcken ist die Nachricht von manipulierten Abgastests am Montag eines der Hauptgesprächsthemen. „Das ist ein Unding“, sagte einer von ihnen. Dass Volkswagen der einzige Autobauer ist, der Abgaswerte geschönt haben soll, glaubt kaum jemand. „Das macht jeder“, sagte eine Mitarbeiterin aus dem Rohbau. Auch ein Mitarbeiter, der seinen Namen wie viele andere nicht in der Zeitung lesen will, sagte: „Ich glaube schon, dass alle Autobauer das zu ihren Gunsten darstellen.“ Bei VW sei die Manipulation lediglich zuerst ans Licht gekommen.

Dass der Skandal in den USA direkte Auswirkungen auf den Standort in Hannover haben wird, halten viele für unwahrscheinlich. Mit größerer Sorge sieht man dagegen den Image-Schaden, den das Unternehmen womöglich davontragen wird – vor allem auf dem schwierigen US-amerikanischen Automarkt. „Das ist für die Amerikaner ein gefundenes Fressen“, meinte Heiko Hug.

Analyse

Wolfsburger Totalschaden: Die Analyse zum VW-Manipulationsskandal.

Weit auseinander gingen die Meinungen der Werksarbeiter darüber, wie sich eine mögliche Milliardennstrafe auf den Konzern auswirken könnte. Eine Mitarbeiterin fürchtete, dass zuerst an Prämien gekürzt wird. „So eine Summe kann selbst ein so großer Konzern nicht einfach wegstecken“, sagte ein ehemaliger Mitarbeiter zustimmend.

Nach dem Bekanntwerden des Skandals hatte es am Montag scharfe Kritik aus der Politik gegeben. "Eine Manipulation von Emissionstests ist völlig inakzeptabel und durch nichts zu rechtfertigen", sagte Stephan Weil (SPD), der als amtierender Regierungschef in Niedersachsen Mitglied im Präsidium des VW-Aufsichtsrates ist. "Es muss selbstverständlicher Anspruch des VW-Konzerns sein, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten." 

Aktienkurs bricht ein

Angesichts des Skandals hat die Volkswagen-Aktie an der Frankfurter Börse am Montagvormittag rund 20 Prozent an Wert verloren. Zeitweise notierte sie mit 22,20 Prozent im Minus bei 126,35 Euro. Sie war bereits mit einem massiven Kurseinbruch in den Tag gestartet: Zu Handelsbeginn verlor sie bereits gut 13 Prozent.

Von Sabine Gurol (mit: dpa)

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