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Wirtschaft Sennheiser legt Rekordjahr hin
Nachrichten Wirtschaft Sennheiser legt Rekordjahr hin
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20:50 20.06.2012
Von Dirk Stelzl
Foto: Das Geschäft boomt bei Sennheiser. Das Unternehmen aus der Region konnte seinen Umsatz fast verdoppeln.
Das Geschäft boomt bei Sennheiser. Das Unternehmen aus der Region konnte seinen Umsatz fast verdoppeln. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Es kommt nicht besonders oft vor, dass Firmenchefs die Geschäftsentwicklung als „wunderbar“ bezeichnen. Doch mit diesem Wort brachte Volker Bartels, der Sprecher der Sennheiser-Führungsmannschaft, am Mittwoch seine Freude über das im vergangenen Jahr erreichte Umsatzwachstum zum Ausdruck. Für den Kopfhörer- und Mikrofonspezialisten aus der Wedemark sei 2011 ein „durchweg positives Jahr“ gewesen, sagte er bei der Bilanzvorlage. Nachdem die Erlöse im Jahr zuvor um ein Fünftel zugelegt hatten, stiegen sie um weitere 13,5 Prozent – und überschritten die Schwelle von 500 Millionen Euro. Der Gewinn wurde fast verdoppelt. Wegen des Wachstums will das Unternehmen in diesem Jahr 60 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, etwa Ingenieure.

Sennheiser habe im vergangenen Jahr noch einmal ein „ordentliches Pfund draufgelegt“, sagte Bartels. Der Konzernumsatz nahm von 468,2 auf 531,4 Millionen Euro zu. Vor allem in Regionen wie Nord- und Osteuropa sowie Asien hätten sich die Umsätze außerordentlich gut entwickelt. Die Exportquote des Audiospezialisten betrug über 83 Prozent.

Bei seinen Produkten erzielte Sennheiser mit 32,9 Prozent den größten Teil des Umsatzes im Kopfhörergeschäft – gefolgt von drahtlosen Mikrofonen mit 26,4 Prozent. Im Kopfhörergeschäft profitierte die Firma auch vom Trend zu großen „Lifestyle-Kopfhörern“. Sennheiser bietet außerdem Produkte wie Headsets, Richtmikrofone für Sportübertragungen und Filmproduktionen oder Technik für Konferenzräume an. Sennheiser-Technik wurde etwa beim Eurovision Song Contest in Baku, beim Festival Rock in Rio oder beim Football-Sportereignis Super Bowl 2011 eingesetzt.

Den Gewinn nach Steuern steigerte Sennheiser um mehr als 90 Prozent auf 45,7 Millionen Euro. „Wir sind stolz auf dieses Ergebnis“, sagte Bartels. Dazu beigetragen hätten auch ein „vorsichtiges Kostenmanagement“ und eine „relativ konservative Politik“ bei Neueinstellungen trotz des kräftigen Umsatzwachstums. Die Belegschaft wurde um etwa 3 Prozent auf 2183 Mitarbeiter erweitert. In Deutschland sind 1177 Beschäftigte tätig.

Eine wichtige Rolle für den Erfolg spielt nach Angaben von Sennheiser auch die neue Führungs- und Unternehmensstruktur, die in den vergangenen Jahren verwirklicht wurde. „Das war eine Operation am schlagenden Herzen“, sagte Aufsichtsratschef Jörg Sennheiser. Doch jetzt stehe das Unternehmen verdientermaßen gut da. Sennheiser hat unter anderem Geschäftsbereiche in neue „Divisionen“ aufgeteilt.

Für 2012 ist Bartels trotz der Konjunkturrisiken wegen der Euro-Schuldenkrise zuversichtlich. „Wir sind im laufenden Jahr gut unterwegs“, sagte er. Mit welchen Umsätzen Sennheiser rechnet, behielt Bartels aber für sich. 2013 will Sennheiser mit dem Neubau eines Verwaltungsgebäudes auf dem Firmengelände beginnen. Die in der Wirtschaftskrise auf Eis gelegten Pläne würden derzeit überarbeitet, hieß es.

Kampf gegen Fälschungen

Durch eine besondere Kennzeichnung von Verpackungen und Produkten will der Kopfhörer- und Mikrofonspezialist Sennheiser künftig verhindern, dass Kunden auf Plagiate hereinfallen. Verbraucher, Händler oder Zollermittler sollen mithilfe von Spezialetiketten schnell die Echtheit von Produkten ermitteln können – via Smartphone oder Notebook. Dazu müsse ein auf der Verpackung abgedruckter QR-Code eingelesen werden, erklärt das Unternehmen. Die Daten würden über eine Internetverbindung zu einem Dienstleister übertragen. Dann werde das Produkt auf Echtheit überprüft. „Die Investition in eine fälschungssichere Kennzeichnung unserer Produkte ist ein wirkungsvoller Schutz für den Endverbraucher und den Handel“, sagt Geschäftsführer Volker Bartels.

Bei Sennheiser entstehen jedes Jahr Millionenschäden, da Produkte gefälscht und aus dunklen Quellen verkauft werden. Das Unternehmen geht deshalb verstärkt gegen Fälscher vor. Um den illegalen Handel im Internet einzudämmen, arbeitet Sennheiser in Europa seit Anfang 2012 auch mit der auf Markenschutz spezialisierten Firma OpSec Security zusammen. Deren Experten durchsuchen im Auftrag von Sennheiser Internetportale nach verdächtigen Produkten. Die Zusammenarbeit soll nun weltweit ausgeweitet werden, besonders in Asien.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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