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Wirtschaft Schlechte Ernte erwartet
Nachrichten Wirtschaft Schlechte Ernte erwartet
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12:31 28.06.2012
Von Carola Böse-Fischer
Foto: Dieses Jahr sieht es nicht gut aus für die niedersächsische Landwirtschaft.
Dieses Jahr sieht es nicht gut aus für die niedersächsische Landwirtschaft. Quelle: dpa
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Hannover

Nach der pessimistischen Schätzung des privaten Agrargewerbes Niedersachsen (agw) dürften die Bauern in diesem Sommer nur eine Getreideernte von etwa 41,4 Millionen Tonnen einfahren. Allerdings könne der jüngste Regen noch eine Wende zum Besseren bringen, hieß es am Mittwoch beim Vorerntegespräch der agw. Dann sei sogar im günstigsten Fall eine Getreidemenge von rund 44 Millionen Tonnen möglich. Und die fiele dann sogar größer aus als 2011 mit 41,9 Millionen Tonnen – und könnte gerade eben den Bedarf decken, sodass per Saldo kein oder wenig Getreide eingeführt werden müsste.

Noch nie sei die Unsicherheit bei der Ernteprognose so groß gewesen wie in diesem Jahr, sagte der agw-Vorsitzende Konrad Weiterer. Das liege an den Folgen der Schäden, die der starke Dauerfrost im vergangenen Winter auf vielen Feldern verursacht habe. Während Roggen den Frost gut überstanden habe, hätten bundesweit rund 360.000 Hektar Weizen umgebrochen werden müssen. Dadurch sei die Fläche auf 2,98 Millionen Hektar gesunken. Die Fläche für Wintergerste ging den Angaben zufolge frostbedingt von 1,24 auf 1,08 Millionen Hektar zurück.
Niedersachsens Landwirte trafen die Auswinterungsschäden beim Weizen noch härter, wie Weiterer sagte, der auch Sprecher der Geschäftsführung des gleichnamigen Landhandelsunternehmens in Algermissen ist. Die Bauern hätten hier sogar mindestens ein Viertel der Weizenflächen neu bestellt, mit Mais und Sommerweizen. Da heimische Sorten kaum verfügbar gewesen seien, hätten viele Landwirte auf „fremde Sorten“ aus dem Ausland zurückgreifen müssen. „Niemand weiß letztlich, welchen Ertrag die bringen.“

Die Getreidepreise liegen laut agw mit knapp 210 Euro je Tonne Weizen auf einem „historisch hohen Niveau vor der Ernte“. Vor einem Jahr wurde Weizen an der Pariser Agrarbörse Matif mit 180 Euro gehandelt. Als Grund wurde die Räumung der Lager genannt. „Die alte Ernte ist so gut wie ausverkauft“, erklärte Weiterer. Bedarf vor allem bei der Mischfutterindustrie sei jedoch da.

Stefan Winter 27.06.2012